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Lokales Happy-End nach Paketdrama: Leipziger wartet wochenlang auf DPD-Lieferung
Leipzig Lokales Happy-End nach Paketdrama: Leipziger wartet wochenlang auf DPD-Lieferung
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13:34 07.12.2018
Vor Weihnachten bestellen die Menschen besonders viel. (Symbolbild) Quelle: Patrick Pleul/dpa
Leipzig

Eigentlich wollte Thomas Hofmann seiner neunjährigen Tochter zu Nikolaus eine Freude machen. Der 40-jährige Leipziger bestellte ihr ein Geschenk in Spanien. Eigentlich rechtzeitig, nämlich am 20. November. Drei Tage später kam die Überraschung in Leipzig an – Hofmanns Tochter konnte sie am Morgen des Nikolaustags trotzdem noch nicht auspacken. Denn das Paket wurde vom Zusteller DPD nicht wie gewünscht an den DPD-Pickup-Service, einen Laden in der Georg-Schwarz-Straße 141 in Leipzig, geliefert. Stattdessen liegt es seit dem 23. November im DPD-Depot in Krostitz.

Mehrfach rief Hofmann beim Zusteller an. „Dort wurde ich immer vertröstet, mir wurde gesagt, es werde bald zugestellt, und es gebe zu wenig Fahrer“, sagt er gegenüber LVZ.de. Dass das Personal knapp sei und man deswegen mal ein paar Tage länger auf sein Paket warten müsse, das könne er ja auch verstehen, meint Hofmann. Aber nicht, dass ein Paket länger als anderthalb Wochen im Depot liegt.

Täglich sieht Hartmann Zustellfahrzeuge

Am Mittwoch, einen Tag vor Nikolaus, fuhr der 40-Jährige dann kurzerhand selbst zum Depot, hoffte, dort seine Lieferung abholen zu können, um doch noch rechtzeitig seine Tochter überraschen zu können. „Dort wurde ich wieder vertröstet. Die Nachtschicht werde sich dann kümmern und das Paket werde noch rechtzeitig zugestellt“, so der Leipziger. Doch auch am Nikolaustag wurde das Paket nicht zugestellt. Was ihn besonders ärgere: In seinem Wohngebiet in Leutzsch sehe er täglich Zustellfahrzeuge von DPD. „Das kann doch nicht sein“, sagt Hofmann.

Manche Pickup-Shops in Leipzig berichten, dass es Probleme mit DPD gebe. „Die Pakete stapeln sich bei uns, die Fahrer wissen überhaupt nicht, was sie zu tun haben“, sagt zum Beispiel ein Shopinhaber, der namentlich nicht genannt werden möchte. Fast täglich beschwere er sich bei DPD. Doch es werde nicht besser. Aus einem anderen Pickup-Shop im Leipziger Osten klingt das anders. „Mit unserem aktuellen Fahrer klappt alles wunderbar“, sagt die Inhaberin. „Wir werden täglich angefahren.“

Davon weiß auch ein weiterer Leser zu berichten: Dessen Päckchen war nach Ankündigung einer Eil-Lieferung noch eine Woche in der Stadt unterwegs. Die Eil-Zustellung erfolgte nicht, stattdessen konnte er in der DPD-App verfolgen, wie das Päckchen durch die Stadt fuhr. Nach drei Tagen sollte es bei ihm sein, stattdessen wurde es an einem Pick-Up-Point geliefert. Der Betreiber meinte, er nehme nichts mehr vom DPD an. Der Dienst hätte ihm 70 Pakete auf einmal geliefert. Die Lieferung des Lesers war nicht darunter. Er meldete sich bei der Hotline, wo er sehr freundlich begrüßt wurde. Eine Ersatzzustellung an ein anderes Geschäft schlug aber fehl. Schließlich bekam er seine Eil-Lieferung – sieben Tage nach der ersten Meldung – im ersten Pick-Up-Point doch noch.

DPD entschuldigt sich – und reagiert

Eine DPD-Sprecherin äußert sich zu den Vorwürfen wie folgt: „Im Zustellgebiet des DPD Depots in Krostitz zeigen unsere Zusteller großen Einsatz, damit alle Pakete auch in den Wochen vor Weihnachten rechtzeitig ankommen.“ Dennoch könne es wegen der hohen Paketmengen vor Weihnachten zu Verzögerungen von ein bis zwei Tagen kommen. „Verzögerungen von ein bis zwei Wochen dürfen jedoch nicht vorkommen“, so die Sprecherin weiter. „Daher bitten wir im Fall des betroffenen Lesers um Entschuldigung. Das entsprechende Paket werden wir umgehend zustellen.“

Noch am Abend konnte Thomas Hofmann seine Tochter mit den bestellten Spielzeug-Eiern überraschen. Eine Nachbarin hatte das Paket um 17 Uhr für ihn in Empfang genommen. „Der Lieferdienst fuhr offensichtlich eine Extrarunde, um das Paket auszuliefern“, freute sich der Leipziger über das Happy-End. Andere DPD-Kunden warten dagegen noch immer sehnlich auf ihre Lieferung. Viele schilderten in Facebook- und Twitter-Reaktionen auf den LVZ-Bericht ähnliche Erfahrungen. Auch Hofmann kennt eine weitere Betroffene: „Meine Nachbarin hat mir berichtet, dass ihr Paket auch schon seit November in Krostitz liegt.“

Von Sophie Aschenbrenner/joka/nöß

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