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Lokales City-Tunnel: Hauptbahnhof und Markt sind die Sieger-Stationen
Leipzig Lokales City-Tunnel: Hauptbahnhof und Markt sind die Sieger-Stationen
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23:59 20.05.2014

Drei Wochen lang wurden werktags von 6 bis 18 Uhr in allen vier Stationen nicht nur die Ein- und Aussteiger ermittelt, sondern auch die Fahrgäste, die in den S-Bahn-Zügen saßen. Am stärksten zum Umsteigen genutzt werden die Stationen unter dem Hauptbahnhof und dem Markt (siehe Grafik). Nicht erfasst wurden unter anderem die DHL-Pendler.

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Das Ranking der vier Leipziger Tunnelstationen gemäß der neuen Zählung vom Verkehrs- und Tiefbauamt.

Die Deutsche Bahn betont, ihre bislang kommunizierte Zahl von täglich 35 000 S-Bahn-Nutzern beziehe sich auf das gesamte mitteldeutsche S-Bahn-System, von dem Leipzigs City-Tunnel nur ein kleiner Teil ist. Im Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL), der die S-Bahn-Züge bei der Bahn bestellt, wurde gestern von 28 000 Ein-/Aus- und Umsteigern gesprochen, die täglich rund um die Uhr an den vier unterirdischen Stationen gezählt wurden. Ihre Daten seien nicht repräsentativ, aber die Zählung der Stadtverwaltung sei wohl auch nur "eine Art Momentaufnahme", heißt es dort.

Der Fahrgastverband "Pro Bahn" spricht von noch höheren Zahlen: nämlich täglich rund 46 000 Fahrgästen. Er hat seit Inbetriebnahme des neuen Netzes rund 5000 stichprobenartige Zählungen durchgeführt, die zwar ebenfalls nicht repräsentativ seien, aber hinreichend genau. "Nach unseren Zahlen dürften allein am Hauptbahnhof täglich weit über 20 000 S-Bahn-Fahrgäste ein- und aussteigen", erklärt dort Carsten Schulze. In der Station Markt seien es rund 8000. Hier gebe es in der Tat noch Entwicklungspotenzial - für den Markt seien täglich 30 000 bis 40 000 Ein- und Aussteiger prognostiziert worden.

Unter dem Wilhelm-Leuschner-Platz hat "Pro Bahn" täglich rund 8000 Ein- und Aussteiger ermittelt, unter dem Bayerischen Bahnhof zwischen 6000 und 7000. "Die Station Bayerischer Bahnhof profitiert vor allem vom Ausbildungsverkehr", erläutert Schulze. Schüler des Reclam-Gymnasiums und des Evangelischen Schulzentrums seien dort ebenso anzutreffen wie Auszubildende des Uni-Klinikums.

"An der Station MDR - die auch zum Tunnel-Projekt gehört und völlig neu entstanden ist - wurden 2500 bis 3000 Fahrgäste gezählt", so Schulze. Diese Station kranke leider daran, dass sie noch nicht richtig ins Leipziger Busnetz eingebunden ist. Auch aus seiner Sicht sind die Zahlen der Stadt eine "Momentaufnahme", die nicht repräsentativ ist. "Alle großen S-Bahn-Netze haben auch so angefangen wie wir, selbst das Münchner. Für den Start sind die Zahlen sehr gut", meint der unabhängige Fachmann. "Wenn ab Herbst alle Semestertickets für die mitteldeutsche S-Bahn gelten, kommen 30 000 neue Stammkunden hinzu."

Die Deutsche Bahn als Betreiber hat bislang noch keine konkreten Daten zum Fahrgastaufkommen veröffentlicht. Denn das automatische Zählsystem - bei dem Sensoren an den Türen aller S-Bahnen sämtliche Ein- und Ausstiege ermitteln - ist noch nicht geeicht, damit nicht voll zuverlässig. Es soll erst ab dem 1. Juli fehlerfrei funktionieren.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.05.2014

Tappert, Andreas

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