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Der Leipziger Auensee - eine Oase nahe der Stadt

Naherholung Der Leipziger Auensee - eine Oase nahe der Stadt

Für Camper, Spaziergänger, Radler ist er beliebtes Ziel: der Auensee. Junge Familien und Großeltern mit ihren Enkeln schätzen die Oase mit Parkeisenbahn, Bootsverleih und Spielplatz. Lediglich die ehemalige Jugendherberge trübt das Bild. Und der See riecht ein wenig.

Nach einem Betreiberwechsel: Der Campingplatz am Auensee ist gut gebucht. Die Knaus KG hat in den nächsten Jahren noch einige Investitionen geplant.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Sie ist erfahrene Camperin und des Lobes voll. „Ich war erst skeptisch, ob man in Leipzig campen sollte“, sagt Annette-Christine Lenk (56) aus Oldenburg, die mit Mann Hans-Georg und den Kindern eine ganze Woche am Auensee verbracht hat. „Viel Grün, mitten in der Stadt, ordentliche Toiletten, heißes Wasser, das hat man nicht überall“, empfiehlt sie nun. Camp-Manager Thomas Schäfer (51) hört das gern. Nach einem Betreiberwechsel hat der Campingplatz im März quasi einen Neustart hingelegt.

Hausherr auf dem traditionsreichen Platz, der seit 1970 besteht, ist nun die Helmut Knaus KG aus dem unterfränkischen Ochsenfurt. Die betreibt 24 Campingparks in ganz Deutschland. Am Auensee will das Familienunternehmen mehrere hunderttausend Euro investieren. Zunächst wurden eine vollbiologische Kläranlage und eine hoch effiziente Heizungsanlage für das Gelände errichtet, zu dem 160 Stellplätze, reichlich Zeltplätze, 47 Ferienhäuser sowie 11 Finnhütten gehören. Kläranlage und Heizung waren wohl auch der Grund, warum die Stadt als Eigentümer des Areals den vorherigen Vertrag kündigte und einen Neustart samt Investor wollte. Der verlief recht reibungslos. „Bereits im Mai hatten wir einen Rekord – mit knapp 7000 Gästen so viele wie nie in einem Mai zuvor“, sagt Schäfer, der den Platz seit 1996 führt und wie die meisten Mitarbeiter von der Knaus KG übernommen wurde. „Dieses Jahr werden wir wohl kein Geld verdienen, da der Investitionsbedarf hoch ist.“

Ein Erbbaupachtvertrag über 50 Jahre ermögliche aber notwendige Modernisierungen, etwa in den Ferienhäusern. Die Trinkwasserleitung soll ebenfalls erneuert werden. Derzeit ist die Gaststätte zu, für die wird momentan ein Pächter gesucht. Geplant ist, den Löschteich ökologisch zu erneuern, das Wasser später auch für die Toilettenspülung zu nutzen. „Das hängt aber davon ab, wie die Saison läuft.“ Angestrebt werden bis zu 45000 Besucher pro Jahr. Großveranstaltungen wie AC/DC-Konzert, Röntgen-Kongress, Kleintier-Messen oder Konzerte im Haus Auensee machten sich sofort auf die Auslastung bemerkbar. Die meisten Gäste sind zufrieden. „Viele, und ich als Leipziger auch nicht, verstehen aber nicht, warum im Auensee kein Baden möglich ist“, so Fischer.

Daran wird sich wohl auch nicht viel ändern. „Es ist ein Landschaftssee. Aufgrund seines Zustandes ist es schwierig einzuschätzen, ob sich das einmal ändert“, sagt Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal (Linke). Ältere Leipziger erinnern sich, dass es dort in den 1960er Jahren ein Sportbad gab. In den 1980er Jahren wurde das Baden im See verboten. Er wird hauptsächlich durch sauerstoffloses und nährstoffreiches Grundwasser gespeist. Dies führt zu einem hohen Algenwachstum und einer kontinuierlichen Verschlammung. Oft sind auch Fische verendet. Nun hat die Stadt Tiefenwasserbelüfter installiert. Ab und an riecht der See aber ein wenig.

Das stört die Gäste, die im „Haus am See“ einen Pelikan, einen Schwan oder ein Tretboot ausleihen aber wenig. Ganz idyllisch gelegen, lockt der liebevoll ausgebaute Imbiss an lauen Sommertagen reichlich Besucher an. „Wir bemühen uns um einen guten Service, haben das ganze Jahr geöffnet“, so Firmenvertreterin Nicole Schelbert. Das Haus, an dem auch Tafeln über die Geschichte des Auensees informieren, habe sich besonders auf die Bedürfnisse von Familien, aber auch der Senioren aus den umliegenden Pflegeheimen eingestellt. Die Kinder zieht es auch auf den nahe gelegenen Spielplatz und zur Parkeisenbahn, die gerade in den Ferien täglich ihre Runden dreht. „Was die Pflege betrifft, ist der Park in einem guten Zustand. Wir sind auch mit der Entwicklung des Haus Auensee zufrieden“, sagt Bürgermeister Rosenthal. Und die meisten Leipziger werden ihm da wohl zustimmen.

Von Mathias Orbeck

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