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Lokales Darmkeim im Leipziger Universitäts-Klinikum offenbar von Person zu Person übertragen
Leipzig Lokales Darmkeim im Leipziger Universitäts-Klinikum offenbar von Person zu Person übertragen
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19:54 28.01.2013
Blick auf das Uniklinikum Leipzig in der Liebigstraße. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Nach Angaben der Leipziger Behörde sei der Keim höchstwahrscheinlich von Person zu Person übertragen worden. Die Untersuchungen der Vorfälle am UKL von Juli 2010 bis Januar 2013 ergaben außerdem, dass der Erreger auch von Patienten aus anderen Krankenhäusern mitgebracht wurde.

Nicht alle 95 aufgetretenen Fälle des KPC-Keims im Uni-Klinikum Leipzig können laut Zwischenbericht dem gleichen Bakterienstamm zugeordnet werden. „Das bedeutet, dass nicht alle betroffenen Patienten des Leipziger Uni-Klinikums auch dort infiziert wurden“, sagte Ingrid Möller vom Gesundheitsamt gegenüber LVZ-Online. Ein Abschlussbericht vom Berliner Robert-Koch-Institut (RKI) zu den Vorfällen in Leipzig wird im Frühjahr erwartet.

Von der Einschätzung des RKI hängt auch ab, ob die Leipziger Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen das Uni-Klinikum einleitet. Die Justiz wurde im Mai 2012 aktiv, als bekannt geworden war, dass es am UKL schon 2010 teils massive KPC-Ausbrüche gab, das Gesundheitsamt aber erst Anfang 2011 informiert wurde. Geprüft werde von der Staatsanwaltschaft außerdem, ob es einen strafrechtlich relevanten Anfangsverdacht gebe und ob alle Sorgfaltspflichten sowie Hygienevorschriften eingehalten wurden.         

Das Gesundheitsamt führte seit vergangenem Sommer zur Eindämmung des Keims am UKL mehrere Hygienetests durch. Außerdem ordnete es für KPC-Befunde eine Arzt- und Labormeldepflicht an. Seit Juni 2012 wurden nach Angaben des UKL die Untersuchungen von Patienten auf die Keime drastisch erhöht, dadurch konnte der Ausbruch eingedämmt werden. „Obwohl wir es mit einem seltenen und wenig erforschten Erreger zu tun haben, erweisen sich unsere Maßnahmen als wirksam“, konstatierte Wolfgang Fleig, medizinischer Vorstand des UKL, am Montag.

Von Juli 2010 bis Mai 2012 traten am UKL bei 63 Patienten KPC-Infektionen auf, viele der an schwersten Grunderkrankungen Leidenden, starben. Nach der zeitweisen Ausweitung des KPC-Screenings auf alle am Klinikum stationär neu aufgenommenen Patienten erfolgten von Juni 2012 bis Januar 2013 noch 32 KPC-Nachweise. Nach Angaben des Gesundheitsamts handelt es sich um den größten KPC-Ausbruch in Deutschland.

Anne Grimm

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