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Lokales Czermaks Garten erhält Wohnhäuser – Leipziger Ostvorstadt wird 2016 zum Bau-Hotspot
Leipzig Lokales Czermaks Garten erhält Wohnhäuser – Leipziger Ostvorstadt wird 2016 zum Bau-Hotspot
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00:29 11.12.2015
Das moderne Wohnensemble am Czermaks Garten wird bis zur Büttnerstraße (links hinten) reichen. Scannen Sie dieses Bild und sehen Sie alte Ansichten von Thiemes Hof. Quelle: S&P
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Leipzig

Auf der einstmals teuersten Wiese von Leipzig sind soeben Bagger angerückt. Passanten an der Büttner- und Querstraße registrieren mit Staunen, dass dort das Abbruchunternehmen Kafril Baufreiheit für ein neues Wohnensemble schafft. Erst in der vergangenen Woche hatte die Stadt die Baugenehmigung dafür erteilt, berichtet Steffen Voigt, Projektleiter beim Investor LE Quartier 3 GmbH. „Wir freuen uns sehr, hier besonders nachhaltige Häuser für 98 Familien errichten zu können. So zentrumsnah ist das schon etwas außergewöhnlich.“ Zugleich werde damit ein städtebaulicher Missstand geheilt.

Erst vor zwei Jahren begann das Leipziger Büro S&P Sahlmann Ingenieure und Architekten, sich für die Brachfläche zu interessieren. „Wir merkten schnell, welchen hohen Stellenwert der Czermaks Garten und das ganze Gebiet ringsum für die Stadtentwicklung hat“, erinnert sich Architekt Felix Reuschel. In Abstimmung mit dem Rathaus sei ein Konzept für ein familienfreundliches Wohnquartier mit viel Grün und einem geschlossenen Hof entstanden. „Damit die Mieter im Hof wunderbare Ruhe genießen und die Kinder gefahrlos spielen können, docken wir unmittelbar an das historische Hofmeister-Haus in der Büttnerstraße 10 an.“ Wie berichtet, soll auch dieses bisherige Bürogebäude – übrigens zugleich Ort der Gründung des Deutschen Fußballbundes (DFB) im Januar des Jahres 1900 – zeitnah in ein Wohnhaus umgewandelt werden.

98 Wohnungen sind in dem neuen Ensemble am Czermaks Garten geplant, fährt Reuschel fort. „Das ganze Baufeld wird mit einer eingeschossigen Tiefgarage unterkellert.“ Über fünf Treppenhäuser mit je einem Fahrstuhl gelangen die Mieter in die fünf oberirdischen Etagen, teils gebe es noch ein Staffelgeschoss auf dem Dach. Projektleiter Voigt vom Investor ergänzt: „Wir bringen die historischen Baufluchten bis vor zur Ecke Büttnerstraße wieder zurück.“ An dieser verkehrsreichen Kreuzung seien fünf Gewerbeeinheiten mit kleinen Läden vorgesehen. Als Referenz an den verschwundenen Thiemes Hof erfolge in der Querstraße ein Einschnitt – so dass dort am neuen Ensemble ein kleiner Vorhof bleibt. „Der Stadt kann ich für die unbürokratische Zusammenarbeit im Genehmigungsverfahren nur danken.“

Laut Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos) zeichnet sich das Projekt durch „eine hohe städtebauliche und architektonische Qualität“ aus. Sie sagt: „Die Standortwahl zeigt zudem, dass die Ostvorstadt sehr an Attraktivität gewonnen hat.“ Das belegten auch weitere Pläne der kommunalen Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft am Wintergartenhochhaus sowie Vorhaben privater Bauherren am Hauptbahnhof und auf dem Krystallpalast-Areal, die alle 2016 beginnen sollen und die Ostvorstand in einen Bau-Hotspot verwandeln werden.

Von Jens Rometsch

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