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Clara-Zetkin-Park erhält alte Namen zurück - Klinger, Wagner und Johanna kommen wieder

Clara-Zetkin-Park erhält alte Namen zurück - Klinger, Wagner und Johanna kommen wieder

Einen Clara-Zetkin-Park wird es auch in Zukunft in Leipzig geben. Das entschied der Stadtrat auf seiner Sitzung am Mittwoch. Allerdings nicht mehr als "Zentraler Kulturpark" mit allen Grünflächen, die vom Rennbahnsteg bis zur Zeppelinbrücke an das Elsterflutbett grenzen.

Leipzig. Teile des in den 1950er Jahren ins Leben gerufenen Parks führen jetzt offiziell ihre alten Bezeichnungen wieder. Clara bekommt "Gesellschaft" von Klinger, Wagner und Johanna.

Mit dem mehrheitlichen Beschluss endet eine Diskussion, die durch eine Bürgerpetition im letzten Jahr ins Rollen gekommen war. Ursprünglich forderte die Petition, den Namen "Clara-Zetkin-Park" durch den "König-Albert-Park" zu ersetzen. Nicht nur Stadtpolitiker äußerten ihren Widerstand, bei Facebook hatte sich innerhalb kurzer Zeit eine Gruppe "Deine Stimme für Clara Zetkin" gegen die Umbenennungspläne gebildet, der mehr als 2500 Mitglieder angehören.

Mit dem jetzigen Ratsvotum dürften sich die Wogen glätten, denn der Clara-Zetkin-Park behält in zentraler Lage seinen Namen. Die Erinnerung an den vormaligen Namenspatron des Parks, Albert von Sachsen, erfolge in Leipzig durch die König-Albert-Brücke über den Karl-Heine-Kanal und durch die Hauptbibliothek der Universität, die Bibliotheca Albertina, heißt es in der Verwaltungsvorlage.

Also spazieren, skaten und radeln die Leipziger auch weiter durch den Clara-Zetkin-Park entlang des Elsterflutbetts von der Klingerbrücke bis zum Rennbahnsteg und stadteinwärts bis zur Karl-Tauchnitz-Straße. An der Rennbahn liegt historisch gesehen der "Volkspark im Scheibenholz". Dieser sei aber oft als "nicht eigenständige Grünanlage sondern als Teil des Clara-Zetkin-Parks wahrgenommen" worden - und so soll es auch bleiben. Die breite Strecke vom Klingerweg bis zum Kreisverkehr am Musikviertel heißt wie gewohnt "Anton-Bruckner-Allee", keine Änderung nötig, befanden Verwaltung und Stadtrat.

Der romantische Parkteil stadteinwärts, mit seinen geschwungene Brücken, dem Teich und der Lutherkirche, heißt jetzt wieder offiziell Johanna-Park. Wer am Ufer des Elsterflutbetts nördlich der Klingerbrücke spaziert, bewegt sich zuerst durch den Klinger- dann durch den Richard-Wagner-Hain. Dahinter erstreckt sich auf der westlichen Uferseite der Palmengarten. Keine Chance hatte die Bezeichnung "Händelufer" für den Uferabschnitt am Palmengarten. Dieser Name hätte sich nie eingebürgert, hatten die Recherchen der Verwaltung ergeben.

Alle anderen Bezeichnung seien aber ohnehin im Volksmund gebräuchlich. Da sich außerdem mit der Namensgebung auch Leipziger Geschichte verbinde, sei es einfacher und zur Orientierung besser, die einzelnen Anlagen auch offiziell wieder einzeln zu benennen.

Kulturpark galt 1954 als "Projekt des Nationalen Aufbauwerks"

1954 fassten die damaligen Stadtverordneten den Beschluss, mehrere historische Parkanlagen wie den Johannapark, den Palmengarten, den Volkspark Scheibenholz sowie den Albertpark unter dem Namen der Politikerin zu vereinigen. Der Albertpark war übrigens schon 1955 zum Clara-Zetkin-Park umbenannt worden. Die Idee, in einigen Städten der DDR Kulturparks anzulegen, kam aus der Sowjetunion. Die Bildung des „Zentralen Kulturparks Klara Zetkin“ in Leipzig, wie er zunächst heißen sollte, wurde als Projekt des Nationalen Aufbauwerks beschlossen.

 Am 8. Januar 1955 begannen die Bauarbeiten für den ersten Abschnitt des künftigen Kulturparks. Finanziert wurde das auch mit Hilfe der Löwen-Lotterie-Lose sowie der Arbeit unzähliger Leipziger, die zu Schaufel und Hacke griffen sowie Bäume pflanzten. Mit einem großen Volksfest wurde der Park dann am 30. April und 1. Mai eröffnet. 

lyn/ M.O.

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