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Lokales Der Pelz – ein echtes Öko-Produkt
Leipzig Lokales Der Pelz – ein echtes Öko-Produkt
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00:35 16.09.2015
Pelzmodenschau in der Handwerkskammer. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Ökologisch-nachhaltig und tierschutzgerecht: Ein ganzes Wochenende lang wurde Leipzig wieder zum Zentrum der Kürschnerbranche. Erstmals tagte der Zentralverband des Deutschen Kürschnerhandwerks in der einstigen Metropole der Pelzveredlung. Zu den Höhepunkten der zweitägigen Veranstaltung in der Handwerkskammer zu Leipzig gehörten die feierliche Lehrlingsfreisprechung und eine Modenschau mit den besten Kreationen bundesrepublikanischer Kürschner. Ihre Botschaft: Das handwerkliche Erzeugnis Pelz ist ein echtes Öko-Produkt.

Gutes Farbempfinden, Sorgfalt, feinmotorisches Geschick und Freude an der Arbeit sind nötig, um als Kürschner erfolgreich zu sein. Auf dem besten Wege dorthin sind jene 14 Lehrlinge, deren dreijährige Ausbildung mit der Übergabe der Gesellenbriefe aus der Handwerkerlade offiziell zu Ende ging. Zu den jungen Fachleuten, die künftig in dem traditionsreichen Beruf arbeiten werden, gehören auch Anika Jasmin Thomas und Jessica Macuacua von der Röthaer Kürschnerei Udo Meinelt & Söhne GbR. „Rötha – die heimliche Hochburg der Pelzwirtschaft“, scherzte der Präsident der Handwerkskammer Claus Gröhn über den Innungsbetrieb aus der Kleinstadt im Leipziger Neuseenland. Wenn das mal kein Ansporn für potenziellen Nachwuchs aus dem früheren Zentrum der Pelzveredlung sei; zumal die Jung-Gesellinnen aus Rötha Überzeugendes präsentierten. Bei Jessica, Anika und Co. wurden vor allem die handwerklichen Fähigkeiten und die fachliche Verarbeitung der Materialien geprüft; Jacken und Mäntel entstanden aus Nutria- oder auch Waschbärenfellen. Vielleicht gehören die jungen Frauen schon bald zu jenen Kunsthandwerkerinnen, deren Entwürfe auf Modenschauen gezeigt werden. Auch in Leipzig wurden am Sonntag hochmodische Pelzkreationen präsentiert, bewertet und ausgezeichnet. Viele der Kürschner setzen dem klassischen Pelzmantel modische Schnitte entgegen. Allesamt alltagstauglich und trotzdem innovativ: Ob Baumwollparka mit Bisamfutter, Kapuzenjäckchen mit Rotfuchsbesatz oder auch Lammfelljacke – die neue Pelzgeneration beweist, wie kreativ das Kürschnerhandwerk sein kann. Schmückende Pelze, die wärmen und federleicht sind.

„Für diese Felle musste kein Tier extra sterben“, betonte der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Kürschnerhandwerkes Egon Samabor. „Sie sind aus Wald, Wiese oder direkt aus dem Kleiderschrank. Wir verarbeiten Felle aus waidgerechter Jagd, wenn beispielsweise Tiere erlegt wurden, um die Population im Gleichgewicht zu halten – ohne regelmäßige Bejagung der Rotfüchse hätten beispielsweise viele andere Tierarten keine Chance. Umso ärgerlicher ist, dass immer noch viele dieser Tierbälge unbeachtet im Müll landen, obwohl es wertvolle Produkte für hochwertige Kleidung sein können.“

Häufig arbeiten Samabor und seine Fachkollegen auch alte Pelze zu modernen Kleidungsstücken um. „Viele wissen gar nicht, was sich daraus für coole Teile machen lassen. Wald, Wiese oder der getragene Pelz aus dem Kleiderschrank – alles Alternativen“, so Samabor, „welche umstrittene Importware aus China ersetzen, die nicht aus tierschutzgerechter, nachhaltiger und notwendiger Jagd stammen. Und auch eine Alternative zu Faserpelzen oder anderen Synthetikprodukten, die oftmals nicht atmungsaktiv sind und vor allem nur Sondermüll erzeugen. Wir Kürschner möchten ein Stück Bewusstseinsarbeit leisten und die Verbraucher aufklären: Das handwerkliche Erzeugnis Pelz ist ein absolutes Öko-Produkt – umweltverträglich und wiederverwertbar.“

Von Ingrid Hildebrandt

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