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Das große Krabbeln: Cirque du Soleil lässt in „Ovo“ Flöhe tanzen und Grillen hüpfen

Arena Leipzig Das große Krabbeln: Cirque du Soleil lässt in „Ovo“ Flöhe tanzen und Grillen hüpfen

Der kanadische Cirque du Soleil gastiert seit Mittwoch Abend mit einem krabbeligen Programm in der Arena Leipzig. Die Show „Ovo“ wird erstmals in Deutschland gezeigt, sie führt ins Reich der Insekten. Gewusel herrscht aber schon viele Stunden vor Aufführungsbeginn vor und hinter den Kulissen.

Die „Ameisen“ beim Training. In der Show spielen die Artistinnen im Insektenkostüm mit ihrem Futter, das aus Mais, Kiwi- oder Auberginenscheiben besteht.
 

Quelle: Christian Modla

leipzig.  Großes Krabbeln in der Arena Leipzig: Seit Mittwoch sind die Artisten vom kanadischen Cirque du Soleil wieder in der Stadt. Diesmal kommen sie mit dem Programm „Ovo“ (portugiesisch für „Ei“), das im Reich der Insekten angesiedelt ist. Es geht um Ameisen, Spinnen, Käfer, Grillen oder Flöhe, die ein unbeschwertes, oft erstaunliches Leben führen – bis etwas Fremdes in ihrem Ökosystem auftaucht: ein mysteriöses Ei, das allen Rätsel aufgibt. Die Show war anderthalb Jahre in den USA zu sehen, am Mittwoch Abend hatte sie in Leipzig ihre Deutschland-Premiere. Bis Sonntag werden rund 22 500 Besucher erwartet.

Großes Krabbeln in der Arena Leipzig: Seit Mittwoch sind die Artisten vom kanadischen Cirque du Soleil wieder in der Stadt. Diesmal kommen sie mit dem Programm „Ovo“.

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Das Team hinter „Ovo“ besteht aus 50 Künstlern und genauso vielen technischen Mitarbeiten. Schon am späten Vormittag, viele Stunden bevor die Show beginnt, setzt auf und hinter der Bühne das große menschliche Gewusel ein. Die Garderoben-Mitarbeiter sind mit als erste zur Stelle und kümmern sich um die Wäsche: Jedes Kostümteil, das am Abend im Einsatz war, ist nach der Show gewaschen und über Nacht getrocknet worden. Nun wird es auf mögliche Defekte kontrolliert und wenn nötig repariert.

Die Insekten schlafen auch am Tage nicht. Ab Mittag treffen die Artisten, die alle in einem Leipziger Hotel übernachten, in der Arena ein. Nonstop wird bis gegen sechs Uhr abends in Trainingsklamotten geprobt, sowohl auf der Bühne als auch dahinter. Im Backstage-Bereich steht ein transportables Fitnesscenter. Wenige Schritte daneben absolvieren die Artisten ihr Übungspensum im Jonglieren, Balancieren oder Trampolinspringen. Auf der Bühne sind die „verrückten Grillen“ im Einsatz. Am ersten Tag am neuen Gastspielort testen die Trampolinspringer das 20 Meter lange Luftkissen, auf dem sie ihre Salti absolvieren. Penibel wird am perfekten Luftdruck gefeilt.

„Trainiert wird jeden Tag, das muss sein“, erzählt Gerry Regitschnig. Der 51-jährige Österreicher ist von Haus aus Clown. 1992 kam er in Las Vegas zum Cirque du Soleil, seitdem reist er mit der Zirkusfamilie durch die Welt. In der Show „Ovo“ spielt er „Meister Flippo“, einen großen lila Käfer, sozusagen das Oberhaupt der Insekten. Von Mittag bis Mitternacht ist Regitschnig jeden Tag selbst in der Arena. Stimmprobe, Physiotherapie – das Unternehmen hat zwei Physiotherapeuten – , Kraftübungen nach einem vom Coach zusammengestellten Programm, Umziehen, Schminken und Aufwärmen standen an diesem Nachmittag auf seinem Programm. Das Schminken übernimmt jeder Künstler selbst, bei Gerry Regitschnig dauert es 45 Minuten. „Das lernt man vor dem Start jeder neuen Show in der Zentrale in Montreal und bekommt auch ein Handbuch mit“, erzählt er. Auch die Kostüme werden im kanadischen Montreal per Hand gefertigt.

Für die gesunde Ernährung der Artisten – viele waren früher Leistungssportler und sind bei Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen gegeneinander angetreten – sorgt ein eigenes Cateringteam. Es besteht aus fünf Leuten, das von Gastspielort zu Gastspielort mitfährt und im eigenen Truck immer wieder seine Küche aufbaut. Dort werden Mittagessen und Abendessen für 100 Leute aus 20 Nationen zubereitet.

Hinter der Bühne bezieht am Abend auch das Orchester seinen Platz. Sieben Musiker sorgen für Live-Musik. Ihren Arbeitsplatz haben sie in sogenannten „Soundkäfigen“ mit vielen Bildschirmen, auf denen sie das Programm verfolgen. Die Musik wird für jede Show extra komponiert, lautstarkes Zirpen und Summen wechselt sich mit sanftem Schwingen ab.

Von Kerstin Decker

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