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Lokales Das sind Leipzigs drei beste Denkmalsanierungen
Leipzig Lokales Das sind Leipzigs drei beste Denkmalsanierungen
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13:45 08.11.2018
Zu den drei Preisträgern gehört das 1901 eröffnete Buchgewerbehaus am Gutenbergplatz 5. Volker Lietsch nahm die Plakette für den Bauherren Hildebrand & Partner entgegen. 76 Wohnungen entstanden in der vormaligen Ruine. Quelle: André Kempner
Leipzig

Pünktlich zum Start der Denkmal-Messe (zu der diesmal sogar der britische Star-Architekt David Chipperfield an die Pleiße kommt) verlieh die Leipziger Kulturstiftung den Hieronymus-Lotter-Preis. „Dazu passt besonders gut, dass gerade das letzte Gerüste am frisch sanierten Alten Rathaus gefallen ist“, begrüßte Wolfgang Hocquél vom Stiftungsvorstand die Gäste. Das 1557 eingeweihte Alte Rathaus, Hauptwerk des begnadeten Baumeisters Lotter in Leipzig, zeige nun wieder seine wunderschöne Fassade, die „zu den Höhepunkten der deutschen Renaissancebaukunst gehört“.

Ihr neues Wohnhaus Casa Philippa plante die Leipziger Stadtbau AG mit viel Rücksicht auf das Gartendenkmal Kantstraße 6 e-f. Es wurde komplett rekonstruiert und nun mit dem Hieronymus-Lotter-Preis für Denkmalpflege ausgezeichnet Quelle: Kempner

Allerdings hätte die aufwendige Restaurierung des größten Gebäudes am Markt bislang keine Chance auf den Lotterpreis gehabt, flocht Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos) in ihre Ansprache ein. Grund: Die seit 1988 alle zwei Jahre vergebene Auszeichnung ist ausschließlich als Anreiz für private Bauherren gedacht. „Damit sollen herausragende Leistungen beim Erhalt der 15 000 Baudenkmäler in Leipzig gewürdigt werden.“ Dubrau regte an, den Preis künftig auch auf öffentliche Bauten zu erweitern. „Zum Beispiel haben wir jetzt einige historische Schulen in Arbeit, für die so ein Ansporn ebenfalls sinnvoll wäre.“

Deutlich mehr Bewerber als 2016

Unter den 30 Bewerbern für die 15. Auflage (nach 22 vor zwei Jahren) seien viele frühere Industrie- und Gewerbeobjekte gewesen, die in Wohnraum umgewandelt wurden. „Nur bei einem einzigen Projekt gab es auch nach der Sanierung noch Platz zum Arbeiten“, stellte die Bürgermeisterin fest. „So sehr wir natürlich mehr Wohnungen in der wachsenden Stadt Leipzig brauchen, möchte ich doch zugleich an die Investoren appellieren, bei ihren Projekten die Möglichkeiten für gewerbliche Nutzungen mit in den Blick zu nehmen.“ Die Stadtverwaltung werde solche Vorhaben besonders unterstützen.

Neo-Renaissance am Gutenbergplatz

Die achtköpfige Jury vergab – wie inzwischen Tradition – drei gleichberechtigte Preise. Über eine der Auszeichnungen als beste Denkmalsanierung konnte sich der ortsansässige Projektentwickler Hildebrand & Partner freuen. „Mit Sorgfalt, Einfühlung und Respekt vor dem Original“ habe er das imposante Buchgewerbehaus am Gutenbergplatz 5 „in seinen Ansichten historisch getreulich wiederhergestellt“, so Architekt Winfried Sziegoleit in der Laudatio. Wie berichtet, war der Bau nach Kriegszerstörungen 1943 nur teilweise wiederhergestellt worden, stand zuletzt mehr als 20 Jahre lang leer.

Ebenfalls ausgezeichnet: Isabel Schumann hat die Glaswerkstatt Stokinger in der Scharnhorststraße 3 so rekonstruiert, dass vom Schornstein bis zum Glasbrennofen alles im Original verblieb Quelle: Kempner

Eine weitere Plakette erhielt Bauherrin Isabel Schumann für die bis zum Schieferdach hin originalgetreue Sanierung einer Hofwerkstatt in der Scharnhorststraße 3. Rolf Stokinger führte dort den einzigen Lehrbetrieb für Glasmaler in der ganzen DDR. Nach dessen Tod verfiel das Haus, in dem sich nun mit historischen Bleiverglasungen gut wohnen lässt. Der frühere Glasbrennofen dient heute als Weinregal.

Novum für ganz Leipzig in Möckern

Ein Preis für die Wiederherstellung des Gartendenkmals Kantstraße 6 e-f ging an die Leipziger Stadtbau AG. Sie erhielt zudem eine der fünf Anerkennungen: für die Sanierung des Brunnenviertels in Lindenau. Bei den Anerkennungen hob Hocquél noch ein 1897 erbautes Wohnhaus in der Georg-Schumann-Straße 203 hervor: „Es ist ein Novum, dass ein altes Haus erst nach seiner Rekonstruktion zum Denkmal wurde. Das zeigt, was Restaurator Wolf-Christian Heindorf da geleistet hat.“

Von Jens Rometsch

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