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Lokales Cocktails statt Schlachteplatte: Historische Fleischerei im Waldstraßenviertel wiedereröffnet
Leipzig Lokales Cocktails statt Schlachteplatte: Historische Fleischerei im Waldstraßenviertel wiedereröffnet
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15:07 23.07.2012
Statt Wurstwaren bieten Jana Hiersemann und Roland Keimel in der "Fleischerei" auf der Jahnallee nun Törtchen und Café an. Quelle: Regina Katzer
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Leipzig

Wer bei Zeymers einkaufte, bewunderte auch handgefertigte Kacheln aus der Gründerzeit, eine farbenfrohe Deckenbemalung aus dem frühen 20. Jahrhundert und gusseiserne Schlachtviecher im Kleinformat. Im vergangenen Jahr musste die Fleischerei trotzdem schließen und mit ihr auch das historische Ambiente. Seit wenigen Tagen steht die Tür unter dem markanten Schriftzug „Fleischerei“ nun allerdings wieder offen.

Anstatt der gehobenen Schlachteplatte gibt es im Laden nun Kuchen, Canapés und Cocktails. Die beiden Leipziger Jana Hiersemann und Roland Keimel haben ihn zum Café umfunktioniert. Für das Duo ist es das zweite Geschäft dieser Art in der Messestadt, seit drei Jahren betreiben sie bereits das Szenelokal „Hotel Seeblick“ in der Südvorstadt. „Wir sind beide schon tausendmal hier vorbeigegangen und als ich dann sah, dass die Fleischerei leer stand – na, da überlegt man doch nicht lange“, erzählt Hiersemann.

Leipzig. Mehr als 100 Jahre lang gab es in der Jahnallee 23 nicht nur gute Wurst. Die „Fleischerei Zeymer“ residierte hier über drei Generationen hinweg in bemerkenswertem Ambiente - mit Kacheln aus der Gründerzeit und farbenfroher Deckenbemalung. Im vergangenen Jahr musste die Fleischerei trotzdem schließen. Seit wenigen Tagen steht die Tür zum Laden aber wieder offen.

Die erste Begegnung mit den historischen Räumen fand im Januar statt und offenbarte so manche Überraschung. „Wir fanden viele Dinge, die wir anfangs gar nicht zuordnen konnten“, sagt Keimel und fügt an: „Im Keller gibt es zum Beispiel ein großes, gemauertes Becken. Da hat man früher wohl das Eis für das Fleisch gelagert.“ Auch eine Knochensäge steht heute noch im Untergeschoss, eine Räucherkammer und ein großer Brühkessel ebenso. Den Besuchern des Cafés bleibt das mechanische Metzger-Allerlei bisher eher verborgen, mit einer Ausnahme: „Im hinteren Teil unseres Ladens steht noch ein eingemauerter Fleischwolf“, sagt Keimel.

Bei der Umgestaltung der Räume zum Café gingen Hiersemann und Keimel mit Bedacht vor. „Wie wollten unbedingt so viel wie möglich lassen, damit man noch erkennt, was es einmal war“, erklärte die Neuinhaberin. Kacheln, Deckenbemalung, Fleischerhaken und gusseiserne Schweinskopf-Applikationen blieben im Originalzustand. Bei den notwendigen restlichen Umbauten half ein befreundeter Künstler. „Michael Grzesiak, früher Leiter der Galerie B2, hat uns den Tresen, ein Podest sowie eine Bank gebaut und sich dabei am Kachelthema im Laden und an der Architektur der 1950er und 1960er Jahre orientiert“, erzählt Hiersemann stolz.

Im Gesamtbild der „Fleischerei“ harmonieren die Designs aus drei Jahrhunderten ausgezeichnet und locken schon jetzt auch wieder Schaulustige an. „Direkt nach der Eröffnung kam eine Touristengruppe auf ihrem Rundgang durchs Waldstraßenviertel herein. Die Reiseführerin wollte unsere Decke eigentlich nur von Außen zeigen und war überrascht, dass der Laden jetzt wieder geöffnet hat“, erzählt Hiersemann. Neben dem Ambiente wollen die beiden Café-Betreiber ihr Publikum vor allem mit hochwertigen Speisen und einer gut sortierten Getränkeauswahl gewinnen. Das wechselnde Tagesangebot reicht je nach Karte von Giotto-Nuss-Muffins mit weißer Schokoladencrème über Quiche mit Süßkartoffeln und Ziegenkäse bis hin zu exquisitem polnischen Wodka der Marke Luksusowa.

Internet: Facebook-Portal

Matthias Puppe

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