Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Deiche im Leipziger Süden weichen auf – Pegel der Weißen Elster steigt weiter
Leipzig Lokales Deiche im Leipziger Süden weichen auf – Pegel der Weißen Elster steigt weiter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:33 02.06.2013
Anzeige

Dann gilt auch für Leipzig die höchste Alarmstufe 4.

„Dann leiten wir einen Teil der Weißen Elster in den Zwenkauer See um“, erklärte Axel Bobbe, Leiter der Talsperrenverwaltung Untere Pleiße. Zwischenzeitlich war diese Aktion schon für Sonntag geplant. Das Wasser blieb am Nachmittag aber knapp unter dem Grenzwert.

Fotos von der Hochwassersituation in Leipzig

Zur Galerie
Leipzig. Das Elsterhochwasser im Juni dieses Jahres hat auch in Leipzig erhebliche Schäden angerichtet. Zur Beseitigung dieser unterstützt der Freistaat Sachsen die Stadt mit 4,6 Millionen Euro. Am Freitag überreichte Sachsens Wirtschaftsminister Sven Morlok einen sogenannten Wiederaufbauplan an den ersten Bürgermeister Leipzigs, Andreas Müller.

Dennoch: Die Situation bleibt auch dann angespannt. Sorgen machen den Einsatzkräften vor allem die Deiche im Süden Leipzigs, zwischen Stadtgrenze und Brückenstraße. Die 60 seit Sonnabend in drei Schichten eingesetzten Deichläufer entdeckten immer wieder undichte Sickerstellen. „Dort haben wir Sandsäcke zum Schutz ausgelegt“, sagte Peter Heitmann, stellvertretender Leiter der Branddirektion, gegenüber LVZ-Online. Er leitet den Katastrophenstab und koordinierte am Sonntagabend den Einsatz der rund 250 Helfern von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und städtischen Behörden bis in die Nacht. Für weitere Fragen sei ein Bürgertelefon unter der Nummer 0341/123-0 geschaltet worden.

Sanierte Deiche halten

Im Norden der Stadt sieht Ordnungsbürgermeister Heiko Rosenthal (Linke) kaum Gefahr. „Da zahlt sich jetzt aus, dass wir dort nach dem Hochwasser 2011 die Deiche erneuert haben“, sagte er. Rosenthal warnte vor dem Betreten der fast 30 Kilometer langen Schutzanlagen in Leipzig. Die Stadt habe am Sonnabend eine Allgemeinverfügung erlassen, die das verbietet. Vor allem Schaulustige sollen von den Deichen fern gehalten werden.

[image:phpkIAo2D20130602194533.jpg]

Luppe und Nahle waren am Sonntag bis zu den Ufern gefüllt. Laut Bobbe sei deshalb auch eine Öffnung des Wehres im Auwald diskutiert und vorbereitet worden. Anwohner aus Böhlitz-Ehrenberg und Leutzsch, vor allem aber Schlobachs Hof, müssten dann mit Überschwemmungen rechnen. Bürgermeister Rosenthal gab am Abend aber Entwarnung. „Im Augenblick besteht für eine Öffnung kein Bedarf“, sagte er. Nicht so kritisch ist die Lage in Leipzig an Pleiße und Parthe. Dort gilt die Alarmstufe 2.

Feuerwehr ordert Sandsäcke

Die Feuerwehr hat am Sonntag ihre Reserven an Sandsäcken aufgestockt. Vor der Hauptfeuerwache wurden mehrere prall gefüllte Container abgeladen. Auch bei den Freiwilligen Feuerwehren in Böhlitz-Ehrenberg und Plaußig liegen Sandsäcke bereit. „Bürger haben bisher aber kaum nachgefragt“, berichtete Rosenthal. Er sieht für Eigenheimbesitzer derzeit auch keine akute Gefahr.

Die Lage an der Weißen Elster hatte sich am Sonntag nach erneuten Regenfällen in der Nacht zuvor noch einmal zugespitzt. Nachdem der Pegel zwischenzeitlich gesunken war, nahmen die Fluten im Tagesverlauf wieder an Fahrt auf. Zwischen Sonnabend und Sonntag hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) innerhalb von 24 Stunden teils erheblichen Niederschlag gemessen.

"In Stützergrün fielen mehr als 100 Liter pro Quadratmeter", sagte DWD-Meteorologe Henry Geyer. In anderen Regionen in Südwest-Sachsen seien Mengen von 50 bis 90 Liter pro Quadratmeter verbreitet gewesen. Aus diesen Regionen speisen sich die Weiße Elster und die Pleiße. Am Sonntag nahm das nächste Regengebiet Kurs auf Sachsen. Erst am Montagnachmittag soll der Niederschlag nach DWD-Angaben aufhören.

Matthias Roth

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ursprünglich sollte die Umweltzone nur die Feinstaubbelastung in Leipzig verringern. Bei Heinz Künzel reduzierte sie aber auch die familiären Begegnungen. Denn seine Tochter sieht der Zwickauer inzwischen seltener.

01.06.2013

Zwei Jahre durfte er nicht aus seiner Box. Dem Fahrzeug fehlten genau fünf Jahre zum Oldtimerstatus, deshalb war eine Fahrt durcht die Umweltzone tabu. Jetzt lässt die Stadtverwaltung den Panther Kallista doch wieder auf die Straße.

01.06.2013

Lachend spielt die siebenjährige Leonie mit ihrer kleinen Schwester Emily. Aus bunten Knetmais-Stücken haben die Geschwister ein Bild geklebt. Aus dem Pullover der einjährigen Emily ragt ein kleiner Plastikschlauch - ihre Lebensgrundlage.

31.05.2013
Anzeige