Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Denkmal soll an ermordeten Iraker in Leipzig erinnern – Demonstration gegen rechte Gewalt
Leipzig Lokales Denkmal soll an ermordeten Iraker in Leipzig erinnern – Demonstration gegen rechte Gewalt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:08 23.10.2013
Drei Jahre nach dem rassistischen Mord an Kamal K. in Leipzig erhält der gebürtige Iraker am Tatort vor dem Hauptbahnhof ein Denkmal. Quelle: Christian Nitsche
Anzeige
Leipzig

Am Donnerstagnachmittag (17 Uhr) soll das Denkmal unter den Augen von Kulturbürgermeister Michael Faber und Sachsens Ausländerbeauftragtem Martin Gillo (CDU) eingeweiht werden. Am kommenden Samstag wollen zudem etwa 300 Menschen für ein aktives Gedenken demonstrieren.

Laut der AG Erinnerungskultur der Stadt Leipzig soll das Mahnmal nur der erste Gedenkort für rechts motivierte Gewalt in der Messestadt sein. „Dies ist ein Schritt auf dem Weg der Etablierung einer eigenen Erinnerungskultur“, hieß es aus dem Gremium. Der Tod des Migranten gehört zu drei Mordfällen in Leipzig, die laut Bundesinnenministerium rechtsradikalen Hintergrund haben. Nichtstaatliche Stellen gehen allerdings noch von drei weiteren Todesfällen in Leipzig aus, die ebenfalls rechtsmotiviert waren.

Der damals 19-jährige Kamal K. war in der Nacht zum 25. Oktober 2010 vor dem Hauptbahnhof von zwei Neonazis angesprochen und niedergestochen worden. Er starb wenig später an seinen schweren Stichverletzungen. Die beiden Täter wurden 2011 zu Gefängnisstrafen verurteilt, das Gericht sah es auch als erwiesen an, dass die Männer aus fremdenfeindlichen Motiven handelten. Der Haupttäter erhielt 13 Jahre Haft mit anschließender Sicherheitsverwahrung, sein Kumpan drei Jahre Freiheitsentzug.

Demonstration am Samstagnachmittag – Behinderungen im Verkehr

Demonstration in Erinnerung an Kamal K. am Pfingstmontag 2011 in Leipzig (Archivfoto). Quelle: André Kempner

Mit Blick auf den Jahrestag der Ermordung wollen am Samstag in Leipzig zudem etwa 300 Menschen für ein aktives Gedenken demonstrieren. Unter dem Motto „Remembering means fighting“ führt der Marsch ab 14.30 Uhr durch die halbe Stadt. Nach einer Auftaktkundgebung an der Schletterstraße in der Leipziger Südvorstadt geht es über Karl-Liebknecht-Straße und Petersstraße zum Markt in die Innenstadt; danach führt die Route gen Osten via Brühl, Nikolaistraße, Wintergartenstraße, Kohlgartenstraße und Eisenbahnstraße, um schließlich über Wurzner Straße und Johannisplatz auf dem Augustusplatz ein Ende zu finden. Auf der ganzen Strecke müsse bis 20 Uhr mit Behinderungen im Verkehr gerechnet werden, teilte das Ordnungsamt mit.

Wie Maximilian Schmidt von der Initiative „Rassismus tötet!“ sagte, soll der Protestmarsch nicht nur an Kamal K. erinnern: „Zugleich kritisieren wir die fehlende politische und gesellschaftliche Sensibilität im Umgang mit rechter Gewalt. Weiterhin werden Menschen aufgrund ihrer Herkunft, ihres sozialen Status oder ihrer Sexualität diskriminiert und in ihrer Unversehrtheit bedroht“, so der Sprecher am Mittwoch.

Matthias Puppe

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) hat anlässlich des Internationalen Internettags hierzulande eine Internetwoche initiiert: Vom 29. Oktober bis 4. November finden dabei bundesweit verschiedene Aktionen und Veranstaltungen bei und mit den BAGSO-Verbänden und vielen Partnern statt.

23.10.2013

Bis 2001 war Irene Zoch, Jahrgang 1939, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Forschungsabteilung am Herder-Institut der Uni Leipzig. Dann Ruheständlerin, hatte sie mit ihrem Mann die Heimatstadt Leipzig verlassen, um in Heinersdorf bei Bad Lobenstein ländliche Idylle zu genießen.

23.10.2013

Im Jahr 1015 wurde "urbe libzi" erstmals urkundlich erwähnt. Zum Jubiläum Leipzigs 2015 zeigt die Serie "Da staunst du -" 100 Facetten der 1000-Jährigen. Heute Teil 16: die Niederlassung des Deutschen Wetterdienstes (DWD).

23.10.2013
Anzeige