Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Debatte um Preisanstieg – Zoo Leipzig rechnet 2014 mit weniger Besuchern
Leipzig Lokales Debatte um Preisanstieg – Zoo Leipzig rechnet 2014 mit weniger Besuchern
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:54 03.12.2013
Zebra-Stute Nora mit Nachwuchs im Leipziger Zoo. Quelle: Zoo Leipzig
Anzeige
Leipzig

„Irgendwann wird sich das keiner mehr leisten können“, fürchtet eine Leserin. Zoochef Jörg Junhold rechnete auf Anfrage von LVZ-Online allerdings vor, dass die Zahl der regionalen Besucher seit 2007 gestiegen ist. Gleichzeitig geht der Zoo im kommenden Jahr von weniger Gästen aus.

Insgesamt rechnet der Zoo laut Wirtschaftsplan-Entwurf 2014 in diesem Jahr mit 1,9 Millionen Besuchern. Davon kommen 700.000 Gäste aus einem Umkreis bis zu 50 Kilometern. Vor fünf Jahren kamen von knapp 1,8 Millionen Gästen rund 500.000 Menschen aus der Region.

Im kommenden Jahr geht der Zoo trotz neuer Attraktionen von einem Besucherrückgang von 50.000 Gästen aus. „Im dritten Jahr nach der Neueröffnung der Tropenerlebniswelt Gondwanaland ist ein leichter Rückgang der einmaligen Rekordbesucherzahlen zu erwarten“, heißt es in dem Dokument. Jedes Tagesticket wird laut Planentwurf derzeit durch Zuschüsse der Stadt Leipzig mit 1,47 Euro unterstützt, im kommenden Jahr steigt der Anteil auf 1,51 Euro.

Zoo-Fans zeigen bei Facebook Verständnis für Preissteigerung

„Der Zoo Leipzig war, ist und bleibt ein Zoo der Leipziger mit überregionaler Anziehungskraft“, teilte der Zoo-Direktor LVZ-Online mit. Viele Besucher würden die mit dem Masterplan 2020 eingeschlagene Entwicklung befürworten. Die Menschen wollten Tiere in artgemäßen Lebensräumen beobachten statt in Käfigen, heißt es weiter. Die Mehrzahl der am Dienstag rund 150 veröffentlichten Kommentare auf der Facebook-Seite des Zoos zeigt im Tenor Verständnis für die Preiserhöhung.

Diese Preise gelten 2014 im Zoo Leipzig. Quelle: Zoo Leipzig

Auf der Facebook-Präsenz von LVZ-Online sieht das anders aus. Tom Tomasius empfindet die neuen Gehege als „Luxussanierungen“. Er bezweifelt, dass das im Einklang mit Leipziger Einkommensstruktur stehe. Chrissi Flower fürchtet „eine Spirale ohne Ende: Energiekosten, Personalkosten, Futterkosten werden teurer, und alles muss auf den Kunden umgelegt werden. Die meisten Kunden, nämlich Kinder, Rentner oder Familien können ihre Kosten aber nicht so ohne weiteres umlegen.“

Gerade für diese Gruppen verweist der Zoo auf reduzierte Angebote wie den Leipzig-Pass. Während das Tagesticket im Sommertarif ab kommendem Jahr 18,50 Euro kostet (plus 1,50 Euro), zahlen Leipzig-Pass-Inhaber 11 Euro (plus 1 Euro). Die Familienkarte kostet für diese Gruppe künftig 26 statt 22 Euro. Im Normaltarif steigt die Familien-Tageskarte steigt von 43 auf 47 Euro, gilt ab dem nächsten Jahr aber auch für Großeltern mit Enkelkindern. An jedem ersten Montag im Monat gibt es den Zoo-Spartag, an dem die günstigeren Winterpreise gelten.

„Als Leipziger mit Kind ist das Beste allemal die Jahreskarte. Nach viermal in den Zoo gehen hat man sie wieder rein“, postet Julia Koschwitz auf der LVZ-Online Facebookseite. Aber auch diese wird teurer, kostet demnächst als Familienticket 180 statt 165 Euro. In den Sommer- und Herbstferien haben Kinder mit Ferienpass freien Eintritt, auch Kleinkinder unter vier Jahren müssen noch nicht für den Zoobesuch zahlen.

In einer Liga mit Berlin und Hamburg

Zoochef Junhold sieht die Leipziger Anlage wegen der Neuerungen der vergangenen Jahre in einer Liga mit Berlin, Hannover und Hamburg. Der Leipziger Zoo hatte sich zur Eröffnung der Tropenhalle Gondwanaland für ein Inklusiv-Ticket entschieden.

In der Hauptstadt können Besucher wählen: Für den Besuch im Tiergarten kostet das Tagesticket derzeit 13 Euro. Wer auch das Aquarium besuchen will, muss für alles 20 Euro berappen. Auch „Hagenbecks“ in Hamburg splittet die Preise: Hier zahlen die Gäste für den Tierpark-Trip 20 Euro, für den Besuch des Zoo-Aquariums 14 Euro und fürs Kombi-Ticket 30 Euro. In Hannover kostet ein Tagesticket derzeit (Winter) 17,50 Euro, dafür zahlen Kinder schon ab 3 Jahren 10,50 Euro Eintritt. Im Sommer schlagen die Karten mit 15 Euro beziehungsweise 17 Euro zu BUche.

Der Wirtschaftsplan für den Zoo Leipzig, der auch in die Haushaltsplanung der Stadt eingeht, sieht für die Jahre 2015 und 2016 eine weitere Preissteigerung beim Tagesticket auf 19,50 Euro vor. Wie die Zahlen tatsächlich aussehen werden, ist aber wohl noch offen. Jörg Junhold erklärte auf Anfrage, dass über Preisanpassungen grundsätzlich abhängig von der aktuellen wirtschaftlichen Lage und der Situation auf dem Finanzmarkt entschieden werde: „Ein Blick in die Zukunft zum jetzigen Zeitpunkt wäre reine Spekulation.“

Evelyn ter Vehn

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Am kommenden Wochenende wollen Neonazis erneut in Leipzig-Schönefeld aufmarschieren. Die rechtsextreme NPD mobilisiert ihre Unterstützer derzeit für eine Kundgebung am Samstag um 12 Uhr auf dem Stannebeinplatz, die sich gegen die vorübergehende Flüchtlingsunterkunft im Stadtteil richtet.

03.12.2013

Was die Leipziger Wohnungsgenossenschaft Unitas am Westplatz baut, hält der Berliner Verein zur Förderung der Nachhaltigkeit im Wohnungsbau für preisverdächtig: Das rund 8,5 Millionen Euro teure Neubauprojekt "Apels Bogen" ist jetzt mit dem sogenannten Planungszertifikat Nachhaltiger Wohnungsbau bedacht worden.

03.12.2013

SPD-Fraktionschef Axel Dyck kann mit Rückdeckung für seine Forderung, die städtisch finanzierte Jugendarbeit auf den Prüfstand zu stellen, rechnen. "Die CDU ist für einen Dialog zum Förderdschungel mit der SPD bereit", sagt deren Stadtrat Karsten Albrecht.

19.05.2015
Anzeige