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CDU wirft Verwaltung Täuschung bei Kosten für Gymnasium Schönefeld vor

Schulbau in Leipzig CDU wirft Verwaltung Täuschung bei Kosten für Gymnasium Schönefeld vor

Die Sanierung der beiden ehemaligen Schulhäuser Gorkistraße 15 und 25 zum Gymnasium Schönefeld wird um etwa 2 Millionen Euro teurer und dauert länger als geplant. Die CDU-Stadtratsfraktion wirft der Verwaltung vor, den Rat über die Kosten bewusst getäuscht zu haben, weil ein Holzgutachten nicht berücksichtigt wurde. Das weist das Baudezernat zurück.

Sensibler Standort: das neue Gymnasium Schönefeld am Friedhof. Über die Gründe für den Bauverzug und die höheren Kosten wurde im Stadtrat gestritten.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Der „Brückenstreit“ um das Gymnasium in Schönefeld nimmt kein Ende: Die Christdemokraten forderten sogar, „personelle Konsequenzen wegen bewusster Täuschung des Stadtrates“ zu ziehen. Ihren Antrag zogen sie dann aber zurück. Hintergrund: Die beiden ehemaligen Schulhäuser Gorkistraße 15 und 25 werden zum modernen Gymnasium ausgebaut. Das sollte zu Beginn des Schuljahres 2016/17 fertig sein. Wie berichtet, verzögert sich die Sanierung der alten Häuser aber um fast ein halbes Jahr und kostet mit 18,25 Millionen Euro etwa zwei Millionen Euro mehr als ursprünglich geplant. Der Stadtrat bewilligte 1,46 Millionen Euro zusätzlich. Gut 600 000 Euro werden eingespart.

Begründet werden die Mehrkosten unter anderem mit der „vorgefundenen schlechten und schadhaften Altbausub­s­tanz“. So wurden in einem der Häuser schadhafte Holzbalkendecken entdeckt, was bei der Voruntersuchung nicht festgestellt werden konnte. „Es gab vor Baubeginn ein Holzgutachten, weil ursprünglich eine freie Schule das Gebäude nutzen wollte“, so CDU-Mann Karsten Albrecht. Stadträte hätten auf dieses Gutachten hingewiesen. Es sei also bekannt gewesen, dass Hausschwamm vorhanden sei. Die CDU meinte, die Verwaltung habe die Kosten künstlich heruntergerechnet, um das Projekt durch den Stadtrat zu bringen. „Die Stadträte wurden hier bewusst getäuscht.“ Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) nannte den Vorwurf „ungeheuerlich“ und will das Verfahren prüfen lassen, um ihn auszuräumen.

Der Bauverzug, kritisierte Albrecht, sei wegen einer fehlenden Baugenehmigung für die Brücke über den Friedhofsweg zwischen beiden Gebäuden aufgetreten. Das wies Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos) ebenso zurück wie den Vorwurf der Täuschung. „Wer einen Altbau saniert, muss immer mit Schädlingen in Holzbalken oder Hausschwamm rechnen.“ Die Verwaltung habe eigene Gutachten beauftragt. Die könnten die Stadträte sich ansehen. Siegfried Schlegel (Linke) sprang ihr zur Seite: „Wir haben gestritten wie die Kesselflicker und wussten, auf welches Abenteuer wir uns einlassen.“ Laut Dubrau war die Verbindungsbrücke, die die Landesdenkmalpflege zunächst nicht genehmigen wollte, nur zum Teil ein kleiner Grund für die Bauverzögerung. Lange habe man eine ebenerdige Verbindung favorisiert. Eine Baugenehmigung habe vorgelegen, lediglich der Teil „Brücke“ sei zurückgestellt worden. „Wir konnten allerdings nur zu bestimmten Zeiten bauen, haben auf die Trauerfeiern auf dem Friedhof Rücksicht sowie die Bedürfnisse der Friedhofsbesucher nehmen müssen“, so Dubrau. „Das haben wir uns einfacher vorgestellt.“ Durch Ruhezeiten auf dem Bau seien „Monate verloren gegangen“.

Sven Morlok (FDP) befürchtete, dass die Einsparung nun zu Lasten der technischen Gebäudeausstattung geht. Das sei aber nicht der Fall, da es eine „Reserve“ gebe, weil andere Leistungen preisgünstiger gewesen seien. Laut Jung hat die Baubürgermeisterin alles getan, um eine wirtschaftliche Lösung zu finden. „Eins steht aber fest: Die Sanierung der alten Schulgebäude ist kostengünstiger als der Neubau eines vergleichbaren Gymnasiums.“

Von Mathias Orbeck

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