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Chaos am Leipziger Ring: Autos blockieren Radfahrstreifen - Ruf nach Polizeikontrollen

Chaos am Leipziger Ring: Autos blockieren Radfahrstreifen - Ruf nach Polizeikontrollen

In der Grünewaldstraße spielen sich täglich abenteuerliche Szenen ab: An der Einmündung zum Ring stauen sich dutzende Fahrzeuge. Radfahrer versuchen, auf dem benachbarten Gehweg voranzukommen, weil ihr Radfahrstreifen von den wartenden Autos zugestellt ist.

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Nichts geht mehr: Der Radfahrstreifen ist mit Autos vollgestellt.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Einige ganz mutige Radler kurven zwischen den Autoreihen herum - sehr zum Ärger der Autofahrer, die um ihre Karossen fürchten. Der Ruf nach der Polizei wird immer lauter.

Eigentlich war die Grünewaldstraße im Bereich des Roßplatzes schon immer eine Autofalle. Denn wer von der Grünewaldstraße als Rechtsabbieger auf den Ring in Richtung Augustusplatz fahren will, muss zunächst die Fußgänger passieren lassen, die dort in Scharen in die City strömen. Wenn der letzte Passant vorbei ist, gelangen meist nur drei bis fünf Autos auf den Ring - der Rest muss wieder nervenaufreibend auf den nächsten Ampelumlauf warten.

Noch viel schlimmer ist alles geworden, seit die Ring-Zufahrt Peterssteinweg gekappt wurde und die Autos von dort zusätzlich in die Grünewaldstraße gelenkt werden. Seitdem sind die Staus noch länger. Während Leipzigs Autofahrer-Lobby dem Treiben tatenlos zusieht, ist Leipzigs Radfahrer-Lobby aktiv geworden: Die unhaltbaren Zustände wurden in der AG Verkehr angesprochen, in der Mitglieder des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs Leipzig (ADFC) regelmäßig über anstehende Verkehrsplanungen diskutieren. Inzwischen hat sich auch der langjährige ADFC-Vorsitzende Ulrich Patzer der Sache angenommen und als normaler Bürger die Stadtverwaltung aufgefordert, den gefährlichen Zuständen in der Grünewaldstraße ein Ende zu setzen. Er schrieb an das Verkehrs- und Tiefbauamt der Stadt, dass es dort "gravierende Sicherheitsdefizite für Radfahrende" gibt.

Anschließend listet der ehemalige ADFC-Funktionär gleich mehrere Forderungen auf: Die Stadt sollte die Radfurt rot einfärben, schlägt er vor. Diese Signalwirkung mache besser auf das erhöhte Konflikt- und Unfallpotenzial aufmerksam. Außerdem sollten auffällige Rad-Piktogramme auf die Fahrbahn aufgebracht werden, die ebenfalls die Radspur deutlich kenntlich machen. Darüber hinaus fordert er Kontrollen durch die Polizei, das Verteilen von Faltblättern - die auf die Regelwidrigkeit des Fahrens und Haltens auf Radfahr-Markierungen aufmerksam machen - sowie Anstöße für eine mediale Berichterstattung über die Gefährdung von Radfahrern.

Patzer hat auch recherchiert, dass der verfügbare Stauraum für die Kfz-Rechtsabbieger in der Grünewaldstraße so bemessen ist, dass alle dort wartenden Kfz - also maximal fünf Pkw - bei Grün abbiegen können. "Die Durchlassfähigkeit für die Kfz-Rechtsabbieger erhöht sich also überhaupt nicht, wenn der ab Leplaystraße vorhandene Radfahrstreifen befahren oder auf ihm gehalten wird", argumentiert er. Die Duldung dieses Fehlverhaltens trage nur dazu bei, dass solche Regelverstöße auch woanders bedenkenlos praktiziert würden.

Patzer hat allerdings ebenfalls entdeckt, dass es auch zahlreiche Radfahrer gibt, die verbotenerweise auf den Gehweg fahren, weil sie "ihren" Radfahrstreifen nicht benutzen können. "Sie nutzen dann die Fußgängerfurt am Ring, wo die Kfz-Rechtsabbieger aber zu gleicher Zeit Grün haben und den Ring-Querenden einen Vorrang einräumen müssen", sagt er. "Das durch die Radler erhöhte Aufkommen an Querenden führt dann teilweise dazu, dass tatsächlich weniger Kfz abbiegen können und der Kfz-Durchlass also noch mehr reduziert wird."

Die Stadtverwaltung sieht ebenfalls Handungsbedarf. "Dort muss die Polizei stärker kontrollieren", meint Edeltraut Höfer, Leiterin des Verkehrs- und Tiefbauamtes.

 

 

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 31.03.2014

Andreas Tappert

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