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Lokales Capa-Haus in Leipzig wird zwangsversteigert - Zukunft von historischem Schauplatz unsicher
Leipzig Lokales Capa-Haus in Leipzig wird zwangsversteigert - Zukunft von historischem Schauplatz unsicher
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12:01 09.02.2012
In diesem Haus in der Jahnallee 61 dokumentierte Capa das Sterben eines US-Soldaten am 18. April 1945. Quelle: Wolfgang Zeyen
Leipzig

Die Capa-Haus-Initiative, zu der auch der Kabarettist Meigl Hoffmann gehört, setzt sich für den Erhalt des einsturzgefährdeten Hauses ein. Der künftige Investor hat jedoch freien Handlungsspielraum und eine Abrissgenehmigung.

Für einen Euro wird der Flügel an der Jahnallee 61 am Freitag zwangsversteigert. Dort hat Capa das weltberühmte Foto mit dem Titel „Der letzte Tote des Krieges“ geschossen. Es zeigt den gefallenen amerikanischen Soldaten Raymond J. Bowman am 18. April 1945. Er liegt tot auf dem Balkon, eine Blutlache umschließt seine rechte Hand und breitet sich auf dem dunkelbraunen Parkettboden aus.

Es hat 65 Jahre gedauert, bis Wissenschaftler herausgefunden haben, wer der Soldat auf Capas Foto ist. Die Capa-Haus-Initiative pocht auf die historischer Bedeutung des Hauses. Für den künftigen Investor sei die Erhaltung und Sanierung des Gebäudes eine „geschichtlich einmalige Chance“, sagt Meigl Hoffmann, Kabarettist und Mitglied der Initiative.

Der Gebäudekomplex wird als Paket zwangsversteigert. Neben dem Haus an der Jahnallee kommt der mehrstöckige, direkt angrenzende Flügel an der Luppenstraße 26 für 10.000 Euro Mindestgebot unter den Hammer. Am Freitag wird sich entscheiden, wer der neue Eigentümer wird. Er hat die Möglichkeit den Komplex für viel Geld zu sanieren oder den Flügel an der Jahnallee 61 abzureißen. Wegen des maroden Zustands hat sich der ehemalige Eigentümer, eine Schweizer Immobilienfirma, die Abrissgenehmigung der Stadt Leipzig für diesen Teil des Gebäudekomplexes geholt. Diese ist auch für den künftigen Investor gültig, wie die Stadt Leipzig erklärt. 

Zu Neujahr hat das Dach des Flügels an der Luppenstraße gebrannt und wird daher seit Ende Januar durch die Stadt notgesichert. Betroffen ist der Eckbereich im dritten Obergeschoss, der mithilfe einer Stützkonstruktion in Stand gehalten wird. Zudem ist das Gebäude momentan nicht gegen Regen und Schnee geschützt, was den Zustand des Hauses ebenfalls verschlechtert.

Die Schweizer Eigentumsfirma musste den Komplex wegen Insolvenz und Verschuldung am Grundstück an ein Unternehmen mit Sitz in Luxemburg weiterverkaufen. Dieses hat den Gebäudekomplex zur Zwangsversteigerung freigegeben. Für den künftigen Eigentümer erlöschen damit sämtliche Schulden am Haus, er muss aber für die Notsicherung, zum Schutz Dritter, aufkommen. Zudem rät die Stadtverwaltung das Gebäude umgehend zu sanieren, damit es den Winter übersteht.

Manuela Tomic / Jens Rometsch

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