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Das ärgert Leipziger: Verkehrslärm, Versäumnisse des Jobcenters und Knöllchen

Das ärgert Leipziger: Verkehrslärm, Versäumnisse des Jobcenters und Knöllchen

Aktuelle Ärgernisse aus der Messestadt: Laster, Behörden und Ordnungshüter. Die Geschichten dahinter, das Warum und das Wie weiter gibt es hier. Inge Sperling ärgert sich über vorbeirasende Lkw in Liebertwolkwitz: Mit dem Krach hat sich Inge Sperling mittlerweile abgefunden.

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Stress für die Ohren: Schwere Lkw donnern durch die Naunhofer Landstraße in Liebertwolkwitz.

Quelle: André Kempner

e Sperling mittlerweile abgefunden. Im Minutentakt rauschen die LKWs auf der Naunhofer Landstraße an ihrem Haus in Liebertwolkwitz vorbei - und das schon seit Jahren. Die Schwertransporte sind unterwegs zu den Kiesgruben in der Region und zur Mülldeponie Cröbern. "Wenn die hier vorbeidonnern, klirren die Tassen im Schrank", klagt Sperling. Was die 71-Jährige noch mehr aufregt: Die Anwohner sollen bei der Sanierung der Naunhofer Landstraße beteiligt werden. "Dabei sind die Lkw daran Schuld, dass die Straße kaputt ist", meint die Rentnerin. Auch ein Gespräch mit Oberbürgermeister Burkhard Jung im vergangenen Jahr habe nicht gebracht, berichtet sie.

Das Leipziger Tiefbauamt antwortet auf LVZ-Anfrage, dass die Naunhofer Landstraße eine Hauptverkehrsstraße sei und deshalb "vorrangig vom Lkw-Verkehr" genutzt werde. Im Augenblick lägen dem Amt aber keine Informationen über ein erhöhtes Verkehrsaufkommen vor. Abteilungsleiter Torben Heinemann teilt schriftlich, dass auf der Straße zwischen der westlichen Zufahrt zur Tongrube und der Straße im Birkengrund ein Fußweg gebaut und die Fahrbahn erneuert werden soll. Ein Viertel der Kosten müssen die Anlieger tragen. Wie viel das sein wird und wann die Bauarbeiten beginnen - dazu machte das Tiefbauamt keine Angaben. "Die betroffenen Anlieger werden zu den Straßenausbaubeiträgen informiert", hieß es. Außerdem werde dann ein Beteiligungsverfahren durchgeführt.

- langsame Behörden

Kerstin Mitter ärgert sich, dass das Jobcenter das Ranzengeld nicht rechtzeitig zahlt: Seit über einer Woche wartet Mitter auf das Geld vom Jobcenter. Das Amt hätte ihr am 1. August normalerweise 70 Euro überweisen müssen - damit sie ihrer Tochter einen neuen Ranzen und andere Schulsachen kaufen kann. "Es hat sich aber bis heute nichts getan", klagt die 46-jährige Erzieherin und betont: "Ich habe schon dreimal nachgefragt." Obwohl Mitter selbst arbeiten geht und nur ihr Ehemann Hartz IV bezieht, hat die Familie wenig Geld. Auf die Überweisung des Jobcenters ist sie angewiesen. Mitters Tochter besucht nach den Ferien die 7. Klasse. "Sie braucht dann zwei Paar Turnschuhe, eins für drinnen, eins für draußen", zählt die Mutter auf. Und natürlich Stifte, Blöcke, Hefter. Schon im vergangenen Jahr sei das Geld zu spät überwiesen worden. "Die Mitarbeiterin hat nur gesagt: Ups, das habe ich vergessen." Kerstin Mitter erklärt, dass sie kein Einzelfall sei. Auch andere Familien warten noch auf das Ranzengeld.

Frank Schuhmann vom Jobcenter teilt mit, dass sich das Amt inzwischen mit Frau Mitter in Verbindung gesetzt habe und sie "über die weitere Verfahrensweise informiert und beraten" wurde. Wie es zu den Verspätungen kommen konnte, kann auch Schuhmann nicht erklären. "Die Gründe können vielschichtig sein." In Zukunft werde man aber versuchen, "die Dienstleistungen gegenüber den Kunden zeitnah und rechtlich beanstandungsfrei anzubieten".

- knallharte Ordnungshüter

Thomas Kunze ärgert sich über Knöllchen für Falschparker: Erst neulich klemmte hinter der Windschutzscheibe seines Autos ein Knöllchen fürs Falschparken in der Bornaischen Straße. "Ich bin sehr verärgert", sagt der 31-jährige Ingenieur. Die Baumaßnahmen würden die Anwohner ohnehin schon Nerven kosten. "Jetzt wird man noch mit Knöllchen abgezockt." Dabei sei es derzeit extrem schwer, einen Parkplatz zu finden. In vielen Nebenstraßen herrsche Parkverbot. "Wer möchte seinen Einkauf schon gern zwei Kilometer nach Hause schleppen?", fragt Kunze und plädiert für Nachsicht beim Leipziger Ordnungsamt. Schließlich könnten die Mitarbeiter über ein "nicht ganz korrekt geparktes Fahrzeug" auch mal hinwegschauen. "In Schleußig geht das doch auch."

Ginge es nach dem Chef der Behörde, dann drücken die Ordnungshüter künftig öfter mal ein Auge zu. Schließlich seien diese grundsätzlich bemüht, "auf die besonderen Verkehrsbedingungen während der Baumaßnahmen einzugehen", so Helmut Loris. Letztlich liege es aber im Ermessen des Mitarbeiters, ob er den Block zücke oder nicht. Aktuell scheint das Ordnungsamt allerdings keine Gnade zu kennen. Allein in diesem Monat wurden elf Knöllchen fürs Parken im absoluten Halteverbot ausgestellt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.08.2013

Gina Apitz

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