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Lokales Das Stadtsiegel - Ausstellungsobjekte erzählen Leipziger Historie
Leipzig Lokales Das Stadtsiegel - Ausstellungsobjekte erzählen Leipziger Historie
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23:59 13.01.2015
Siegelabdruck des Leipziger Stadtsiegels von 1287. Quelle: Stadtgeschichtliches Museum Leipzig
Leipzig

Heute: das Stadtsiegel. Es ist nicht in Gold und Diamanten gefasst, sondern nur aus Wachs und dennoch von unschätzbarem Wert für den Werdegang Leipzigs zur Stadt.

Es wird erstmals an einer Urkunde des Leipziger Rates für das Georgenkloster aus dem Jahr 1287 überliefert und heute in zwei Ausfertigungen im Leipziger Stadtarchiv aufbewahrt. Der Siegelstempel selbst, der Typar, ist älter und nicht mehr erhalten.

Das Siegel diente vor allem zum Beglaubigen von Urkunden. Die Leipziger haben im Siegelbild die Pfarrkirche verewigen lassen, die seit dem 13. Jahrhundert ihre Leipziger Bürgerkirche ist: die Nikolaikirche. Sie wird innerhalb einer Stadtbefestigung gezeigt, erkennbar an der aufwendigen Torkonstruktion mit Fallgitter im Torbogen. Lilien bekrönen die Turmdächer und ragen in die Siegelumschrift hinein: SIGILLVM BVRGENSIVM DE LIPZK - Siegel der Bürger von Leipzig.

Der Wert liegt vor allem in seiner Botschaft. Bislang lagen Gericht und Verwaltung der Stadt noch in den Händen der Wettiner und ihrer Amtmänner, den Vögten. Im 12. Jahrhundert ließen die Leipziger ihre städtischen Freiheiten und Rechte von Markgraf Otto dem Reichen im Leipziger Stadtbrief festschreiben und begannen mit dem Ausbau der Stadt. Die Einwohner wuchsen zu einer Bürgergemeinde zusammen, die ihre inneren Angelegenheiten zunehmend selbst verwaltete. Das Siegel war ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur eigenständig verwalteten Kommune. Als legitimierendes Moment von Rechtsgeschäften spiegelt es den Stolz der Leipziger Bürgerschaft auf ihre Stadt und offenbart den Anspruch, über Wohl und Wehe der Stadt allein zu bestimmen. Dafür traten regelmäßig zwölf Vertreter der Bürgerschaft zusammen, die seit 1263 auch selbst Gericht halten durften.

1270 wurden jene zwölf Ratsmannen erstmals erwähnt, in einer späteren Urkunde sogar namentlich. Sie wachten über die Durchsetzung nahezu aller städtischen Rechte und wahrten gleichzeitig die Interessen der einflussreichsten Kreise der Bürgerschaft.

Der gekürzte Text entstammt der Publikation "100 X Leipzig. Tausend Jahre Geschichte" des Stadtgeschichtlichen Museums, die zur Leipziger Buchmesse 2015 erscheint.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.01.2015

Maike Günther

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