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23:59 26.04.2013
Kennt sich nicht nur mit Kräutern aus: die Leipziger Koch-Legende Horst Kucha ricky. Quelle: Christian Nitsche

Und sie müssen trotz Dauerbeobachtung makellos arbeiten, um eine Chance auf diesen höchstdotierten Preis im deutschsprachigen Raum zu haben.

Chef der internationalen Jury wird der Leipziger Horst Kucharicky sein. Er agierte in Leipzig schon an so manchem Herd, hat im Hotel Continental und im Parkhotel Leipzig gelernt und als Küchenchef im Hotel "Astoria" und in "Löhrs Carré" die Mütze aufgehabt. Bei einigen Wettbewerben war er auch im Starterfeld, beispielsweise zu Zeiten der Vereinigung Interhotel oder später bei den Contests der Schweizer Catering Group Restorama. Aber die meisten erlebte Kucharicky nicht mit Messer und Kochlöffel, sondern mit Stift und Punktetabelle in der Hand, unter anderem in der Jury der Olympiade der Köche in Berlin und Erfurt.

Heute im Ruhestand, hat der 69-Jährige zwar nicht mehr Tag für Tag den Trubel einer großen Küche zu kommandieren, in kulinarischer Mission unterwegs ist der versierte Juror dennoch ununterbrochen. Und so liegt nach wie vor eine frisch gebügelte Kochuniform im Schrank bereit. Die braucht er unter anderem für seine Tätigkeit als Mann mit dem Experten-Blick, so für die Prüfungen der IHK oder den Wettbewerb des Internationalen Kochkunstvereins zu Leipzig.

Vom Chef-Juroren des Wettstreites um den Internationalen Leipziger Preis der Köche im Rahmen der Gäste-Messe ist auch zu erfahren, worum es bei diesem geht: "Sechs Mannschaften, bestehend aus Meister, Jungkoch und Lehrling, treten in der gläsernen Küche gegeneinander an. Dieser Mix aus unterschiedlichen Berufserfahrungen ist eine Leipziger Besonderheit. An jedem der drei Messe-Tage starten je zwei dieser Teams und bereiten Begrüßungshappen, Hauptgang und Dessert zu. Die Gerichte werden dann Gästen im Messerestaurant und der Jury immer gleichzeitig auf zwei halben zu einem Ganzen zusammengefügten Tellern serviert werden."

Aber die Arbeit von Kucharicky und der anderen Unparteiischen beginnt schon wesentlich früher. Derzeit laufen die ersten schriftlichen Bewerbungen ein, in denen die potentiellen Starter ihr Menü vorstellen. Nach dem Einsendeschluss Ende Mai stecken die Juroren - da in aller Welt verteilt nur per E-Mail - die Köpfe zusammen und beratschlagen, wer die raffiniertesten Rezepte eingereicht hat. "Das ist jedes Mal spannend", so Kucharicky. "Es sind ja nicht automatisch nur Sterneköche, die sich bewerben. Das Starterfeld ist ziemlich bunt. Wir hatten schon Köche-Nationalmannschaften und Meistervereinigungen im Rennen, aber ebenso die Abgesandten eines relativ unbekannten Gasthofes. Vom Namen lassen wir uns jedenfalls nicht beeindrucken."

Im September beginnt dann die heiße Phase - also die am Herd. Und was wird gezählt? Kucharicky zieht einen Bewertungsbogen aus seiner Mappe: Von insgesamt 100 Punkten sind mit 35 die meisten für den Geschmack zu holen, 20 für die fachlich korrekte Zubereitung. Aber auch solche vermeintlichen Nebensächlichkeiten wie die Ordnung am Arbeitsplatz und Zeiteinteilung werden - in diesem Fall mit acht Punkten - unter die Lupe genommen.

Bleibt noch die Gretchenfrage: Wie hat er es heutzutage mit demSelber-Kochen? "Bei Familientreffen, mache ich sozusagen den Caterer und bringe beispielsweise ein richtiges Ragout fin oder eine Schweinslende im Wirsingmantel mit. Doch das Dessert überlasse ich meinen drei Töchtern, sie sind zwar keine Köchinnen aber ich staune jedes Mal über deren Krea-tionen."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.04.2013.

Marlis Heinz

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