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Lokales Citytunnel Leipzig: Erster Abschnitt öffnet in knapp zwei Monaten – eigene Farbe für S-Bahn
Leipzig Lokales Citytunnel Leipzig: Erster Abschnitt öffnet in knapp zwei Monaten – eigene Farbe für S-Bahn
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22:43 26.09.2011
Der erste Abschnitt des Leipziger Citytunnels wird noch in diesem Jahr freigegeben. Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

Allerdings rollen noch keine Züge. „ Wir werden eine Verteilerebene für Fußgänger öffnen", sagte der Projektleiter. Der Tunnel verbindet über den Eingang an der Richard-Wagner-Straße, gleich hinter dem Mobilitätszentrum der Leipziger Verkehrsbetriebe, die Innestadt unterirdisch mit dem Hauptbahnhof. Passanten gelangen so zu den Bahnsteigen und Geschäften. Handwerker verlegten derzeit die Fliesen in der Verbindung. Die Freigabe ist laut Irngartinger für Ende November geplant. Kurz darauf solle der Rückbau der derzeit in der Verlängerung der Nikolaistraße bestehenden Unterführung beginnen. „Sie wird mit Beton verfüllt", berichtet Irngartinger.

Derzeit ist von der künftigen Fußgänger-Unterführung noch ein Blick hinunter zu den Gleisen der neuen Citytunnel-Bahnstation am Hauptbahnhof möglich. „Die Baustelle wird aus Sicherheitsgründen aber komplett vom Publikumsverkehr getrennt", erklärt der Deges-Mitarbeiter. Deshalb entstehe in den nächsten Wochen noch eine Trennwand aus Trockenbau.

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Innenausbauten der Stationen sind im vollen Gang

In der Tunnelstation haben inzwischen die Feinarbeiten begonnen. Am Hauptbahnhof wird der Wandbeton mit Naturstein aus der Nähe von Aschaffenburg verkleidet. Auch an den anderen Haltepunkten sind die Innenausbauten im vollen Gang. Am Haltepunkt am Markt wurden bereits die Rolltreppen montiert. Die Decken in 30 Metern Höhe erscheinen schon in einem Terrakottaton, die Wände nehmen diese Farbe später wieder auf.

Laut Irngartinger sind derzeit 70 Mann mit den Innenausbauten beschäftigt, hinzu kämen 30 Mitarbeiter mit Aufgaben im Büro. Die Ausführung liegt bei einem Dresdner Unternehmen, das sich sonst auf Gefängnisneubauten spezialisiert habe.

Fertiggestellt ist bereits das sogenannte Masse-Feder-System unter den Gleisen. Quelle: Dirk Knofe

Fertiggestellt ist bereits das sogenannte Masse-Feder-System unter den Gleisen. Es soll Gebäude vor Erschütterungen bewahren und die Lärmbelästigung für Anwohner reduzieren. „Die Gleise liegen deshab auf 2766 Lagern", erklärt DB-Projektleiter Reiner Tobian. Mit einem Bagger und einem angeschlossenen Rüttelgerät hätten die Bauleute den Ernstfall simuliert.

An der Oberfläche sei dann die Belastung gemessen worden. Je nach Bauart, ob hunderte Jahre alte Häuser oder topmoderne Betonquader, sei im Untergrund die Federung der Gleise angepasst worden. Als nächstes wird, so Tobian, die Stromschiene an der Decke des Citytunnels für die Versorgung der Züge angebracht.

Daneben arbeiten seine Leute am Sicherheitssystem im Tunnel. Löschleitungen für die Feuerwehr und Entwässerungssysteme sind schon montiert. „Später werden noch Sicherheitsübungen mit der Feuerwehr absolviert", so Tobian. Eigene Fluchtschächte seien im Citytunnel nur an einer Stele vorgesehen. Sie müssten erst bei einem Abstand von mehr als 500 Metern zwischen den Stationen errichtet werden. Das betreffe mit 650 Metern Länge nur den Abschnitt zwischen Leuschner-Platz und Bayrischem Bahnhof. „Dort haben wir einen Querschlag eingezogen", erklärt der Projektleiter. Reisende gelangten im Notfall von einer Röhre in die andere.

Arbeiten am Fahrplan der sechs S-Bahn-Linien durch den Citytunnel laufen

Obwohl es bis zum offiziellen Start des unterirdischen Bahnverkehrs in Leipzig noch bis 15. Dezember 2013 dauert, arbeitet Christian Dubiel, Projektleiter Inbetriebnahme bei der Bahn, schon am Fahrplan. „Die Züge werden hier einmal im Fünf-Minuten-Takt verkehren", berichtet er. Vorgesehen sind sechs S-Bahnlinien, die im Tunnel mit bis zu Tempo 80 unterwegs sind.

Wenn die Bauarbeiten im Citytunnel planmäßig im September 2013 abgeschlossen sind, beginnt ein Probebetrieb. „Wir simulieren dann den Verkehr von 5 bis 9 Uhr", sagt Dubiel. Allerdings solle das nachts erfolgen. Neben dem Bahnpersonal benötige die Bahn dann auch Statisten, um die Passantenströme zu testen.

Wagen der S-Bahn Mitteldeutschland bekommen eigene Farbe

Die Wagen der neuen S-Bahn Mitteldeutschland sollen an den Farben silber und grün zu erkennen sein. Quelle: Dirk Knofe

Fest steht schon jetzt, dass die Wagen der neuen S-Bahn Mitteldeutschland gleich auf Anhieb zu erkennen sein sollen. „Unser Züge werden silber mit grünen Türen sein", verrät Dubiel. Diese Farbkombination solle die gesamte Marketingkampagne für die künftigen Linien begleiten.

Das Thema Farbe beschäftigt auch Andreas Irngartinger. Einige Abschnitte des Citytunnels sind bereits jetzt mit Graffiti besprüht. „Trotz vier Meter hoher Zäune aus Nato-Draht und einem Wachschutz rund um die Uhr schaffen es die Sprayer trotzdem in den Tunnel", so der Deges-Mitarbeiter. Der Schaden sei noch gering, weil nur die nackten Betonwände besprüht wurden. Wenn erst alle Verkleidungen in den Station angebracht seien, werde der Wachschutz noch einmal verstärkt.

Matthias Roth

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