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Lokales DGU-Chef Hakenberg: „PSA ist einer der besten Tumormarker“
Leipzig Lokales DGU-Chef Hakenberg: „PSA ist einer der besten Tumormarker“
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19:56 29.09.2016
Urologen der Leipziger Uni-Klinik setzen bei Operation auch das „da Vinci“-Robotersystem ein. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Beim derzeit in Leipzig stattfindenden Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) haben Experten den PSA-Test zur Früherkennung von Prostatakrebs verteidigt. PSA sei „einer der besten Tumormarker, die es überhaupt gibt“, erklärte DGU-Generalsekretär Professor Oliver Hakenberg auf der Konferenz, die bis zum Sonnabend 7000 Fachleute auf der Neuen Messe vereint. Hakenberg, der an der Universitätsmedizin in Rostock arbeitet, kritisierte die Kostenträger der gesetzlichen Krankenversicherung. Aus „durchaus vordergründigen Motiven“ würden diese den PSA-Test „schlechtreden“. Die Kontroverse hatte bereits im Juli an Schärfe zugenommen, als der medizinische Dienst des Spitzenverbandes der Krankenkassen im sogenannten Igel-Monitoring die Frühdiagnostik per PSA tendenziell negativ beurteilte.

Ursächlicher Auslöser für die Zweifel an der Sinnhaftigkeit des Tests war eine US-Studie, die 2009 publiziert wurde. Doch sie hielt nun einer Überprüfung nicht stand. Eine 2016 veröffentlichte Referenzuntersuchung deckte Fälschungen in der gegen den Test sprechenden Datenerhebung von 2009 auf. Das PSA-Screening sei zu unrecht „in den Boden gerammt worden“, meinte DGU-Präsident Professor Kurt Miller von der Berliner Charité.

. Der Urologe stellt dem Patienten dabei nach der Erstdiagnose einen individuellen Zugangscode sowie klinische Angaben zur Verfügung. Der Betroffene beteiligt sich dann interaktiv mit subjektiven Informationen und lernt Vor- und Nachteile einzelner Behandlungsoptionen kennen. Mehr als 300 Nutzer habe es von Juni bis August bereits gegeben, „die Zugriffszahlen steigen kontinuierlich“, erklärte Privatdozent Huber.

Unter dem Motto „Qualität versus Ökonomie“ deckt der von einer Industrieausstellung begleitete Kongress alle Kernbereiche der Urologie ab, wartet mit gesundheitspolitischen Diskursen auf und informiert über Innovationen wie
die roboterassistierte Lebendnieren-Transplantation. Professor Paolo Fornara vom Uni-Klinikum in Halle gehört da zu den Pionieren in Deutschland. Organ-Entnahme und -Transplantation erfolgen minimalinvasiv. Dadurch, so Fornara, sinke die chirurgische Belastung für Spender und Empfänger. Thematisiert wurden gestern auch die noch bestehenden Defizite bei der urologischen Versorgung von Menschen in Alten- und Pflegeheimen und bei der häuslichen Pflege.

Verliehen wurde der mit 2500 Euro dotierte „Medienpreis Urologie“. Die Ehrung ging an Franziska Lehnert vom Magazin Focus für den Artikel „Observieren oder operieren“.

Von Mario Beck

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