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Lokales Comeback für Völkerschlacht-Panorama: Yadegar Asisi ist von der Idee begeistert
Leipzig Lokales Comeback für Völkerschlacht-Panorama: Yadegar Asisi ist von der Idee begeistert
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00:18 01.01.2018
Yadegar Asisis 360-Grad-Panorama „Leipzig 1813 - in den Wirren der Völkerschlacht" – im Stadtrat wird diskutiert, es auf der Alten Messe zu reaktivieren. Quelle: Foto: Volkmar Heinz
Leipzig

Er ist stolz, dass die Leipziger sein Völkerschlacht-Panorama „Leipzig 1813“ nicht vergessen haben. „Ich bin berührt und fühle mich geehrt, dass es so eine Nachhall-Wirkung meines Bildes gibt“, sagt Yadegar Asisi gegenüber der LVZ und betont, dass die Initiative dazu keineswegs von ihm ausgeht. Die haben die Grünen im Stadtrat gestartet, die das Panorama dauerhaft für Leipzig erhalten wollen. Doch das Völkerschlacht-Panorama musste einst anderen Themen wie „Great Barrier Reef“ weichen. Momentan wird im Panometer in der Richard-Lehmann-Straße die aktuelle Ausstellung „Titanic – vom Aufstieg und Fall des Titanen“ gezeigt.

Die Stadt sah 2014 keine Möglichkeit, eine dauerhafte Lösung für das Völkerschlachtbild zu finden und zeigte sich – freundlich ausgedrückt – auch nicht gerade interessiert. „Darüber habe ich mich damals sehr gewundert, weil ich immer dachte, dieses Bild gehört einfach hierher“, gibt der Künstler unumwunden zu. Nun ein neuer Vorschlag der Grünen: die Errichtung einer Rotunde in der Nähe des Völkerschlachtdenkmals (die LVZ berichtete). Offenbar ist für so eine „Kunst-Skulptur“ in der Straße des 18. Oktobers auf der Alten Messe ein Grundstück gefunden worden – zwischen Baumallee bis hin zur Brücke zum Park inklusive des Plateaus an der Messeallee. Natürlich: Leipzig soll nicht selbst bauen, könnte aber einem potenziellen Investor den Weg ebnen. „Da steckt viel Arbeit drin, um den Vorschlag zu realisieren. Details kenne ich noch gar nicht“, bekennt Asisi. Allerdings: Der Stadtrat muss die Grünen-Initiative noch absegnen. Stimmt der zu, könnte die Stadt per Gesellschafterweisung auf die stadteigene LESG einwirken, mit der Asisi Panorama GmbH oder einem Investor über die Rotunde zu verhandeln. Asisi selbst bekennt aber, mit seiner Firma so einen Kraftakt nicht noch einmal stemmen zu können, sondern sich voll auf seine künstlerische Arbeit zu konzentrieren. Leipzig hat er viel zu verdanken. „Dass die Menschen damals mein Everest-Projekt so gestürmt haben, ist der einzige Grund, dass ich überhaupt weitermachen konnte.“ Wenn viele Menschen an einem Strang ziehen und so ein Projekt wollen, finde sich aber ein Investor für so ein Millionen-Projekt. Wie in anderen Städten. Besonders angetan ist er, dass Leipzig in die Kommunikation eintritt, dass das Völkerschlacht-Panorama Bestandteil „unserer Stadt“ werden soll.

Doch kann er das Völkerschlacht-Bild überhaupt reaktivieren? Die alte Ausführung wurde wohl größtenteils geschreddert. Nur einen kleinen Teil des Bildes gibt es noch – denn auch Schreddern kostet Geld. Es existiert natürlich in den Vorlagen und Computerdateien des Künstlers weiter. Also könnte er es wieder drucken lassen? „So einfach ist das nicht. Ich überarbeite es natürlich, merke immer wieder, wenn ich es betrachte, dass ich etwas verändern muss“, so der Künstler. Ähnlich sei es in Berlin, wo mit der Stiftung Preußischer Kulturbesitz sein Pergamon-Bild eine Wiedergeburt erlebt. Dafür hat er nun einen Zehnjahres-Vertrag. Ideen hat er genug. „Wenn ich noch ein paar Jahre leben und arbeiten kann, werden Sie noch einige Überraschungen erleben.“ Nächstes Projekt in Leipzig wird „Ein Paradies auf Erden – Carolas Garten“, für das er im Sommer in Miltitz Skizzen anfertigte. Das Besondere: Wie auf dem Stempel inmitten eines Blütenkelchs soll der Betrachter – aus Sicht einer Biene – die Szenerie wahrnehmen. Ob die neue Attraktion im Panometer im Spätsommer 2018 öffnen wird, lässt er allerdings offen. „Der Aufwand ist riesengroß. Ich habe das Bild im Kopf, die Machart ist aber diesmal sehr kompliziert.“ Dabei werde neue Technik für die Makrofotografie getestet. So habe es allein fünf Wochen gedauert, bis eine Kamillenblüte aufgenommen werden konnte.

Asisi blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück, konnte ein neues Panorama in Hannover eröffnen. Dort wird mit „Amazonien – Faszination Regenwald“ ein Thema aufgerufen, das auch in Leipzig erfolgreich war. Publikumsmagnet ist sein Projekt „Luther 1517“ in Wittenberg. „Ich staune selbst, sitze im Atelier und entwerfe etwas, was die Leute auch sehen möchten. So richtig daran gewöhnen kann ich mich nicht. Es freut mich aber und ich möchte weitermachen, solange ich darf.“ Zufrieden ist er auch mit dem Zuspruch für die Titanic-Ausstellung in Leipzig. „Ich hoffe, dass wir da die 300 000-Besucher-Marke ankratzen werden.“

Von Mathias Orbeck

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