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Das teuerste Gymnasium

Schulsanierung Das teuerste Gymnasium

Es wird Leipzigs größtes und bislang auch teuerstes Schulprojekt der nächsten Jahre: Der denkmalgeschützte Schulkomplex in der Karl-Heine-Straße 22 b wird für gut 30,5 Millionen Euro als Gymnasium ausgebaut und erweitert. Der Stadtrat soll auf der März-Tagung einen Baubeschluss fassen.

Das künftige Gymnasium Karl-Heine-Straße in Plagwitz.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Es wird Leipzigs größtes und bislang auch teuerstes Schulprojekt der nächsten Jahre: Der denkmalgeschützte Schulkomplex in der Karl-Heine-Straße 22b wird für gut 30,5 Millionen Euro als Gymnasium ausgebaut und erweitert. Der Stadtrat soll auf der März-Tagung einen Baubeschluss fassen. Das einst von Stadtbaurat Hubert Ritter entworfene Ensemble mit vier miteinander verbundenen Häusern und der Turnhalle ist denkmalgeschützt und gehört zur Neuen Sachlichkeit. Eröffnet wurde die ehemalige Max-Klinger-Schule 1929 als IV. Höhere Mädchenschule.

Zuletzt bildete die Erziehungswissenschaftliche Fakultät der Universität Leipzig in den miteinander verbundenen Gebäudeteilen künftige Lehrer aus. In einem der Häuser sind bis voraussichtlich Oktober 2017 noch Asylbewerber untergebracht. Danach wird der Komplex als Gymnasium mit fünf Parallelklassen pro Jahrgangsstufe ausgebaut. 1120 Schüler sollen auf dem künftigen Campus einmal von 90 Lehrern unterrichtet werden. „Es ist eine gute Nachricht für die Leipziger Schullandschaft, dass dieses wunderschöne Gebäude hergerichtet und wieder als Schule genutzt wird. Der architektonisch bedeutsame Bau ist durch seine Lage und Erreichbarkeit hervorragend für einen Schulbetrieb geeignet“, sagt Schulbürgermeister Thomas Fabian (SPD) auf LVZ-Nachfrage. Und betont, dass der Leipziger Westen dringend ein weiteres Gymnasium benötige. „Ich bin mir sicher, dass die zukünftigen Schülerinnen und Schüler dort sehr gern zur Schule gehen werden.“ Die Finanzierung sei gesichert, zumal es auch vom Freistaat Sachsen den vorläufigen Fördermittelbescheid gebe. Von den 30,5 Millionen Euro, die der Bau insgesamt kostet, muss die Stadt 19,3 Millionen schultern.

Doch warum wird der Ausbau der Gebäude so teuer? Kubatur, Aufteilung und Anzahl der Räume entsprechen nicht den Anforderungen an ein modernes Gymnasium – deshalb wird auch ein Erweiterungsneubau integriert. Der ist schon allein nötig, um die vorgeschriebenen Fachkabinette einzurichten. Hinzu kommen gestiegene Anforderungen an Brandschutz, Rettungswege oder die Barrierefreiheit. Der Bauzustand der Häuser ist marode, die technischen und sanitären Anlagen allesamt veraltet. Geplant ist auch der Neubau einer zweigeschossigen Dreifeldsporthalle. Diese muss wegen komplizierter Baugrundverhältnisse auf einer Stahlbetonbodenplatte mit Pfahlgründung erfolgen. Befestigte Flächen und kleinere Bauwerke werden abgerissen, Leitungen und Medien neu verlegt. Geplant ist ein zentraler Pausenhof sowie Sportfreiflächen. Der Zugang erfolgt über die Karl-Heine-Straße sowie über eine neu zu errichtende Brücke über die Kleine Luppe. Die soll bis September fertig sein und auch als Baustellenzufahrt dienen.

Umgesetzt wird ein Entwurf der Berliner Firmen M4 Architekten Ingenieure/Hager Partner AG/Senthi GmbH, die den Architektenwettbewerb gewonnen haben (die LVZ berichtete). Er sieht vor, das Haus A durch einen Anbau zu erweitern, der gestalterisch ans bestehende Gebäude anknüpft und einen neuen Aspekt in der Fassadenstruktur setzt. Als Solitärgebäude entsteht eine Sporthalle – dafür werden Ziegel verwendet, um stilistische Widersprüche zu vermeiden. Die ehemalige Turnhalle wird zur Aula und Mensa umgestaltet. Flächen zwischen den Häusern können als Schul- oder Kunstgarten genutzt werden. Gelobt wurde von der Jury, wie die Architekten den ursprünglichen Charakter des Ensembles erhalten und die Architektursprache der Neuen Sachlichkeit mit jener des 21. Jahrhunderts verbinden.

Das künftige Gymnasium nimmt bereits vom Sommer an den Unterrichtsbetrieb auf – mit drei fünften Klassen am Standort Uhlandstraße und wird somit „von unten“ aufgebaut. Organisatorisch angegliedert wird es als Außenstelle dem Robert-Schumann-Gymnasium. Baubeginn für das Objekt Karl-Heine-Straße soll Anfang 2018 sein, vorbereitende Maßnahmen beginnen im Herbst 2017. Abgeschlossen sollen sie nach jetziger Planung dann im September 2020 sein.

Von Mathias Orbeck

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