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Christoph Dietrich zum Ebola-Projekt: "Wir werden dafür sorgen, dass die Hilfe ankommt"

Christoph Dietrich zum Ebola-Projekt: "Wir werden dafür sorgen, dass die Hilfe ankommt"

Christoph Dietrich arbeitet derzeit in der liberianischen Hauptstadt Monrovia als Adjutant des Honorarkonsulats. Die Leipziger Volkszeitung sprach mit dem 39-jährigen Leipziger über die Ebola-Epidemie vor Ort.

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Quelle: Ahmed Jallanzo

LVZ

: Wie erleben Sie gerade die aktuelle Situation?

Christoph Dietrich

: Wir arbeiten direkt in Monrovia in der Nähe des Redlight Market - einem östlichen Stadtteil von Monrovia. Der Zwang, auf die Straße zu müssen und Geld für wenigstens eine Mahlzeit am Tag zu verdienen, macht es den einfachen Leuten hier unmöglich, Ebola aus dem Weg zu gehen. Ich weiß nie, ob mein Gegenüber erkrankt ist. Misstrauen und Angst sind permanente Wegbegleiter. Einfache Schutzkleidung - Handschuhe, Mundschutz, Desinfektionsmittel - sind Mangelware und kosten Geld, das man sich vom Mund absparen müsste. Zudem fehlt ausreichend Aufklärung. Kranke werden hier von ihren Familien gepflegt, die nicht begreifen wollen, dass bei Ebola Quarantäne nötig ist. Eine Vielzahl von kulturellen Faktoren erschwert das Eindämmen der Epidemie enorm. Vor allen wichtigen Geschäften und offiziellen Einrichtungen sind Behälter mit Chlorwasser zur Desinfektion aufgestellt. Die Menschen haben sich sehr schnell an die neue Situation gewöhnt. Gewöhnlich gibt man sich hier die Hand - inzwischen macht das aber schon fast niemand mehr.

Wie können Sie vor Ort helfen?

Der Schwerpunkt liegt in der Hilfe und Aufklärung der armen Bevölkerung in der Halbmillionenstadt Monrovia und auf dem Land. Ich selbst spreche auch mit den Menschen über die Situation und versuche ihnen zu verdeutlichen, dass es ernst ist und keine Lüge oder kein Scherz - wie es erst viele dachten. Außerdem teile ich mein Desinfektionsmittel, verschenke Handschuhe und Masken. Motto: "Sharing is careing". Zudem bereite ich gerade alles vor, um die von Honorarkonsul Michael Kölsch in Deutschland angeschobene Aufklärungskampagne möglichst bald hier umzusetzen.

Wie können wir in Leipzig, in Deutschland helfen?

Jede noch so kleine Spende wird im Kampf gegen Ebola gebraucht. Kindergärten, Schulen und Vereine, auch Privatpersonen können Gummihandschuhe, Masken beziehungsweise Mundschutz, Desinfektionsmittel und Geld sammeln und spenden. Im Speziellen wären Quarantäne-Zelte und vor allem Testmöglichkeiten gut - ganze Einrichtungen ebenso wie sogenannte Testkits für die Labordiagnostik. Michael Kölsch, Gründer des Vereins "Freunde Liberias", und ich werden dafür sorgen, dass die Güter in Liberia an richtiger Stelle ankommen. Die Menschen und Behörden hier freuen sich jedenfalls sehr über meine Anwesenheit, insbesondere aber auf die Hilfe aus Deutschland, auf die alle sehnsüchtig warten. Deutschland hat hier schon immer einen sehr guten Ruf.

Versuchen Sie auch selbst, sich vor einer etwaigen Ansteckung zu schützen?

Schon als Vater von zwei Kindern ist es mir natürlich sehr wichtig, gesund wieder nach Hause zu kommen. Ich desinfiziere so oft die Hände wie noch nie in meinem Leben, vermeide Körperkontakt und große Menschenmassen - so gut es eben geht.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 6. August 2014

Angelika Raulien

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