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Damit das Kind nicht in den Brunnen fällt

Damit das Kind nicht in den Brunnen fällt

Jährlich verunglücken in Deutschland 290 000 Kinder bis 15 Jahre im Haushalt. "Mehr als die Hälfte dieser Unfälle sind Stürze", berichtet Oberarzt Thomas Lehnert von der Leipziger Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie.

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Das Universitätsklinikum Leipzig schrieb 2012 schwarze Zahlen.

Quelle: dpa

Leipzig. "Zumeist passieren sie im Wohn- oder Kinderzimmer, gefolgt von Garten, Küche, Treppenhaus." Mit Kinder-Unfallpräventionstagen will das Uni-Klinikum in dieser Woche für dieses Thema sensibilisieren. Von heute an bis zum Freitag stehen mehrere Aufklärungsveranstaltungen unter dem Motto "Feuer und Wasser".

An der Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie werden jedes Jahr im Schnitt 130 bis 150 Mädchen und Jungen mit thermischen Verletzungen versorgt. "Zirka ein Drittel der Kinder", sagt Lehnert, "müssen stationär behandelt werden." Neben den Verbrennungen hätten er und seine Kollegen überwiegend Verbrühungen zu behandeln, was insbesondere Knirpse im Alter von einem bis zu drei Jahren betreffe. "Die Gründe dafür sind vielfältig", weiß Kinderchirurgin Margit Weißer. Fix sei da mal eine heiße Tasse Tee vom Tisch gezogen, würde der Wasserkocher angestubst, dessen Inhalt sich dann über die Kleinen ergießt.

Die Palette der möglichen Kinderunfälle ist damit aber bei weitem noch nicht erschöpft. Lehnert seinerseits verweist auf die tägliche Klinikpraxis, wo auch Folgen von Zusammenstößen, Schnittwunden und Vergiftungen zu behandeln sind. Nicht zuletzt gehörten Kinder, die vielleicht etwas verschluckten und zu Ersticken drohen, zu den jungen Patienten. Und: "Zu den häufigsten tödlichen Unfallursachen im Kindesalter - in allen Altersstufen - zählt auch das Ertrinken", so der Oberarzt. Dabei erwiesen sich für Säuglinge zumeist die Badewanne, für Kleinkinder das Spielen am Wasser als Gefahrenquellen. In der Uni-Kinderklinik hatte man in den zurückliegenden Jahren im Schnitt drei bis fünf solcher Opfer zu versorgen. Oft passiere so etwas an den Wochenenden. Und zumeist betreffe es die Kleinen, die gerade angefangen haben zu krabbeln beziehungsweise denen man die Gefahr noch nicht erklären kann, wie eine Unfallstudie der Leipziger Uni-Kinderklinik offenbarte.

Kommen Kinder zu Schaden, seien nur zu oft kindliche Ablenkung, Neugier, Übermut, Unkenntnis, Ungeduld und/oder Hast im Spiel, so Lehnert. Um im Notfall richtig handeln und Verletzungen vorbeugen zu können, wurden die Unfallpräventionstage für Eltern, Erzieher und Kindergruppen vorbereitet. Sie sollen über die Risiken im Umgang mir Feuer und Wasser daheim und in der Freizeit aufklären. Zudem wird ein Teil einer Riesenküche aufgestellt. "Erwachsene erleben hierbei die Umgebung aus Kinderperspektive, können sich so ein Bild der vielen Gefahren machen, die in der Küche lauern", so Ulf Bühligen, Chef der Uni-Kinderchirurgie. Des Weiteren gebe es Rundgänge für Kindergruppen durch eine Themenschau mit Tipps zum Erkennen diverser Gefahrenquellen. Eltern, Erzieher, Tagespflegekräfte und Lehrer erwartet ein Infoabend. Unter anderem Leipzigs Netzwerk für Kinderschutz und Frühe Hilfen der Stadt standen bei der Aktionswoche Pate.

Unfallpräventionstage, 14. bis 18.Juli im Atrium des Zentrums für Frauen- und Kindermedizin, Liebigstraße 20a. Weitere Infos unter Telefon 0341 9726400.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.07.2014

Angelika Raulien

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