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Lokales Dauerbaustelle Karli und kein Freisitz: Die Lokale Safran und Eataly machen dicht
Leipzig Lokales Dauerbaustelle Karli und kein Freisitz: Die Lokale Safran und Eataly machen dicht
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15:40 04.05.2015
Erst Dauerbaustelle, dann kein Platz für einen Freisitz: Mukesh Lal muss das Safran auf der Karli schließen. Quelle: Dirk Knofe
Leipzig

Safran-Chef Mukesh Lal ist sauer auf die Stadt.

Knackpunkt ist der Freisitz. „Ein Freisitz ist Standard auf der Karli. Ohne den machen wir keinen Umsatz“, sagt Lal am Montag gegenüber LVZ-Online. Die Baustellensituation im Kreuzungsbereich Körnerstraße sieht Bewirtung an der frischen Luft nicht mehr vor. Während der Umsatzrückgang durch die normale Baustellenbelastung bei rund 30 Prozent gelegen habe, sei die Lage jetzt unhaltbar. Insolvenzverwalter Harald Heinze spricht von Umsatzeinbußen bis zu 80 Prozent bei schönem Wetter.

Je mehr Sonne, desto trüber die Aussichten. „Derzeit ist unklar, wie die Gehwege und Freisitzflächen künftig aussehen werden“, so der Rechtsanwalt weiter. Nach dem aktuellen Stand der städtischen Planung drohe ein dauerhafter Verlust der Freifläche. Mit den finanziellen Einbrüchen seien auch die hohen Fixkosten nicht zu stemmen: „Die Mieten sind stattlich auf der Südmeile“, resümiert Heinze trocken.

Safran-Geschäftsführer Mukesh Lal hat dazu noch mit den Folgen eines Eigentümerwechsels zu kämpfen. Am Dienstag soll es zwar mit dem Investor ein Gespräch geben. Doch an Rettung für das Safran am alten Standort glaubt Lal nicht mehr. Nicht nur er selbst ist enttäuscht. "Wir haben sehr viele Stammkunden. Die sind traurig", sagt er.

Aus Sicht des Safran-Chefs läuft die Planung der Stadt für die Südmeile falsch: „Wozu brauchen wir an dieser Stelle so große Baumscheiben und so breite Gehwege?“, fragt er. Der Boulevard passe in dieser Form auch gar nicht zu Leipzig. Ein Kompromiss sei aber mit Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos) bisher nicht auszuhandeln gewesen. Jetzt ist der Gastronom auf der Suche nach neuen Räumen. „Das ist unsere einzige Chance“, sagt er.

Fotos vom Karli-Beben 2015:

Leipzig. Gerade hieß es noch „Die Karli lebt, die Karli bebt“ – jetzt haben die ersten zwei Lokale dicht gemacht. Das indische Lokal „Safran“ und der Italiener „Eataly“ konnten die Umsatzeinbrüche wegen der Großbaustelle Südmeile nicht mehr abfedern, teilte der Leipziger Insolvenzverwalter Harald Heinze am Montag mit. Safran-Chef Mukesh Lal ist sauer auf die Stadt.

Evelyn ter Vehn

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