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Lokales Das schöne Leben auf dem Lande: Die "Agra 2015" startet auf der Neuen Messe
Leipzig Lokales Das schöne Leben auf dem Lande: Die "Agra 2015" startet auf der Neuen Messe
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19:46 24.04.2015
Die Agra 2015 auf der Neuen Messe zog am Freitag zahlreiche Besucher an. Quelle: André Kempner
Leipzig

Am Freitag steuerten Tausende den Osteingang des Messegeländes an, um von dort in die Hallen 2 und 4 sowie auf das riesige benachbarte Freigelände zu strömen.

Viele Besucher gehen gleich in die Messehalle 2 - zum Beispiel, um ihre Kinder betreuen zu lassen. Die kleinen Messegäste können dort in einem Kinder-Aktionszentrum mit Mini-Traktoren fahren, sich schminken lassen, basteln oder bei einem Quiz mitmachen, in dem es um Tiere und das Leben auf einem Bauernhof geht. In dieser Halle lockt auch der sächsische Landesbauernverband mit einem "Erlebnis-Bauernhof" und unterbreitet dort unterhaltsame Angebote für Kinder und Erwachsene. Kleine Besucher können dort zum Beispiel Getreidesorten bestimmen oder Körner zermahlen. "Die meisten Besucher sind Fachleute, die ihre Familien mitbringen", berichtet Standbetreuern Steffi Brjesan. "Aber am Wochenende rechnen wir mit vielen Stadtbewohnern."

Der größte Andrang herrscht in Halle 2 aber auf dem Agra-Marktplatz, auf dem Lebensmittel aus heimischer Produktion gekauft und gegessen werden können. Dort laufen viele Fäden bei der Chemnitzerin Heike Delling zusammen. Die Geschäftsführerin des Vereins Direktvermarktung in Sachsen versucht möglichst viele Städter mit den Produzenten frischer Lebensmittel auf dem Lande zusammenzubringen. An ihrem Stand gibt kostenlos die Broschüre "Qualität direkt vom Hof", die sämtliche Hofläden, Märkte und ländlichen Feste auflistet, an denen sich Direktvermarkter beteiligen. "Am besten ist es natürlich, die Lebensmittel vor Ort in den Hofläden zu erwerben", empfiehlt die Fachfrau. "Viele Anbieter sind zusätzlich auf den Wochenmärkten in und um Leipzig anzutreffen.

Es gibt aber auch Betriebe, die ihre Produkte über einen eigenen Online-Versand zustellen oder Abo-Kisten packen und direkt an die Kunden ausliefern - zum Beispiel spezielle Kisten für Familien, Singles oder Rentner." Wer den Verein mit einem Jahresbeitrag von 20 Euro unterstützt und so die Vermarktung gesunder Ernährung mit kontrollierten Produkten fördert, bekommt die jährlich neu erscheinende Broschüre zugeschickt und erhält zur Begrüßung ein Direktvermarkter-Entdeckungspaket. "Am 29. August findet in Delitzsch unser Tag der Direktvermarktung statt", wirbt die Geschäftsführerin.

Wer in Halle 4 gelangt, fühlt sich wie in einem Dorf: Schafe blöken, Ziegen meckern und Hähne krähen; dazwischen grunzen Schweine und in langen Reihen stehen Kühe Spalier. Dazwischen kurven Messe-Mitarbeiter mit Schubkarren umher, denn die Streu in den Ställen wird ständig gewechselt, damit alles akkurat aussieht.

Vor allem bei den Schweinen gibt es Andrang, denn dort ist eine Sau mit zwei Dutzend Ferkeln zu bestaunen, die quiek- und quicklebendig durch die Anlage sprinten oder auf Sägespänen abmatten. Nur ab und an ist erbostes Fiepen zu hören, wenn sich zwei Ferkel streiten - oder Tierpflegerin Caroline Schendlinger ein Mini-Schwein greift und mit ihm vor der Kamera des Fotografen posiert. Vielen kleinen Beobachtern verschlägt das Tierparadies die Sprache, denn alles bewegt sich und ist echt.

Alle Dimensionen sprengt die Technikschau, die Anbieter von Landmaschinen auf dem Freigelände präsentieren. Der amerikanische Konzern John Deere ist sogar mit einer Weltneuheit dabei, dem 520-PS starken Traktor 9520 R. An ihm wurde am Freitag das Schild "verkauft" angebracht, weil ein Landwirtschaftsunternehmen aus Sachsen-Anhalt das rund 300.000 Euro teure Gefährt erworben hat. "Immer mehr Hersteller erkennen, dass die mitteldeutsche Landwirtschaft für sie immer wichtiger wird", kommentiert Matthias Lindern vom Landmaschinen Vertrieb Deuben die Weltpremiere.

Einige Dutzend Meter weiter hat Gunnar Irmler das Sagen. Der Zwenkauer ist der Herr der Oldtimer-Sonderschau. Den Rentnern Manfred Körner und Klaus Oswald aus Pulsnitz hat es dort ein Lanz Bulldog angetan, den sie aus den 50er-Jahren kennen. "Damals war es schon etwas Besonderes, wenn wir nicht hinter den Pferden oder Ochsen gehen mussten", erinnert sich Oswald.

Gleich nebenan können Mutige mit einem modernen Großtraktor einen Geschicklichkeitsparcours bewältigt. "Wer fahren will, sollte einen Traktor-Führerschein haben", sagt dort Rentner Joachim Thebus aus Schkeuditz, der die Touren managt. "Trotzdem steigt zu jedem Fahrer noch ein Helfer in die Kabine." Für jede Fahrt müssen übrigens zwei Euro entrichtet werden - als Spende für ein Kinderheim in Machern.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.04.2015

Andreas Tappert

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