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Lokales Dem Rathaus kein Bedürfnis: öffentliche Toiletten-Anlage im Clara-Zetkin-Park
Leipzig Lokales Dem Rathaus kein Bedürfnis: öffentliche Toiletten-Anlage im Clara-Zetkin-Park
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15:36 19.05.2015
Die bislang einzige öffentliche Toilette reicht für die Besuchermassen längst nicht mehr. Quelle: André Kempner

Bei den Leipzigern ist er das wohl beliebteste Naherholungsziel: der Clara-Zetkin-Park. 28 Hektar groß, innenstadtnah, ein Eldorado für Naturliebhaber. Zu Tausenden lockt die grüne Lunge bei schönem Wetter Spaziergänger, Sonnenanbeter, Grillgemeinschaften, Radfahrer und Ruhesuchende an. "Der Park wird immer intensiver genutzt", berichtet Eberhard Wiedenmann. Der Gastronom weiß, wovon er spricht. Er betreibt dort den Musikpavillon, der sich mittlerweile zu einem angesagten Biergarten mit regelmäßigem Kulturprogramm verwandelt hat. "Dass von Jahr zu Jahr mehr Leute in den Park kommen, sehen wir nicht nur am Umsatz", sagt Wiedenmann, "sondern auch an der Frequenz der Toilettenbenutzung." Wurden 2008 bei Veranstaltungen im Umkreis noch 10 000 Besucher gezählt, so waren es in diesem Jahr schon zehnmal so viele.

Gerade wenn an den Tischen kaum ein Platz frei bleibt, stehen die Leute vor der Toilette des Lokals Schlange. Gäste des Biergartens beschwerten sich schon darüber. Denn diejenigen, die dort anstehen, kommen längst nicht nur aus dem Musikpavillon. Immer mehr Parkbesucher sind auf das WC dort angewiesen. Denn im gesamten Clara-Park gibt es nur ein einziges öffentliches stilles Örtchen - eine vollautomatische Kabine, rollstuhlgerecht, abseits aufgestellt in der Nähe eines Depots der Stadtreinigung. Ansonsten verfügen lediglich die Parklokale über Toiletten. Doch die sind eigentlich für die Gäste da. Bei Großveranstaltungen werden im Park zwar Dixi-Klos aufgestellt - die Plastecontainer sind allerdings nicht nach jedermanns Geschmack. Wiedenmann ergriff daher die Initiative. "Wir haben am Musikpavillon einen Wirtschaftshof und untersucht, ob wir da was machen können", erzählt er. Und er will was machen! Versorgungsleitungen liegen an, die Bewirtschaftung kann er über das Lokal sicherstellen. "Wir müssten nicht mal etwas in die Landschaft stellen, sondern könnten eine moderne WC-Anlage in die Tiefe bauen, die dann auch zentral liegt", sagt er. 250 000 Euro soll das neue Park-WC (elf Kabinen für Frauen, vier Kabinen und sieben Urinale für Männer, zehn Waschplätze), zwischen 50 und 70 Cent die Benutzung kosten.

Wiedenmanns Ziel ist die Eröffnung der Toilette nächstes Jahr zu Saisonbeginn. Doch die Sache mit dem Bedürfnis, das keinen Aufschub duldet, ist den Behörden offenbar kein großes Bedürfnis. Den Bauantrag stellte der Gastronom bereits in diesem Frühjahr. Eine Entscheidung steht bis heute aus. Auf eine LVZ-Anfrage reagierte das Baudezernat gestern schmalllippig: "Das Vorhaben befindet sich noch in Prüfung. Die Stadt steht dem Vorhaben grundsätzlich positiv gegenüber."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.10.2013

Klaus Staeubert

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