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Lokales Da staunst du - dass auf dem Dach des Bundesverwaltungsgerichtes Erdbeeren wachsen
Leipzig Lokales Da staunst du - dass auf dem Dach des Bundesverwaltungsgerichtes Erdbeeren wachsen
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15:00 21.08.2013
Beliebtes Foto-Motiv auch von oben: Das Bundesverwaltungsgericht (oben) befindet sich seit 2002 in Leipzig. Nach seiner Gründung 1953 hatte es seinen Sitz zunächst in Berlin. Quelle: Wolfgang Sens

Heute: das Bundesverwaltungsgericht.

Nach der Umrundung des Gebäudes am Leipziger Simsonplatz ist man fast einen halben Kilometer gelaufen.

Das Haus wurde als Sitz des Reichsgerichtes konzipiert. Der Architekt Ludwig Hoffmann hatte bis zum Baubeginn im Jahr 1888 kein eigenes Gebäude errichtet.

23 000 Quadratmeter Sandstein wurden verarbeitet: für den Innenbereich Postaer Sandstein, für den Außenbereich Cottaer Sandstein - ein Elbsandstein.

Bis zum Ende der Bauarbeiten 1895 wurden etwa 14 Millionen Ziegelsteine verlegt.

Zu den bedeutenden Verhandlungen gehört der Reichstagsbrandprozess 1933, der mit der Verurteilung van der Lubbes zum Tode und dem Freispruch des kommunistischen Angeklagten Dimitroff endete. 1952 wurde das Dimitroff-Museum eröffnet.

Die Sanierung und Renovierung von 1998 bis 2002 kostete 65,5 Millionen Euro. Damit hielt der Bauherr den festgesetzten Kostenrahmen von 69 Millionen Euro ein.

Es wurden rund 165 Einzelaufträge und etwa 100 Kleinaufträge vergeben. Die Firmen kamen zu 90 Prozent aus dem mittelsächsischen Raum.

Die Zentralkuppel über der Halle wird von der gut fünf Meter hohen Figur der Wahrheit, die eine Fackel trägt, bekrönt.

Das Gericht hat 690 Türen. Alle Türen im Gebäude sind neu angefertigt worden, haben jedoch, so weit noch vorhanden, den alten Schmuck erhalten.

Den Großen Sitzungssaal nutzen die Richter nun für die Verhandlung publikumswirksamer Prozesse - wie etwa über den Flughafen Berlin-Schönefeld oder den Ausbau des Flughafens Leipzig/Halle zum Frachtdrehkreuz.

Auf dem begrünten Dach des Bundesverwaltungsgerichtes brüten regelmäßig Enten und wachsen sogar Walderdbeeren.

Das beliebteste Foto-Motiv des Jahres 2012 war im Juni ein Waschbär, der in etwa drei Metern Höhe an der Außenwand des ehrwürdigen Justizpalastes saß.

Das Gericht hat ein kleines Museum, in dem man sich kostenfrei über das Gebäude und seine Geschichte informieren kann.

Der Verein Kunst und Justiz des Gerichts veranstaltet regelmäßig Konzerte im Haus.

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Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.08.2013

Birgit Schünemann/Sabine Kreuz

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