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CDU will den Leipziger Ring vorm Hauptbahnhof tiefer legen

Verkehrsprojekt CDU will den Leipziger Ring vorm Hauptbahnhof tiefer legen

Stau auf mehreren Spuren, Gedränge an schmalen Überwegen: Der Innenstadtring wird für Autofahrer, Fußgänger und Radfahrer immer mehr zur Belastungsprobe. Jetzt liegt ein Vorschlag auf dem Tisch, wie sich die Verkehrsprobleme an der sensiblen Stelle lösen ließen: Die CDU will den Ring zwischen Hauptbahnhof und Straßenbahnhaltestelle tiefer legen.

Die Tieferlegung des Fahrbahnen zwischen Hauptbahnhof und Straßenbahnhaltestelle soll die Attraktivität des Rings für Fußgänger, Rad- und Autofahrer verbessern
 

Quelle: CDU

Leipzig. „Wir müssen uns Gedanken machen, wie wir in einer kompakten und wachsenden Stadt künftig mit dem Verkehr zurecht kommen“, begründet die Verkehrsexpertin der CDU-Ratsfraktion, Sabine Heymann, den Vorschlag. „Die Attraktivität steht und fällt am Hauptbahnhof“, sagt sie.

Den Bahnhof nutzen durchschnittlich 100 000 Menschen am Tag. Viele von ihnen überqueren auch den Cityring, um in die Innenstadt oder zur Straßenbahnhaltestelle zu gelangen. Mit werktags 80 000 bis 100 000 Fahrgästen ist sie die am stärksten frequentierte Haltestelle im Netz der Leipziger Verkehrsbetriebe, sagt deren Sprecher Marc Backhaus. Hier laufen elf der 13 LVB-Linien zusammen. 2200 Fahrten führen über Leipzigs zentralsten Straßenbahnknoten.

Ein Architekt hat die angedachte Verkehrslösung für die CDU schon mal visualisiert: Die Fahrspuren werden danach in einen offenen Graben versenkt, breite Übergänge verbinden Ost- und Westhalle des Hauptbahnhofes ebenerdig mit der Haltestelle. Fußgänger brauchen so weder Ampel noch Autoverkehr zu beachten. Einzig der Taxi-Stand zwischen Ost- und Westhalle müsste dann wegen der fehlenden Anbindung an die Straße verlegt werden. An seiner Stelle könnte ein großer Fahrradabstellplatz entstehen. Auch eine Verbreiterung der Haltestelle wäre möglich.

"Druck auf den Kessel bringen"

Der Vorschlag ist weder technologisch noch auf Finanzierbarkeit geprüft. Das soll die Stadtverwaltung nun erledigen und der Ratsversammlung bis zum dritten Quartal 2017 einen Entscheidungsvorschlag vorlegen. „Wir wollen mit der Idee Druck auf den Kessel bringen“, sagt Heymann. Bei der Suche nach innovativen Verkehrslösungen dürfe es keine Scheuklappen geben.

Es wäre nicht das erste Mal, dass Verkehrsströme in Leipzig mit einer sogenannten Troglösung entflecht werden. In der Jahnallee beispielsweise unterquert die Straßenbahn die Kreuzung mit der Marschnerstraße. Und die Bundesstraße 2 im Norden wurde vor Jahren unter die Max-Liebermann-Straße gelegt.

Eine ähnliche Variante am Hauptbahnhof hält man bei der CDU für nachhaltig, alle Verkehrsteilnehmer würden davon profitieren. Denn, so Fraktionsvorsitzender Frank Tornau: „Der Ring ist nicht nur für den öffentlichen Personennahverkehr, sondern auch für den Kfz-Verkehr unverzichtbar.“ Wachsende Bevölkerungszahlen – laut Prognosen um bis zu 140 000 Menschen in den nächsten 15 Jahren – und damit einhergehend ein wachsender Kfz-Bestand ließen für die nächsten Jahre keine Ent-, sondern eher eine Mehrbelastung erwarten.

Bei der FDP stößt der Vorschlag schon auf offene Ohren. Kreisvorsitzender Marcus Viefeld bescheinigt ihm sogar Ausbaupotenzial: „Durch weitere Trogbereiche lassen sich Ringbarrieren clever überwinden und neue Stadträume schaffen.

Von Klaus Staeubert

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