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Lokales Der Förderverein Völkerschlachtdenkmal hat sein 20-jähriges Bestehen gefeiert
Leipzig Lokales Der Förderverein Völkerschlachtdenkmal hat sein 20-jähriges Bestehen gefeiert
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10:01 29.10.2018
Sachsens Justizminister Sebastian Gemkow, Klaus-Michael Rohrwacher (Vorsitzender des Völkerschlachtdenkmal-Vereins) und Oberbürgermeister Burkhard Jung enthüllen drei neue Bronzeplatten mit den Namen weiterer Stifter an der Haupttreppe. Quelle: Armin Kühne
Leipzig

„Die menschliche Gesellschaft gleicht einem Gewölbe, das zusammenstürzen müsste, wenn sich nicht die einzelnen Steine gegenseitig stützen würden.“ Das Zitat des römischen Philosophen Seneca schien dem Oberbürgermeister ganz passend zu diesem Anlass. Der Förderverein Völkerschlachtdenkmal hatte am Freitag sein 20-jähriges Bestehen gefeiert. OBM Burkhard Jung (SPD) ist die inzwischen 250 Mitglieder zählende Truppe schon immer eine Herzensangelegenheit. Denn ohne diesen Verein wäre dem Denkmal wohl das widerfahren, was in den 90er-Jahren schon mal offen ausgesprochen wurde: der kontrollierte Verfall. Das wäre in vielerlei Hinsicht ein Verlust gewesen. Historisch betrachtet sowieso, inzwischen auch aus touristischer Perspektive.

OBM Jung: „Bestes Beispiel für gelebte Zivilgesellschaft“

Senecas Bild übertrug Jung während der Feierstunde in die heutige Zeit. Die Gesellschaft, so der OBM, könne nur in dem Maße dem Einzelnen dienen, wie der Einzelne bereit sei, sich für alle einzusetzen. Leider gehe diese Bewusstsein immer mehr verloren, der Förderverein Völkerschlachtdenkmal sei aber das beste Beispiel dafür, dass es eben auch anders geht, ein Beispiel für gelebte Zivilgesellschaft. Bürgerschaftliches Engagement sei schon die Grundlage beim Bau des Denkmals vor über 100 Jahren gewesen, erklärte der Vereinsvorsitzende Klaus-Michael Rohrwacher. Er hatte am Freitag die Ehrennadel und Ehrenurkunde der Stadt Leipzig erhalten (die LVZ berichtete). „Wir verbeugen uns vor Ihnen – mit Demut, mit Stolz, mit Ehrfurcht, mit Verehrung und vor allem mit unserer Dankbarkeit“, sagte Rohrwacher in Richtung der zahlreichen Spender und Förderer.

Verein hat schon knapp drei Millionen Euro gesammelt

„Hier wird nicht gewartet, hier wird gehandelt und Verantwortung wahrgenommen“, sagte Burkhard Jung über den Verein. Mit diesem sei das möglich geworden, was die öffentliche Hand „nicht geschafft hat oder nicht schaffen wollte“. Die starke Kraft des Vereins habe eine politische Zustimmung über alle Fraktionen für die Sanierung herbeigeführt – im Stadtrat und auch im Landtag. Und so gibt es nach 20 Jahren eine Bilanz aus mehreren Säulen. Der Verein hat knapp drei Millionen Euro an Spenden gesammelt. Die Stadt hat 16,5 Millionen Euro draufgepackt, der Freistaat 7,5 Millionen.

„Aus dem schwarzen Koloss wurde ein strahlendes, freundliches Denkmal“, sagte Jung. „Die Nazis, die das Denkmal 1998 zu ihrem Ort machen wollten, haben nicht gewonnen“, sagte der OBM. Auch an dieser Botschaft habe der Förderverein mitgewirkt.

Minister Gemkow: Denkmal steht heute für Aussöhnung und Völkerverständigung

Auf den Missbrauch des Denkmals für völkisches Gedankengut durch die Nationalsozialisten ging Sebastian Gemkow (CDU) ein. Sachsens Justizminister gab einen umfassenden historischen Überblick. Das Denkmal stehe inzwischen für Aussöhnung und Völkerverständigung – auch wenn der europäische Frieden heute wieder bedroht sei. Es brauche immer wieder die Reflexion und die Einordnung des Bauwerks in die historischen Zusammenhänge. „Lassen Sie uns jeden Tag für ein friedliches Miteinander sorgen“, erklärte Gemkow, „damit wir nie wieder das entsetzliche Leid von Krieg und Gewaltherrschaft erleben müssen.“

Von Björn Meine

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