Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Circus Krone kommt mit 41 Löwen und Tigern nach Leipzig - Tierschützer kündigen Protest an
Leipzig Lokales Circus Krone kommt mit 41 Löwen und Tigern nach Leipzig - Tierschützer kündigen Protest an
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:27 19.08.2014
Das mobile Wasserbecken für die Seelöwen des Circus Krone. Quelle: Circus Krone
Anzeige
Leipzig

Dabei zeigt Europas größter Zirkus eine 180-minütige Jubiläumsshow. Neben Artistik und Clowns sind Tierdressuren ein wichtiger Teil der Aufführung. So kommen die Schausteller mit 41 Löwen und Tigern an, mit Pferden und Elefanten, mit einem Nilpferd und einem Nashorn. Tierschützer haben bereits Proteste angekündigt - doch diesmal gehen Zirkusleute und Tierlehrer in die Offensive.

[gallery:700-NR_LVZ_GALLERY_35172]

Für den Circus Krone seien Proteste der Tierrechtsgruppen längst zur Routine geworden, erklärte Sprecherin Susanne Matzenau gegenüber LVZ-Online. Obwohl Amtstierärzte dem Münchner Zirkus immer wieder eine vorbildliche Tierhaltung bescheinigen würden, reißt die Kritik nicht ab. „Den Tierrechtlern geht es nicht um Konsens.“ Diese wöllten sämtliche Tiere aus der Obhut des Menschen holen, der Zirkus-Elefant sei bloß die Speerspitze einer Kampagne, so Matzenau. „Wir lieben doch unsere Tiere, und so behandeln wir sie auch.“

Offener Brief an Oberbürgermeister Jung

Bereits im Vorfeld des Leipzig-Gastspiels sandte das Aktionsbündnis „Tiere gehören zum Circus“ einen offenen Brief an den Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD). Solche Schreiben würden routinemäßig an alle Städte versandt, in welchen der Circus Krone gastiert, hieß es seitens des Bündnisses auf Anfrage von LVZ-Online.

Die Lobby-Organisation führt detailliert aus, welche Fortschritte bei den Haltungsbedingungen insbesondere bei den Münchnern in den vergangenen Jahren erreicht wurden. So verfüge das Haus Krone zum Beispiel über zwei Elefantenzelte, damit die Tiere nur so wenig Zeit wie möglich im Anhänger zubringen müssen. In den Gehegen gebe es Beschäftigungsmöglichkeiten für die Tiere wie Sandbäder, Kratzbäume. Auch Wasserbecken für die Seelöwen gehören zur Ausstattung. Außerdem reisen zwei Tierärzte mit der Zirkuscrew.

Das Nashorn Tsabo des Circus Krone. Quelle: Circus Krone

Auch der Berufsverband der Tierlehrer weist unter Bezug auf den Circus Krone auf die Fortschritte beim Umgang mit den Tieren hin. Den Tierrechtsorganisationen wirft der Vereinsvorsitzende Claus Kröplin vor, diese würden veraltete Daten heranziehen und deren Behauptungen würden nicht zutreffen. „Da wird ideologisch statt sachlich argumentiert“, so Kröplin.

Der früherer Tierlehrer und Zirkus-Dompteur hat bei der Erstellung der Richtlinien beim Bundesverbraucherschutzministerium mitgearbeitet. „Die Reformen in den letzten zwanzig Jahren haben gegriffen“, betont er. Im Gegensatz zu privaten Tierhaltern muss ein Zirkus die Qualifikation zur Tierhaltung nachweisen. „Da gelten ganz andere Standards.“

Tierrechtler planen Proteste

:

"Artwidriges Verhalten"

Doch die Arbeit von Zirkus und Vereinen mobilisiert im Gegenzug die Tierschutz-Lobby. In einer Mitteilung, die LVZ-Online vorliegt, rufen die "Tierbefreier Leipzig" zu Protesten gegen den Circus Krone auf. Eine Kundgebung sei bislang aber noch nicht angemeldet, erklärten die Tierbefreier. Die Organisation spart nicht mit drastischer Kritik gegenüber Zirkusunternehmen, spricht gar von "Tierquälerei". „Die Tiere werden mit Zuckerbrot und Peitsche zu einem artwidrigen Verhalten gezwungen und lassen dabei die Kassen der Tierqual-Unternehmen klingeln“, kritisierte der Verein.

Die Gruppe trat bereits im Januar in Erscheinung, als sie vor dem Circus Aeros protestierte. Damals kam es zu Handgreiflichkeiten mit Zirkus-Mitarbeitern. Vier Demonstranten wurden damals leicht verletzt.

Derweil wirbt die Tierrechtsorganisation Peta bundesweit für ein Ende der Wildtierhaltung im Zirkus. Bislang sammelte der Verein über 600.000 Petitionsunterschriften. Auch Peta wirft den Unternehmen Tierquälerei vor: Die Haltungsbedingungen wären wilden Tieren nicht angemessen. Dies würde neben körperlichen Schäden auch zu Verhaltensauffälligkeiten führen.

Johannes Angermann

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Fehlende Kitaplätze, marode Schulen oder kaputte Schienen - darüber wird im Landtagswahlkampf derzeit viel debattiert. Die Kultur scheint da etwas im Abseits zu stehen.

19.05.2015

Im Streit um die von der Landesdirektion angeordnete Teilwiederholung der Stadtratswahl erhofft sich Leipzig eine baldige Entscheidung des Verwaltungsgerichtes. "Wenn wir Anfang September Klarheit hätten, ob wir wählen müssen, wäre das für uns hilfreich", sagte Wahlleiterin Ruth Schmidt gestern gegenüber der LVZ.

19.05.2015

Sommerkino, Konzerte und Fundsachenversteigerung – das Schönauer Parkfest in Leipzig-Grünau bietet ab Donnerstag ein viertägiges Programm. Am Samstag werden ab 11 Uhr Sachen aus dem Fundbüro der Stadt Leipzig versteigert.

18.08.2014
Anzeige