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Da staunst du, dass es hier sieben unsichtbare Ebenen gibt

Da staunst du, dass es hier sieben unsichtbare Ebenen gibt

Im Jahr 1015 wurde "urbe libzi" erstmals urkundlich erwähnt. Zum Jubiläum Leipzigs 2015 zeigt die Serie "Da staunst du -" 100 Facetten der 1000-Jährigen. Heute Teil 34: Museum der bildenden Künste.

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Kunst am Abend: Bogomir Eckers Trillerpfeifen und Ghettoblaster machen auch von außerhalb Lust auf einen Museumsbesuch. Das Kunstwerk aus dem Jahr 1994 wurde 2004 vom Künstler für den Neubau in der Katharinenstraße neu montiert.

Quelle: Volkmar Heinz

Das Museum kann viermal Geburtstag feiern: Im Februar 1837 wurde der Leipziger Kunstverein gegründet, trug Kunstwerke zusammen und stellte aus. 1848 öffnete das erste "Museum" in Räumen der 1. Bürgerschule auf der Moritzbastei. Ab 1858 gab es das erste eigene Haus auf dem Augustusplatz. Im Dezember 2004 wurde der Neubau in der Katharinenstraße eröffnet - dessen zehnter Geburtstag vom 4. bis 7. Dezember gefeiert wird.

 Vom Unter- bis dritten Obergeschoss sieht und erlebt der Besucher fünf Stockwerke - doch es gibt zwölf Ebenen. Die sieben "unsichtbaren" beherbergen Werkstätten, Magazine, Büros, Kreativräume, Technik und vieles mehr.

 In den Ausstellungsräumen fließt durch Wände und Decken Wasser - in einbetonierten Schläuchen. Das spart Geld und gibt den Kunstwerken das weitgehend stabile Klima, das sie brauchen.

 Die ständige Ausstellung zeigt rund 550 Gemälde und etwa 40 Plastiken.

 In den drei Gemälde- und dem Plastikmagazin finden sich weitere 3000 Gemälde sowie rund 1000 Plastiken und Skulpturen.

 Der jüngste Guide, der durchs Museum führt, ist acht Jahre jung. Im Projekt "Ich zeig's euch" werden Kinder ab der zweiten Klasse ausgebildet, die einmal im Monat ihre Lieblingswerke vorstellen.

 20 000 Kinder und Jugendliche nehmen jedes Jahr an den museumspädagogischen Veranstaltungen teil.

 Den ideellen Wert der Kunstwerke kann man sehen, den Marktwert nur schätzen, denn der ändert sich fast täglich. Das  Museum der bildenden Künste ist eine Art Banksafe, der Schätze für mehrere Hundert Millionen Euro beherbergt.

 Am längsten und häufigsten betrachten die täglich 16 Aufsichten die Kunstwerke.

 Über 5000 Barockzeichnungen finden sich unter den 80 000 Blättern der Graphischen Sammlung, die meisten aus der Sammlung der Königin Christina von Schweden.

 Die Giftschränke befinden sich in den Werkstätten der Restauratoren. Sie erhalten und verarzten die Kunstwerke.

 Es hat gute Gründe, dass die Türen so hoch sind: Man kommt auch mit großen Kunstwerken rein. Zugleich ist, nach antikem Bauprinzip, die architektonische Harmonie gewahrt: Alle Elemente sind rund 4 x 1 Meter groß, oder beruhen auf diesem Maß.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.03.2014
Jörg Dittmer

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