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Lokales Countdown für den Neubau der Plagwitzer Brücke läuft
Leipzig Lokales Countdown für den Neubau der Plagwitzer Brücke läuft
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08:41 23.03.2017
Neuralgischer Punkt: Die Plagwitzer Brücke verbindet die Karl-Heine-Straße mitder Käthe-Kollwitz-Straße und ist im Leipziger Hauptstraßennetz eine wichtige Verbindung.  Quelle: Grafik: Patrick Moye
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Leipzig

 Die Arbeiten sind notwendig, weil das Bauwerk 1961 als dreifeldrige „Dauerbehelfsbrücke“ auf vorhandenen Widerlagern und Pfeilern errichtet wurde, die inzwischen verschlissen sind. Auch im Überbau weisen viele Längs- und Querfugen konstruktive Mängel auf und seien mit Fugenmaterialien von geringer Qualität abgedichtet, durch die Oberflächenwasser eindringt, heißt es im städtischen Verkehrs- und Tiefbauamt. Dies habe inzwischen zu großen Schäden an der Stahlbetonplatte und dem Stahltragwerk geführt. „Der Beton der Platte ist an vielen Stellen gerissen und abgeplatzt“, schildert Experte Klaus Barthel. „Die hohl- beziehungsweise freiliegende Bewehrung ist angerostet. Besonders im Bereich der undichten Querfugen sind die Endquerträger und Lager stark korrodiert. Auch im Straßenbelag gibt es Risse.“ Wegen der geringen Dicke der Betonplatte gebe es auch zu starke Schwingungen, wenn Laster oder Straßenbahnen die Konstruktion überqueren.

Die Experten gehen davon aus, dass in den Widerlagern und Pfeilern der vorhandene Fugenmörtel zu erheblichen Teilen ausgewaschen ist. Im Mauerwerk seien bereits große Hohlräume zu sehen, heißt es. Deshalb könnten die Unterbauten auch nicht weiter verwendet werden, sondern müssten mit den übrigen Teilen der angegriffenen Konstruktion abgebrochen werden. Wegen der vorhandenen Schäden wurde die Geschwindigkeit auf der Brücke bereits auf 30 Stundenkilometer reduziert.

Die neue Brücke soll als sogenanntes Einfeldbauwerk ausgeführt werden, weil so die vorhandenen Pfeiler entfallen und für die Weiße Elster die größtmögliche Durchflussbreite entsteht. Die jetzige Bootsprofilbreite von 11,30 Meter sowie die lichte Höhe von 1,90 Meter würden vom Neubau eingehalten, heißt es im Verkehrs- und Tiefbauamt. Der neue Überbau werde aus geschweißten Stahlprofilen und einer Fahrbahnplatte aus Stahlbeton bestehen, eine lichte Weite von rund 38 Meter haben und eine Gesamtbreite von 22,21 Meter besitzen.

Auf der Brücke entstehen zu beiden Seiten drei Meter breite Geh- und Radwege. Außerdem wird eine 3,50 Meter breite stadtauswärtige Geradeaus-Fahrspur mit Gleis angelegt, ebenso eine 3,50 Meter breite Linksabbiege-Fahrspur in Richtung Nonnenstraße sowie eine 5,36 Meter breite stadteinwärtige Fahrspur mit Gleis.

Zum Projekt gehört ein behindertengerechter Ausbau der Haltestelle Nonnenstraße, die in stadtauswärtiger Richtung auf der Brücke angeordnet wird. Geplant sind auch ein unmittelbar an das Baufeld anschließender Straßenbau in der Karl-Heine-Straße sowie Veränderungen an den Ampeln Klingerweg und Ferdinand-Lassalle-Straße.

Der Autoverkehr wird in der Bauzeit großräumig umgeleitet. Stadtein- und stadtauswärts soll es über den Straßenzug Schleußiger Weg – Rödelstraße – Antonienstraße gehen. Lediglich der Quell- und Zielverkehr in und aus Richtung Schleußig und Plagwitz werde über den Klingerweg geführt, heißt es im Amt. Die großräumige Umleitungsführung beginnt von Westen kommend in der Karl-Heine-Straße an der Gießerstraße beziehungsweise an der Erich-Zeigner-Allee; von Osten kommend in der Käthe-Kollwitz-Straße/Höhe Marschnerstraße. Die Straßenbahn der Linie 14 wird über Felsenkeller, Straßenbahnhof Angerbrücke und Jahnallee umgeleitet. Der Bootsverkehr auf der Weißen Elster muss nur kurzzeitig gesperrt werden. Das Bauende ist für den
20. Dezember 2018 avisiert.

Von Andreas Tappert

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