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Lokales Da staunst du ... Leipzig als heimliche Hauptstadt der Kleingärtner
Leipzig Lokales Da staunst du ... Leipzig als heimliche Hauptstadt der Kleingärtner
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10:36 18.10.2016
Schrebergärten in Leipzig. Quelle: Wolfgang Zeyen
Leipzig

Leipzig gilt zurecht als "heimliche Hauptstadt der Kleingärtner". Zum Stadtverband Leipzig gehören 208 Vereine, deren Mitglieder rund 32.500 Parzellen auf einer Fläche von ca. 960 Hektar bewirtschaften. Insgesamt gibt es 278 Kleingartenanlagen mit mehr 39.000 Parzellen auf dem Gebiet der Messestadt.

 Deutschlandweit hat Leipzig die höchste Dichte an Kleingärten im Vergleich zur Einwohnerzahl: Auf 100 Bürger kommen zirka sechs Gärten. Zum Vergleich: In Großstädten wie Berlin oder Hamburg gibt es durchschnittlich zwei Gärten pro 100 Einwohner.

 Dr. Daniel Gottlob Moritz Schreber (1808-1861) hatte die Idee, "Spiel- und Tummelplätze" für die Stadtkinder anzulegen. Zu diesem Zweck wurde jedoch erst drei Jahre nach seinem Tod ein Eltern- und Lehrerverein gegründet.

 Von Schuldirektor Ernst Innocenz Hauschild ging schließlich die Initiative aus. Zu Ehren seines verstorbenen Schwiegervaters nannte er die Wiese "Schreberplatz".

 Der Ausgangspunkt für die deutsche Kleingärtnerbewegung war allerdings 1814 in Kappeln an der Schlei. Dort teilte ein Pfarrer das Pastoratsland in Parzellen auf und verpachtete diese an Interessenten.

 Der Kleingartenverein "Johannistal 1832" ist älter als der Schreber-Verein. Seine Ursprünge gehen auf den Ratsherrn Seeburg zurück, der Amalie Winter einen elf Ellen langen Platz überließ, aus dem sie einen Garten machte. Später kamen weitere hinzu.

 Der erste Vereinsplatz der Schreber-Bewegung lag von 1864 bis 1875 im nördlichen Teil des heutigen Johannaparks. Durch den geplanten Bau von Martin-Luther-Kirche und Ferdinand-Lasalle-Straße wurde der Pachtvertrag gekündigt und der Verein zog auf das heutige Areal an der Aachener Straße (einst Fleischerwiesen) um.

 In dem 1896 erbauten Vereinshaus befindet sich seit 1996 das weltweit einmalige Kleingärtnermuseum. Dort wird im Juni 150 Jahre Schreber-Bewegung gefeiert.

 In der denkmalgeschützten Anlage können drei Schaugärten besichtigt werden. Im Museumsgarten steht eine weitestgehend original erhaltene, 2 mal 2,20 Meter große Laube, die zu den ältesten Deutschlands gehört. Sie diente als Aufbewahrungsort für Geräte und dem Unterschlupf vor Regen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 26.03.2014

Mathias Orbeck, Caterina Hildebrand

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