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Der Lokomotionstrainer - ein Spezialgerät mit vielen Leipziger Vätern

Der Lokomotionstrainer - ein Spezialgerät mit vielen Leipziger Vätern

Es ist ein Gerät, von dem vor Ort viele lange träumten; das dann viele Nerven kostete, und das letztlich zig Kräfte zusammenführte und jetzt alle stolz macht: ein sogenannter Lokomotionstrainer der Firma Woodway.

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Mario Wagner (links) und Stefan Srugies (rechts) mit dem Berliner Patienten Christian Schmidts auf dem Lokomotionstrainer.

Quelle: Christian Modla

Leipzig. "Das ist ein insbesondere für Querschnittsgelähmte gedachtes Laufband mit spezieller Aufhängung. Ähnlich einem Fallschirmgurt. Man kann damit wieder Gehen lernen und gleichzeitig an Körpergewicht verlieren", erklärt Stefan Srugies. Der Chef des Neuroorthopädischen Zentrums für Physiotherapie (NOZ) Leipzig engagiert sich seit 2001 intensiv für querschnittsgelähmte Patienten.

Feuer gefangen für dieses komplexe Fachgebiet habe er seinerzeit, als er noch in den BG-Kliniken Bergmannstrost in Halle arbeitete. Ein Schwerpunkt blieb es für ihn auch später, in seiner Leipziger NOZ-Praxis. "Hier gründeten zudem Freunde und Patienten den Lei-Q, den Querschnittverein Leipzig. Die vielschichtigen Probleme Betroffener sollten vor Ort einfach auf mehrere Schultern verteilt und ein Ansprechpartner für sie in Leipzig und Umgebung etabliert werden", erzählt Srugies. Und wie das so ist - die guten alten Verbindungen! Er pflegte sie zum früheren Kollegen Daniel Kuhn, mit dem er in Halle zusammengearbeitet hatte und der in der dortigen Klinik nun die Therapieabteilung leitet.

"Er rief mich eines Tages an und erzählte, dass die Klinik ihren Woodway-Lokomotionstrainer verkauft, sie erhalte für Forschungsprojekte ein neues System. Ich hatte zuvor einmal fallen lassen, dass ich dringend so ein Gerät bräuchte. Weil ich sonst in der Therapie immer wieder an Grenzen stoßen würde. In der Neuanschaffung wäre es mir aber zu teuer", so Srugies. (So ein Teil soll neu immerhin soviel wie ein guter Mittelklassewagen kosten.) Jetzt schien die begehrte Trainingshilfe - preiswert - in Sicht. Das Leipziger NOZ kaufte sie den BG-Kliniken ab. Doch dann das: Das recht ausladende Teil passte nicht in die Praxis. Der Gesundheitssportverein Leipzig (GSV) sprang ein; bereit, das Gerät in seinen Räumen aufzustellen. Bloß musste es überhaupt erst einmal von Halle nach Leipzig kommen.

Srugies, Michael Günther vom GSV und Mitarbeiter des Bergmannstrosts versuchten sich am Demontieren, Verladen und Transport des fast eine halbe Tonne gewichtigen Laufbandes. Glücklich in Leipzig gelandet, das nächste Problem: Das Ding wurde montiert - und funktionierte nicht. "Trotz aller Mühe, wir konnten nicht feststellen, wo wir beim Aufbau etwas übersehen hatten", so Srugies. Nun wiederum eilte uneigennützig Hilfe vom Verein Lei-Q, in persona von Elektroniker Danny Heilmann, herbei. Er reparierte am Ende einen defekten Notausschalter.

"Das mit Abstand Schwierigste dann aber war, das Laufband an die Raumhöhe im GSV anzupassen", so Srugies weiter. Dazu hätten die Holme demontiert und von einem ebenso uneigennützigen Metallbauer - Mirko Hinze - gekürzt werden müssen. Einen neuen, schöneren Sockel für das Gerät baute und sponserte letztlich ebenfalls ein Mitglied des Lei-Q, Uwe Papst. Und dann - endlich - war das therapeutisch wichtige Lauftraining für Querschnittspatienten in Leipzig möglich. Einer der ersten, der davon profitierte und weiterhin profitiert, sei gar ein junger Architekt und Querschnittspatient aus Berlin, wie es hieß. Er komme dreimal die Woche für zwei Stunden Therapie extra von der Spree an die Pleiße.

Und weil letztlich so ein Laufband am Laufen gehalten sein will, nimmt jetzt der GSV auch die jährlichen Wartungskosten auf seine Kappe. Zuwendungen gab es in dieser Sache auch schon vom Leipziger Förderverein für Gesundheits- und Rehabilitationssport. Nicht zuletzt unterstützt Leipzigs Sparkasse das Projekt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom ..

Raulien, Angelika

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