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Chancen für Leipzigs historische Leuchtreklame steigen

Höfe am Brühl Chancen für Leipzigs historische Leuchtreklame steigen

„Mein Leipzig lob’ ich mir“: Die Stadt will mit einem veränderten Bebauungsplan die Installation ermöglichen. Für die „Höfe am Brühl“ ist eine bessere City-Anbindung geplant.

Die Goethe-Silhouette (rechts) ist zu groß – auch deshalb will die Stadtverwaltung jetzt den Bebauungsplan für die Höfe am Brühl ändern.

Quelle: Volkmar Heinz

Leipzig. Die

Dass der aufwendige Plan nicht optimal abgefasst wurde, fiel der Stadtverwaltung bereits im Jahr 2013 auf die Füße. Damals musste das Verwaltungsgericht Leipzig über eine Klage entscheiden, die das benachbarte Marriott-Hotel gegen die historische Leuchtschrift „Willkommen in Leipzig/Mein Leipzig lob’ ich mir“ angestrengt hatte (die LVZ berichtete). Die Richter monierten, dass die historische Leuchtschrift auf dem Dach des Einkaufszentrums nach dem Wortlaut der textlichen Festsetzungen nicht zulässig sei. Sie befanden zwar gleichzeitig, dass die Leuchtschrift trotzdem angebracht werden dürfe – doch seitdem versuchen Leipzigs Stadtplaner, den Bebauungsplan in eine korrekte Fassung zu bringen. Dass die Leuchtschrift immer noch nicht angebracht ist, liegt daran, dass der Rechtsstreit um ihre Zulässigkeit inzwischen in der zweiten Instanz behandelt wird.

Im Ursprungstext des Bebauungsplanes hatten Leipzigs Stadtplaner mehrere Beschränkungen für den künftigen Einkaufstempel formuliert – zum Beispiel für die fassadenübergreifende Höhe und für das Anbringen von Dachwerbeanlagen, also Leuchtreklamen. Letztere sollten nur eine Höhe von maximal 1,50 Meter haben, um die Auswirkungen auf das Stadtbild und die Nachbarschaft in Grenzen zu halten. Aber dabei wurde offenbar übersehen, dass bei der historischen Leuchtschrift nur die Buchstaben eine Höhe von 1,50 Meter haben – das ebenfalls angebrachte Wappen jedoch zwischen 3 und 3,50 Meter hoch ist. Im Stadtplanungsamt heißt es heute, es sei vergessen worden, für diesen historischen Teil eine Ausnahme in die textlichen Festsetzungen des Bebauungsplans zu schreiben. „Es geht um keinen Schaden, sondern um eine Bekräftigung der Tatsache, dass die Stadt Leipzig die historische Anlage dort haben möchte“, betont Heike Scheller vom Stadtplanungsamt.

Die jetzt vorgesehene Korrektur soll auch genutzt werden, um noch einen anderen unglücklichen Umstand zu verändern: die Abschottung des Centers vom übrigen Teil der City. „Es gibt starke Bedenken, dass das Einkaufszentrum zu introvertiert ist und es nicht ausreicht, wie es sich zum Brühl öffnet“, sagt Planerin Scheller. Die Stadtpolitik dränge darauf, dass die Ladengeschäfte im Erdgeschoss der Höfe auch für Einkaufsbummler erreichbar sind, die nicht durch die Passage gehen, sondern auf den Straßen ringsum flanieren.

Dies ist im ursprünglichen Bebauungsplan von 2009 nicht vollständig verankert. Leipzigs Planer hatten damals lediglich befürchtet, dass die Center-Geschäfte an der Seite zur Richard-Wagner-Straße keine Auslagen für Passanten schaffen, weil dort vielleicht zu wenige Fußgänger unterwegs sind. Dass dies an den stärker frequentierten anderen Seiten des Centers – insbesondere am Brühl – anders sein wird, galt als sicher und wurde deshalb nicht ausdrücklich vorgeschrieben. „Dort wurden dafür auch Türen eingebaut, doch sie werden kaum genutzt“, schildert Planerin Scheller die Realität. Viele Händler würden einen Durchzug befürchten sowie zusätzliche Kosten für eine zweite Kasse, Diebstahlschutz und mehr Personal scheuen.

Auch im Rathaus ist klar, dass sich dieses Problem nicht allein mit einer Änderung des Bebauungsplans aus der Welt schaffen lässt. Denn viele Ladenbetreiber der Höfe haben Mietverträge, in denen diese Öffnung nicht explizit vorgeschrieben ist. „Es gibt deutliche Signale vom Einkaufszentrum, die Öffnung zum Brühl voranzutreiben“, schildert Scheller. „Aber das wird ein längerer Prozess werden.“ Beide Seiten würden jetzt darauf setzen, dass in künftige Mietverträge und bei der Verlängerung von Mietverträgen die Öffnung zum Brühl eingearbeitet wird.

Von Andreas Tappert und Roland Heinrich

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