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Lokales DHL: Neben Berliner Brücke wächst neue Paket-Station
Leipzig Lokales DHL: Neben Berliner Brücke wächst neue Paket-Station
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00:37 09.04.2018
So soll der künftige Gewerbepark an der Berliner Brücke einmal aussehen. Quelle: Grafik: Gewerbepark Berliner Brücke
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Leipzig

Im Gewerbepark Berliner Brücke hat der Bau einer 6000 Quadratmeter großen Halle begonnen, die eine mechanisierte Zustellbasis des Logistikriesen DHL aufnehmen wird. Von dort aus will die Deutsche Post DHL Group in Zukunft ihre Paketauslieferung für das gesamte Stadtgebiet und Gemeinden in der Umgebung abwickeln.

Alles im Autobahnring gehört zum Zustellbereich

„Der Zustellbereich umfasst das ganze Territorium innerhalb des Autobahnringes“, erklärt Christoph Fecke. Er ist Geschäftsführender Gesellschafter der Betreiberfirma des Gewerbeparks aus Rosenheim, die schon etliche Millionen Euro auf dem knapp zwölf Hektar großen Areal in Mockau-Süd investiert hat.

Die neue Halle soll im vierten Quartal 2018 übergeben werden, erläutert Fecke weiter. Der Logistikriese plane, dort vom Start weg auch Elektro-Transporter einzusetzen. Dies bestätigt DHL-Sprecherin Tina Birke. Ziel des Konzerns sei, bis zum Jahr 2025 die Zustellung und Abholung von Paketen zu 70 Prozent mit emissionsfreien Fahrzeugen zu bewerkstelligen.

E-Transporter fahren schon

In Sachsen seien zum Beispiel schon in Delitzsch, Dresden, Glauchau, Hartha, Schkeuditz sowie in Zwickau E-Transporter im Einsatz. Gleiches sei für die neue Zustellbasis in Leipzig vorgesehen. Nur die genaue Anzahl für die Startphase an der Berliner Brücke stehe noch nicht fest.

Klar sei jedoch, dass die citynahe Zustellbasis logistisch an das Paketzen-trum in Radefeld angebunden wird. Sie soll helfen, die steigenden Transportmengen durch den Internet-Versandhandel zu bewältigen. 2017 nahm DHL schon ähnliche Anlagen in Dresden und Chemnitz in Betrieb. In Dresden starten dort mittlerweile auch 25 E-Transporter des Typs „Work L“, die 80 Kilometer weit fahren können, acht Kubikmeter Laderaum bieten und über Nacht mit Ökostrom aufgeladen werden. Hinzu kommen etliche Elektro-Fahrräder und E-Trikes (Dreiräder) für die Zusteller.

Dubrau sieht Chance für weniger Schadstoffe

Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos) begrüßt das Vorhaben als zukunftsweisend für den Wirtschaftsverkehr. „Eine innerstädtische Paket-Zustellbasis bedeutet mehr Service für die Einwohner, mehr Flexibilität für DHL gerade in den Stoßzeiten wie vor Weihnachten, zugleich aber insgesamt weniger Fahrten und weniger Schadstoffe in der Luft“, lobt sie. DHL sei der Vorreiter in Sachen Elektromobilität im Lieferverkehr und zeige, was möglich ist. „Nach dem jüngst eröffneten Fernbus-Terminal am Hauptbahnhof geht Leipzig damit wieder ein Stück voran, um den Verkehr trotz des starken Einwohner- und Wirtschaftswachstums vernünftig und ökologisch zu gestalten.“

Die Zustellbasis wird über 72 Rampen für Lieferfahrzeuge verfügen. Anders als bei älteren Standorten werden die Pakete dann nicht mehr von Hand sortiert, sondern komplett automatisch gescannt, zugeordnet und über ein Förderbandsystem zum richtigen Fahrzeug gebracht. Dort muss sie der Paketzusteller nur noch in den Transporter laden, was Zeit spart und schwere körperliche Arbeit verringert. Etwa 100 Arbeitsplätze dürften in der Halle entstehen, so André Jaschke vom Leipziger Projektentwickler Enersyngy. Durch effizientere Abläufe werde es für DHL auch einfacher, Pakete auf Kundenwunsch in engen Zeitfenstern oder nach 20 Uhr zu liefern.

Bald 500 Jobs auf dem Areal

Bis Herbst 2018 entstehe im Gewerbepark Berliner Brücke eine weitere Zufahrtsstraße. Sie führt von der Rackwitzer Straße bis zum DHL-Standort. Eine direkte Verbindung zu der anderen Erschließungstrasse, die 2016 von Norden her (ab der Volbedingstraße) angelegt wurde und inzwischen Wollkämmereistraße heißt, wird es nicht geben, um privaten PKW-Verkehr über das Areal zu vermeiden, erläutert Jaschke. „Durch eine gelungene kooperative Entwicklung – gemeinsam mit der Stadt – konnte das Genehmigungsverfahren beschleunigt und jetzt zügig Baurecht geschaffen werden“, sagt er. Lohn dafür seien bald nahezu 500 Jobs auf dem Areal.

Wie berichtet, hatte die Betreiberfirma bereits mehrere neue Mieter angesiedelt, nachdem sie die Flächen der historischen Wollkämmerei im Jahr 2014 von der Treuhandnachfolgerin TLG Immobilien übernahm. So befinden sich im nördlichen Teil nun ein Fitnessstudio der Kette FitX, der Reifenhandel und Autoservice TyreXpert, ein Neubau der Maler-Einkaufsgenossenschaft (Mega) sowie der Baustoffhändler Wego.

Auch Großhandel für Handwerker entsteht

An der Ostseite der Wollkämmereistraße starte zudem Ende April der Bau eines weiteren Gebäudes mit über 1200 Quadratmetern Grundfläche, berichtet Projektleiter Reinhard Beckmann. Dort ziehe – ebenfalls im vierten Quartal 2018 – der Handelshof Leipzig ein. Dieser Großhandel für Handwerker aus den Bereichen Heizung, Sanitär und Stahl gehört zu einer Unternehmensgruppe aus Bitterfeld. Sie ist schon seit 2013 mit einem Fachmarkt in Markkleeberg vertreten.

Vier Hektar in verschiedenen Grundstücksgrößen sind in dem Gewerbepark neben Leipzigs größter Autobrücke noch frei, so Gesellschafter Fecke. „Wir verkaufen aber generell keine Flächen, sondern entwickeln und bauen alles selbst, um langfristig zu vermieten.“ Eventuell sollen in diesem Sinne gleich neben der Brücke noch zwei Bürohäuser hinzukommen. „Wir haben die Straßenbahn, Busse und eine S-Bahn-Station vor der Haustür. Besser kann die Verkehrsanbindung nicht sein.“

Von Jens Rometsch

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