Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Campus Connewitz: Baulärm zermürbt Anwohner
Leipzig Lokales Campus Connewitz: Baulärm zermürbt Anwohner
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:59 16.09.2014
Auf dem Gelände der HTWK wird gebaut - das kann auch für die Anwohner anstrengend werden. (Archivbild) Quelle: André Kempner
Leipzig

"Wir haben regelmäßig unser eigenes Beben", beschreibt Jutta Burdack, die in der Eichendorffstraße 6 heimisch ist, die Situation. Seit zweieinhalb Jahren wird in ihrer Nachbarschaft ein Institutsneubau der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) errichtet - verbunden mit Lärm, Staub und kräftigen Erschütterungen.

Am 6. August sei beispielsweise eine Betonplatte, auf der zuvor ein Kran stand, weggehämmert worden, berichtet Burdack. 6.30 Uhr habe der brachiale Kraftakt begonnen, "die Wände wackelten, der Krach war unerträglich. Wer konnte, ergriff die Flucht". Eine behördliche Auflage, wonach erst ab sieben Uhr zu Werke gegangen werden darf, werde meist ignoriert. "Spätestens 6.40 Uhr wird der Bagger angeworfen." Alleine aus ihrem Haus seien schon zwei Familien ausgezogen, weil sie den Dauer-Ausnahmezustand nicht ertragen konnten.

Auch in dem betroffenen Bereich der Kochstraße liegen die Nerven blank - an einem Haus hängt ein Transparent auf dem "Ruhe" gefordert wird.

Beim sächsischen Staatsbetrieb für Immobilien- und Baumanagement (SIB), unter dessen Ägide das Bauvorhaben läuft, sind die Nöte der Anwohner bekannt. Bei Bauberatungen seien die ausführenden Firmen noch einmal darauf hingewiesen worden, lärmintensive Arbeiten nicht vor sieben Uhr zu beginnen", sagte SIB-Sprecherin Andrea Krieger auf LVZ-Anfrage. "Grundsätzlich wird das auch überwacht."

Hoffnungsschimmer für die von Lärm, Dreck und Beben Geplagten: Wenn das Wetter keinen Strich durch die Rechnung macht, soll die anstehende Asphaltierung des Außenbereiches zügig durchgezogen und Ende November das Gebäude an die HTWK über­geben werden. "Parallel zu noch an­stehenen, nicht lärmintensiven Rest­leistungen, wird dann nach und nach eingezogen", erklärte Krieger. Der Studienbetrieb in dem neuen Domizil starte dann im Sommersemester 2015.

Ursprünglich sollte der rund 26 Millionen Euro kostende Komplex schon zum demnächst beginnenden Wintersemester zur Verfügung stehen. Die Verzögerung sei im Wesentlichen dem langen Winter 2012/2013 geschuldet, hieß es vom SIB. Nutzer des nach den Plänen des Dresdner Büros AWD Architekten hochgezogenen Gebäudes wird die bisher in Markkleeberg ansässige HTWK-Fakultät für Maschinenbau und Energietechnik sein.

Auf 5000 Quadratmetern Nutzfläche gibt es nach der Vollendung Praktikumsräume, Kabinette, Büros und Maschinensäle, ins Erdgeschoss kommt ein attraktives Foyer. Ein markantes Äußeres hat der langgestreckte Bau durch eine Fassade aus lackierten Metall-Platten. Finanziert wird das Bauvorhaben vom Freistaat Sachsen und dem europäischen Fonds für regionale Entwicklung.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.09.2014

Mario Beck

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Im Jahr 1015 wurde "urbe libzi" erstmals urkundlich erwähnt. Zum Jubiläum Leipzigs 2015 zeigt die Serie "Da staunst du -" 100 Facetten der 1000-Jährigen. Heute Teil 62: die Kanaldeckel.

16.09.2014

Die grüne Ratsfraktion drängt darauf, dass in Leipzig die Kontrollen für Schusswaffenbesitzer verstärkt werden. Nachdem das sächsische Innenministerium im Juli mitgeteilt hatte, dass die Zahl der in Leipzig zugelassenen Waffen von 2012 bis 2013 um 20 Prozent angestiegen ist (die LVZ berichtete), will die grüne Ratsfraktion in der heutigen Ratssitzung wissen, wie die Stadt auf diese Entwicklung reagiert.

16.09.2014

Im Evangelischen Diakonissenkrankenhaus hat sich erneut eine Großbaustelle aufgetan: "Wir sind dabei, auf das Dach des 2004 errichteten Operations- und Funktionsgebäude - dem Haus F - eine Etage mit einer neuer Intensivstation und einen Hubschrauberlandeplatz draufzusetzen", so Geschäftsführer Pfarrer Michael Kühne.

16.09.2014
Anzeige