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Chef-Architekt des Leipziger Gewandhauses Rudolf Skoda gestorben

Chef-Architekt des Leipziger Gewandhauses Rudolf Skoda gestorben

Er hat den Leipzigern ein Wahrzeichen ihrer Stadt hinterlassen: das neue Gewandhaus auf dem Augustusplatz. Professor Rudolf Skoda ist am Donnerstag nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 83 Jahren verstorben.

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Der Leipziger Architekt Rudolf Skoda wurde 83 Jahre alt (Archivbild)

Quelle: Volkmar Heinz

Leipzig. Das teilte seine Familie am Freitag mit.

„Er hat bis Dezember als Architekt gearbeitet, danach begann eine kurze Zeit des Leidens", sagte sein Sohn Sebastian gegenüber der LVZ. Bis Ende 2014 hat er beispielsweise nach wie vor kleine Aufträge als „Haus-Berater" fürs Gewandhaus erledigt. Skoda saß aber auch in der Jury für den Neubau des Konzerthauses Bonn.

Rudolf Skoda wurde in Leipzig geboren und studierte nach Abitur und Maurerlehre an der Hochschule für Architektur und Bauwesen Weimar, der heutigen Bauhaus-Universität. Als Architekt entwarf Skoda auch das inzwischen abgebrochene Messeamt am Markt. Das Gewandhaus bestimmte – neben der Familie natürlich – sein Leben.

Mit dem einzigen Konzertneubau der DDR haben Chefarchitekt Skoda sowie sein Team mit Eberhard Göschel, Volker Sieg und Winfried Sziegoleit sich buchstäblich in den Annalen ihrer Stadt verewigt. „Ich hatte das Privileg, mir für meine Arbeiten gute Leute als Mitarbeiter auswählen zu können, und wir hatten das Glück, das neue Gewandhaus entwerfen zu können", sagte er einst in einem LVZ-Interview. Skoda war zu diesem Auftrag gekommen, weil er mit seinem Kollegen Ulrich Quester den Hörsaalkomplex der Karl-Marx-Universität geplant und dabei Erfahrungen im Saalbau gewonnen hatte. Das am 8. Oktober 1981 eröffnete neue Gewandhaus ist Skodas Kind, das ohne Kapellmeister Kurt Masur und dessen gute Verbindungen hoch in die SED-Führung allerdings so nie zur Welt gekommen wäre. Die DDR ließ sich diesen Prestigebau, der auch den Zwängen einer restriktiven Planwirtschaft ausgesetzt war, 136 Millionen DDR-Mark kosten. In gestalterischen Fragen hatten die Architekten aber relativ freie Hand. Skoda, der den Nationalpreis der DDR II. Klasse erhielt, war auch als informeller Mitarbeiter (IM) vom Ministerium für Staatssicherheit angeworben worden. Da sei er „sicher ein bisschen naiv" gewesen, räumte er später ein.

Als 1990 nach der Friedlichen Revolution eine neue Zeit begann, war Skoda fast 60, aber keineswegs zu alt, um ein eigenes Architekturbüro zu gründen. Die Jahre danach war er vor allem als Gutachter, Berater und Publizist tätig. In zahlreichen Publikationen widmete er sich dem Konzerthallenbau. Und seinem Lebenswerk, dem Gewandhaus.

Mathias Orbeck

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