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Lokales Chip-Pflicht für Hunde: Stadt Leipzig soll sich für Gesetzesänderung stark machen
Leipzig Lokales Chip-Pflicht für Hunde: Stadt Leipzig soll sich für Gesetzesänderung stark machen
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20:51 16.09.2011
Leipzig soll sich beim Land Sachsen für die Einführung der Chip-Pflicht für Hunde stark machen. Quelle: Tobias Ossyra
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Leipzig

Das Ziel ist näher gerückt: Der Stadtrat beschloss mit großer Mehrheit, dass Leipzig beim Innenministerium eine Gesetzesinitiative dazu forcieren soll. Tierheimleiter Michael Sperlich gehört zu den glühenden Verfechtern des Vorstoßes.

Nach dem Beschluss soll sich Leipzig beim Land Sachsen dafür einsetzen, dass Hunde ab einem Alter von sechs Monaten bei der Gemeinde angemeldet und beim Tierarzt „gechippt“ werden müssen. Außerdem soll eine Haftpflichtversicherung für den Hund unumgänglich werden. Wer einen Hund anschafft, soll in Zukunft außerdem über einen „Sachkundenachweis“ zeigen, dass er mit dem Tier auch umgehen kann.

„Die gesetzliche Grundlage muss das Land schaffen. Da gibt es derzeit nur das sogenannte Gefahrhundgesetz“, sagt Sabine Heymann (CDU), Vorsitzende des Tierschutzbeirates. Durch die Initiative soll es um verbindliche Regeln für alle Hundehalter erweitert werden. Nebeneffekt des Tierschutzgedankens: In Leipzig gehe es auch darum, das Tierheim in Breitenfeld wirtschaftlicher zu betreiben. „Wir haben einen hochmodernen, vorbildlichen Bau – aber der  ist schon wieder rappelvoll“, sagt Heymann.

Ausgesetzte Hunde seien in Leipzig keine Seltenheit, heißt es in der Begründung der Ratsvorlage. Im Durchschnitt belegen 110 Hunde die 92 Zwinger im Tierheim Breitenfeld. Neben Notfällen und ausgesetzten Tieren kamen im Sommer auch auf einen Schlag zig Hunde dazu, die massenhaft und nicht artgerecht gehalten wurden. 650.000 Euro kosten laufen im Jahr für die Unterhaltung des Tierheims auf, so Tierheimleiter Michael Sperlich. Fast 300.000 Euro koste es, die Hunde ordentlich zu versorgen.

Dass Fundtiere ruck zuck mit dem Chip in die Hände ihrer Besitzer zurückgegeben werden können, ist nach Ansicht von Gabriele Leupold, Leiterin des Veterinär- und Lebensmittelaufsichtsamts „in Einzelfällen möglich“. Das Tierheim könne die Nummer zwar auslesen, aber nur eine Behörde dürfe den Halter dazu ermitteln – Zeit vergeht. „Außerdem muss so ein zentrales Register ja erst einmal aufgebaut werden“, sagt sie.

Schon jetzt würde der Stadtordnungsdienst mit Merkblättern auf die Möglichkeit hinweisen, dass Hunde freiwillig gechippt werden können. Laut Ratsbeschluss muss die Stadt dafür jetzt mehr Dampf machen: „Im November stellt der Beirat Infomaterial zusammen“, sagt Heymann.

Chippen kostet derzeit 40 bis 50 Euro beim Tierarzt, weiß Sabine Heymann. Dabei wird das winzige Implantat per Spritze unter die Haut gebracht, meist an der Schulter des Tieres. Aus tiermedizinischer Sicht sei gegen den Transponder nichts einzuwenden, versichert Gerd Möbius, Veterinärmediziner an der Uni Leipzig. Bei Tasso e.V. oder dem Deutschen Haustierregister kann jeder auch jetzt schon sein Tier erfassen lassen.

Tag der offenen Tür im Tierheim Breitenfeld:

Sonntag, 18.9., 13-17 Uhr.

www.tierheim-leipzig.de

Evelyn ter Vehn

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