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Lokales Das neue Leipziger Völkerschlachtdenkmal ist fertig - Es steht am Ural
Leipzig Lokales Das neue Leipziger Völkerschlachtdenkmal ist fertig - Es steht am Ural
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20:27 10.09.2017
Geschafft: Der Verein „Leipzig – Brücke der Kulturen“ hat in Leipzig im Ural sein Völkerfreundschaftsdenkmal errichtet.   Quelle: Heiko Waber
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Leipzig

 Es ist vollbracht: Mitglieder des Vereins „Leipzig – Brücke der Kulturen“ haben ein Völkerfreundschaftsdenkmal errichtet – in Leipzig! Allerdings in Leipzig im Ural, einem 960-Einwohner-Dorf bei Magnitogorsk an der kasachischen Grenze. Die Kosakensiedlung war 1843 als Grenzposten gegründet worden.

Das Monument entstand aus Aluminium, als Kopie des hiesigen Völkerschlachtdenkmals im Maßstab 1:25 nach einem Entwurf des Leipziger Künstlers Michael Fischer-Art. Es misst 4,60 Meter und wiegt 1100 Kilo. Der Verein „Leipzig – Brücke der Kulturen“ hatte für das 25.000-Euro-Projekt in den vergangenen Jahren mit viel Fleiß und Beharrlichkeit eifrig Spenden zusammengetrommelt. Im Rahmen mehrerer Fahrten wurde nicht nur der Bau vorbereitet, sondern auch Völkerfreundschaft gelebt. Längst sind echte Freundschaften entstanden. Erst vor wenigen Wochen hatte Heiko Waber vom Verein eine Delegation von Lehrerinnen im sächsischen Leipzig empfangen.

Ganz sicher wird die enge Verbindung bestehen bleiben. Aber erst einmal sind alle froh, dass das Denkmal endlich steht. So auch Rüdiger Tauer, der vor Ort den Aufbau mit begleitet hat. Vor zwei Jahren hatte er Wind von dem Projekt bekommen. Weil er sich Russland verbunden fühlt, sich engagieren wollte und als Schlosser Expertise beisteuern konnte, klinkte er sich in die agile Truppe ein, fuhr schon im Mai mit in den Ural, legte das vor zwei Jahren gegossene Fundament frei. Die Alu-Platten für das Denkmal wurden bei der Firma Holl in Markkleeberg produziert; nach dem Test-Aufbau markierte Rüdiger Tauer die Innenseiten der Platten von innen. „So wusste ich vor Ort Bescheid.“ Zusammen mit einem weiteren Mitstreiter aus Leipzig/Sachsen und zwei Freunden aus Leipzig/Ural wurden die Platten dann zusammengesetzt. Hochdekorierte Gäste aus der ganzen Region seien bei der Einweihung dabei gewesen, sagte Tauer.

Nur eine zentrale Person des ganzen Projekts konnte den Abschluss leider nicht mehr miterleben: Dr. Silke Waber, die gute Seele des Vereins und eine treibende Kraft im Verein „Leipzig – Brücke der Kulturen“, verstarb am 8. August mit 55 Jahren nach schwerer Krankheit. „Es gab in Leipzig im Ural auch eine Feierstunde und eine Trauerminute zu Ehren von Silke Waber“, berichtet Rüdiger Hauer. „Das war sehr erhebend.“ Mit ihrer Ausstrahlung und ihrer großen Initiative habe sie die Herzen der Russen gewonnen.

Der Integrationsverein „Leipzig – Brücke der Kulturen“ ist seit elf Jahren aktiv. Rund 40 Mitglieder zählt die Gruppe, sie kümmern sich um die Integration russischstämmiger Mitbürger.

Von Björn Meine

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