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DAK-Report: Leipziger sind die gesündesten Sachsen

DAK-Report: Leipziger sind die gesündesten Sachsen

Demnach hatte Leipzig im Vorjahr mit 3,7 Prozent den niedrigsten Krankenstand im Freistaat (wo er im Schnitt bei 4,2 Prozent lag). Damit waren an jedem Tag des Jahres von 1000 DAK-versicherten Arbeitnehmern an der Pleiße 37 außer Gefecht.

Den höchsten Krankenstand in Sachsen wies indes mit 4,8 Prozent der Landkreis Bautzen auf.

Laut Report nahmen die Ausfalltage vor allem bei einigen Diagnosen im Vergleich zum Jahr davor ab. So gab es beispielsweise viel weniger Vergiftungen, Verletzungen und Beschwerden übers Verdauungssystem. Hauptsächlich machten die Messestädter allerdings erneut wegen Muskel-Skelett-Leiden wie Rückenschmerzen "Kasse". Auch wegen Herz-Kreislauf-Problemen wie Bluthochdruck und Schlaganfall wurden laut Report auffällig mehr Menschen krankgeschrieben als noch 2011. Und ebenfalls weiter auf dem Vormarsch: psychische Erkrankungen wie Depressionen und Angstzustände. Eine Ursache dafür sehen in die Studie einbezogene Ärzte in Arbeitsverdichtung, Konkurrenzdruck und langen Arbeitszeiten. Aus ihrer Sicht gibt es für nicht so leistungsfähige Mitarbeiter immer weniger Platz in der Arbeitswelt. Ferner führe aber auch fehlender sozialer Rückhalt außerhalb des Jobs zu mangelnder Widerstandsfähigkeit gegenüber seelischen Beschwerden. In dem Zusammenhang hat sich die DAK 2013 mit einer Aufklärungskampagne über die Auswirkungen von Stress im Job einen Schwerpunkt gesetzt: Eine aktuelle Langzeitanalyse für die Region zeige, dass in den vergangenen zwölf Jahren die Fehltage bei psychischen Erkrankungen überproportional um 121 Prozent gestiegen sind. Zum Vergleich: Bundesweit betrug der Anstieg 85 Prozent. Nach Einschätzung von Fachleuten sei dies vor allem so, weil Betroffene und Ärzte inzwischen anders mit seelischen Leiden umgehen. "Viele Arbeitnehmer werden heute mit einem psychischen Problem krankgeschrieben, während sie früher etwa eher mit der Diagnose chronische Rückenschmerzen ,mal aus dem Rennen genommen wurden'", weiß Weber. Noch vor zehn Jahren etwa habe auch das Burnout bei Krankschreibungen kaum eine Rolle gespielt. Und die aktuelle Diskussion über steigende Fallzahlen in jüngster Zeit müsse auch relativiert werden. So trete bei Fehltagen zum Beispiel die Diagnose Depression viel häufiger auf.

Im vergangenen Jahr hätten die Ärzte in Sachsen nur bei etwa jedem 580. Mann und jeder 310. Frau ein "Ausbrennen" auf dem Krankenschein vermerkt. "Burnout ist offensichtlich kein Massenphänomen", betont Weber. "Es ist eine Art Risikozustand und keine Krankheit." Der Begriff sei aber nicht zuletzt durch viele Medienberichte positiver besetzt und sozial akzeptierter als eine Depression.

Wie dem auch sei: "Der niedrige Krankenstand in Leipzig ist ein gutes Signal", meint Leipzigs DAK-Chefin. Damit sich die Entwicklung positiv fortsetzt, seien nicht zuletzt Arbeitnehmer und Betriebe gefragt. Durch ein gezieltes Gesundheitsmanagement könnten Unternehmen selbst dazu beitragen, dass der Krankenstand sinkt. Ansätze würden zum Beispiel die Themen Ernährung, Entspannung und Bewegung bieten. Ein Feld, wozu Kassen wie die ihre auch beraten, so Weber.

Laut DAK-Studie sind berufliche Telefonate außerhalb der Arbeitszeit sehr viel weniger verbreitet, als die öffentliche Debatte vermuten lässt. In Sachsen geben immerhin rund 30 Prozent der Beschäftigten an, dass sie noch nie außerhalb der Arbeitszeit von Kollegen angerufen wurden oder nach Feierabend E-Mails bekamen. "Allerdings steigt mit dem Ausmaß an Erreichbarkeit auch das Risiko, an einer psychischen Störung zu erkranken. Jeder vierte Beschäftigte, der ständig erreichbar ist, leidet unter einer Depression", sagt Leipzigs DAK-Chefin Annett Weber. Und obwohl psychische Erkrankungen oft zu sehr langen Ausfallzeiten führten, sei die Diagnose aus Sicht der Beschäftigten in vielen Unternehmen weiterhin eine Art Stigma. Ein Vergleich der DAK-Gesundheitsreporte 2004 und 2012 zeige, dass aktuell das Verständnis von Mitarbeitern und Kollegen eher pessimistischer eingeschätzt wird. "Fast jeder zweite Arbeitnehmer der Region würde da heute möglichst keinem sagen, dass er psychisch erkrankt ist", so Weber.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 19.08.2013

Angelika Raulien

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