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Demonstrationen vor Asylunterkunft - Bürgerverein für besseres Image von Schönefeld

Demonstrationen vor Asylunterkunft - Bürgerverein für besseres Image von Schönefeld

Die Interims-Flüchtlingsunterkunft in der Löbauer Straße, in der gegenwärtig rund 100 Menschen aus verschiedenen Krisengebieten untergebracht sind, wird am Montagabend einmal mehr zum Schauplatz von Protesten.

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Die Interims-Flüchtlingsunterkunft in Schönefeld war immer wieder Schauplatz von Demonstrationen, wie hier im November 2013.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Der Bürgerverein Schönefeld wehrt sich derweil dagegen, dass das Viertel als Krisenherd abgestempelt wird.

Während eine rechtsextreme Gruppe unter dem Motto "Leipzig steht auf" Stimmung gegen die Asylsuchenden machen will, wendet sich ein breites Bündnis aus Bürgerinitiativen, Lokalpolitik und Kirche gegen Ausländerfeindlichkeit und Fremdenhass. "Schönefeld ist ein vielseitiger, entspannter und interessanter Stadtteil. Ein Stadtteil, dem nur eines fehlt: ein wahrnehmbares Image."

Mit diesen Worten leitet Michael Reinhardt, der Vorsitzende des Bürgervereins Schönefeld, eine Erklärung zum jüngsten LVZ-Beitrag "Krisenherd Schönefeld" ein. Schönefeld biete citynahe Infrastruktur, Möglichkeiten der Erholung in Parks und Grünflächen. In Schönefeld lasse es sich "nach jedem Geschmack und Geldbeutel wohnen", so Reinhardt weiter. Es gebe Schulen und Kitas, junge und ältere Einwohner.

"Und auf eines kann Schönefeld stolz sein: Die Hetzparolen von ein paar einfältig verbohrten und fehlgeleiteten Rechtsfanatikern fallen bei uns nicht auf fruchtbaren Boden", sagt der Bürgervereinschef über den Aufmarsch der Gruppe "Leipzig steht auf" zur Asylbewerber-Unterkunft. "Wenn sich ein paar Leute das Nachdenken sparen und sich mitreißen lassen, dann müssen wir eben mehr aufklären, mehr miteinander reden. Aber das ist keine Krise und schon gar kein Krisenherd", findet Reinhardt.

Aufklären wollen auch die Gegendemonstranten. Das Bündnis "Refugees Welcome" plant nahe des Heimes ab 17.30 Uhr eine Kundgebung pro Asyl, die evangelisch-lutherische Matthäuskirchgemeinde ab 18 Uhr - gleichfalls in Reichweite des ehemaligen Fechner-Gymnasiums - ein öffentliches Friedensgebet.

An Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) gehen die Proteste von Rechtsaußen, die mit einem Polizeieinsatz in Größenordnung verbunden sind, nicht vorbei. "Wir wollen eine internationale, weltoffene Stadt sein. Und wir wollen die moralische Aufgabe übernehmen, Flüchtlingen Zuflucht zu geben. Insofern appelliere ich an alle die, die skeptisch sind, mit diesen Menschen ins Gespräch zu kommen, sich von ihnen ihre Geschichte erzählen zu lassen", sagt das Stadtoberhaupt. "Mein ausdrücklicher Dank gilt all den friedlichen Demonstranten, die den ewig Gestrigen ihren friedlichen Protest entgegensetzen."

"Verfolgung, Flucht - und dann?" - so lautet, passend zur Lage, der Titel einer Veranstaltung, die am Dienstag ab 18.30 Uhr in der Bibliothek Schönefeld, Shukowstraße 56, stattfindet. Die Städtischen Bibliotheken haben zu der "aufklärenden Veranstaltung" kompetente Gäste eingeladen, darunter einen Sozialbetreuer aus der Asylbewerberunterkunft in der Löbauer Straße und ehemalige Flüchtlinge, die inzwischen in Leipzig angekommen sind.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 03.02.2014

Felix Kretz / Dominic Welters

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