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Lokales Denkmaltag in Pathologie, im Felsenkeller und auf der Galopprennbahn
Leipzig Lokales Denkmaltag in Pathologie, im Felsenkeller und auf der Galopprennbahn
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09:30 10.01.2017
Die Löffelfamilie in der Karli lässt sich Sonntagabend per App zum Leben erwecken.   Quelle: Foto: Leipzig report
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Leipzig

 Felsenkeller, Pathologie, Feinkost, Galopprennbahn – seltene Einblicke sind am Sonntag bei 60 Führungen, Vorträgen und Aktionen möglich. Die werden beim Tag des offenen Denkmals angeboten, der diesmal unter dem Motto „Handwerk, Technik, Industrie“ steht. Kulturbürgermeister Michael Faber (parteilos) wird den Veranstaltungsreigen am Sonntag um 10 Uhr im Felix-Klein-Hörsaal der Fakultät Mathematik und Informatik der Universität Leipzig, Augustusplatz 10, eröffnen. Dort ist ein Teil einer Spezialsammlung der Uni Leipzig, die 280 Modelle und Modellfragmente zur Geometrie, Algebra und Kinetik umfasst, zu besichtigen.

Die Leipziger Denkmalstiftung lädt derweil in den Felsenkeller ein. Dort erfolgt der Startschuss für das diesjährige Pegasus-Projekt „Stil, Kultur und Lifestyle im Felsenkeller“, das die Stiftung gemeinsam mit Schülern des Anton-Philipp-Reclam-Gymnasiums durchführt. „Für uns ist es besonders wichtig, das Bewusstsein für die Bedeutung von Baudenkmalen und historischen Stadtansichten schon früh zu wecken“, sagt Projektbetreuer Dave Tarassow von der Denkmalstiftung. Die Schüler werden ein Schuljahr lang am Beispiel des Felsenkellers städtisches Kulturgut und die Einzigartigkeit des Stadtbilds erforschen. „Wir organisieren Ausflüge und geben den Schülern einen Einblick in die Geschichte des Felsenkellers.

Zum Finale des Projekts planen die Schüler eine Ausstellung zur Hausgeschichte – von der Arbeiterbewegung bis zur heutigen Nutzung“, erklärt Tarassow. Am Sonntag ist das ehemalige Ballhaus in der Karl-Heine-Straße 32 von 12 bis 20 Uhr offen. Führungen durch die Anlage werden um 12.30 Uhr, 14.30 Uhr sowie um 16.30 Uhr und 18.30 Uhr angebo-
ten.

Wer wissen möchte, warum die Rennbahn im Volksmund als „Nudeltopp“ bezeichnet wird, wie früher gewettet wurde oder warum das Scheibenholz oft mit der Pariser Rennbahn Chantilly verglichen wird, kann dort an einem Rundgang teilnehmen. Die Scheibenholz GmbH bietet vier Führungen an, die Einblicke in den imposanten Tribünenkomplex, in das historische Waagegebäude, den Totalisator sowie in die Jockeystuben gewähren. Start ist um 10.30, 12.30, 14.30 sowie 16.30 Uhr. Es wird um eine Voranmeldung gebeten per E-Mail: info@scheibenholz.com oder Telefon 0341 33730063. Um 11.30 und 15.30 Uhr veranstaltet der Rennstall Angermann ein öffentliches Showtraining.

Auch im Keller des Kabaretts „Academixer“ , im Bismarckturm in Lützschena und in den Instituten für Pathologie und Rechtsmedizin werden selten gewährte Einblicke angeboten. Zahlreiche Kirchen, Bauwerke wie Bayerischer Bahnhof, Feinkost, Gohliser Schlösschen, Schauspielhaus oder Stadtbad warten ebenfalls auf Besucher.

Im Schacht Dölitz kann die Braunkohleförderung, die von 1903 bis 1959 für die Stromversorgung Leipzigs zuständig war, nachempfunden werden. Wegen noch erforderlicher Sanierungsarbeiten, so die IG Schacht Dölitz, sei ein Zugang zur Schachtanlage selbst nicht möglich. Führungen vom angrenzenden Schachtgelände in der Helenenstraße gibt es 13, 14, 15 und 16 Uhr.

In der Südvorstadt besteht die seltene Möglichkeit, die Zentrale Hinrichtungsstätte der DDR in der Alfred-Kästner-Straße (Eingang Arndtstraße 48) zu besichtigen. In der letzten Hinrichtungsstätte auf deutschem Boden wurden 64 Todesurteile zwischen 1968 und 1981 vollstreckt. Unter dem Titel „Todesstrafe in der DDR – Hinrichtungen in Leipzig“ bietet das Bürgerkomitee Interessierten von 11 bis 16 Uhr Führungen durch die weitgehend authentisch erhaltenen Räume an. Ebenfalls geöffnet: Die Gedenkstätte Museum in der "Runden Ecke" mit Besichtigungen vom Keller bis zum Boden sowie der ehemalige Stasi-Bunker Machern.

Die Restaurierungs- und Kirchenmalerwerkstatt Oswald Pfister in der Baumwollspinnerei, Halle 10B, in der Spinnereistraße erwartet ebenso Gäste.

Bei kostenfreien Führungen im Alten Rathaus, 11 und 14 Uhr, wird der Schwerpunkt auf die Entwicklung des Handwerks und der technischen Neuerungen in Leipzig gelegt.

Die Einführung der ersten Straßenbeleuchtung 1701 mit 700 Öllampen sowie die Anstellung von städtischen Sänftenträgern für zunächst 12 Sänften zur öffentlichen Personenbeförderung 1703 sind Beispiele für eine Vielzahl von Innovationen in Leipzig.

In Portitz wird sogar ein ganzer Wandertag organisiert. Eigentümer öffnen ihre geschützten Vierseithöfe.

Das Kleingärtnermuseum hat von 10 bis 14 Uhr geöffnet. Als Highlight wird eine spezielle Radtour „Leipziger Stadtgrün im Spiegel des Wachstums des 19. und 20. Jahrhunderts“ geboten. Startzeiten sind jeweils 11, 13 sowie 15 Uhr direkt am Museum in der Aachener Straße.

Von Mathias Orbeck

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