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Lokales City-Tunnel: Schweizer schulen Feuerwehr Leipzig – Bauarbeiten am Bayerischen Bahnhof
Leipzig Lokales City-Tunnel: Schweizer schulen Feuerwehr Leipzig – Bauarbeiten am Bayerischen Bahnhof
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14:40 27.11.2013
Karl-Heinz Schneider, Leiter der Branddirektion Leipzig Quelle: Wolfgang Zeyen
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Leipzig

Für die Leipziger Feuerwehr sei ein Tunnel-Szenario zwar immer noch ein „absolutes Novum“. Rund 150 Brandbekämpfer wurden aber von Fachleuten der Schweizer International Fire Academy (IFA) geschult.

Leipzig. Die Leipziger Feuerwehr sieht sich gewappnet für Einsätze im City-Tunnel. „Wir wissen jetzt, was uns erwartet“, sagte Karl-Heinz-Schneider, Leiter der Branddirektion Leipzig, am Mittwoch gegenüber LVZ-Online. Für die Leipziger Feuerwehr sei ein Tunnel-Szenario zwar immer noch ein „absolutes Novum“. Rund 150 Brandbekämpfer wurden aber von Fachleuten der Schweizer International Fire Academy (IFA) geschult.

Bei der Großübung im September war es zu Verzögerungen bei den Rettungskräften gekommen. „Wir haben das realistisch ablaufen lassen, und manches hatten wir einfach nicht einberechnet“, sagte Schneider. Vor dem Eingang zum Bayerischen Bahnhof fehlten geeignete Aufstellflächen. Die Fahrzeuge setzten in der Baustellen-Mondlandschaft auf. Der Weg zu den Rolltreppen ist mittlerweile gepflastert. Doch drum herum dauern die Arbeiten noch bis Mitte 2014, teilte die Deges als Projektsteuerer auf Anfrage mit.

„Wir bauen dort ein großes Regenrückhaltebecken“, erklärte Karl-Heinz Aukschun von der Projektleitung. Wenn das Stahlbetonbauwerk inklusive Stromversorgung und Pumpen fertig ist, werde der Platz Richtung Bayrischen Platz gepflastert. Auf der Fläche bis zum Portikus entstehen Rasenflächen, die zum Teil mit Sträuchern bepflanzt werden. Die Fahrgäste laufen bis zur Fertigstellung durch eine Schneise, die durch Bauzäune begrenzt wird.

„Mit der Leipziger Feuerwehr haben wir Regelungen für die Übergangszeit gefunden“, so Aukschun. Danach stellen sich die Fahrzeuge an der Arthur-Hoffmann-Straße auf. „Im absoluten Notfall können sie auch auf die Baustelle fahren, selbst wenn dann dort etwas beschädigt wird“, so Aukschun. Der Bauzaun bekomme eine Tür für die Rettungskräfte, und vom westlichen Notausgang werde ein Fluchtweg bis in den sicheren Bereich geleitet.

„Erst löschen, um retten zu können“

Für Brandschutzdirektor Schneider sind die Gegebenheiten in Ordnung, bestätigte er LVZ-Online. Gleichzeitig ließen sich die Leipziger Feuerwehrleute durch Experten der Schweizer IFA auf den neuesten Stand in Sachen Tunnel-Brandbekämpfung bringen. „In keinem Land gibt es so viele Tunnel“, sagt Schneider. Jeder neunte Kilometer des Schweizer Straßennetzes verläuft unterirdisch.

So konnten die Alpenländer ihren Kollegen in Leipzig ein Konzept für die konzentrierte Suche von Verletzten in verqualmten Tunnelröhren nahebringen, schilderte Schneider. In manchem Aspekt müssen die hiesigen Kräfte umdenken: Während die Rettung von Menschenleben üblicherweise Vorrang vor den Löscharbeiten hat, „müssen wir in einer Tunnelröhre erst einmal löschen, um retten zu können“, so Schneider.

Die dreitägige Übung sei bei den Leipziger Feuerwehrleuten gut angekommen. Die Brandschutzdirektion will nun Anfang 2014 Gruppenführer und Einsatzleiter zu einem weiteren Training zur IFA schicken: Dort können in gasbefeuerten Tunnel-Übungsanlagen in Balsthal und Lungern realistische Szenarien durchgespielt werden.

Im Nachgang der Großübung im Leipziger City-Tunnel wurde auch ein anderer Fehler abgestellt. Damals ging der im Tunnel ausgelöste Alarm erst acht Minuten später in der Feuerwehr-Leitstelle ein, die Retter kamen nicht wie erwartet nach zehn Minuten. Am Übungstag sei die Schaltung über die technische Brücke eines Dienstleisters schuld an der Verspätung gewesen, so Schneider. Jetzt laufe der Meldeweg wie bei 650 anderen Einrichtungen in Leipzig: „Die Leitung ist direkt in der Leitstelle aufgeschaltet.“

Evelyn ter Vehn

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