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Lokales Der Tunnel ist fertig: Und was wird jetzt aus dem Leuschnerplatz?
Leipzig Lokales Der Tunnel ist fertig: Und was wird jetzt aus dem Leuschnerplatz?
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23:59 17.12.2013
Der Wilhelm-Leuschner-Platz: Aktuell gibt es mehr Fragen als Antworten zu dem riesigen Areal, das seit 70 Jahren brach liegt. Quelle: Regina Katzer

Aktuell gibt es mehr Fragen als Antworten zu dem riesigen Areal, das seit 70 Jahren brach liegt.

Nicht nur Olaf Schärik aus der Nordvorstadt ist enttäuscht. "Ich habe mir die Außenbereiche der neuen Stationen am Bayrischen und Leuschnerplatz extra noch mal angesehen. Es ist unglaublich: Zehn Jahre Bauzeit und nichts ist fertig", schimpft der 53-jährige Bauleiter. Tatsächlich kann beim Wilhelm-Leuschner-Platz zur Stunde niemand sagen, wann die gewaltige Brachfläche rings um ein einsames S-Bahn-Eingangsbauwerk ein schöneres Gesicht erhält. Im Oktober sollte der Stadtrat über eine Vorlage zum geplanten Freiheits- und Einheitsdenkmal abstimmen, für welches die Westseite des Platzes reserviert ist. Doch wegen Querelen um eine überraschende Neubewertung der Siegerentwürfe gibt es diese Vorlage bis heute nicht. Aktuell verlangt Sachsens Vergabekammer eine Neubewertung der Neubewertung. Ob die Stadt sich dazu durchringt, will sie erst Ende Januar mit Partnern von Bund und Land besprechen. Zudem behält sich ein Wettbewerbsteilnehmer vor, gegen die Stadt zu klagen. Ursprünglich sollte das Denkmal zum 25. Jahrestag der Friedlichen Revolution am 9. Oktober 2014 eingeweiht werden. Zurzeit ist offen, ob dann wenigstens die Grundsteinlegung gelingt.

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Nur wenig besser sieht es für den Ostteil des Leuschnerplatzes aus. Wegen seiner Historie nennen ihn manche Leipziger heute wieder Markthallenviertel. Nach jahrelangen Vorbereitungen sollte der Stadtrat im Oktober 2013 den Bebauungsplan für dieses Gebiet beschließen, damit auch den Weg für den Neubau einer Markthalle am authentischen Ort freimachen. Das betreffende Grundstück, in dem noch die alten Keller der 1943 zerbombten Markthalle schlummern, hat die Kommune unlängst für 2,5 Millionen Euro an die Leipziger Stadtbau AG verkauft. Doch wann der Investor einen Architektenwettbewerb für seinen Neubau starten kann, bleibt offen. Denn auch der Bebauungsplan erreichte bis heute nicht den Stadtrat zur Entscheidung - Termin ungewiss.

Stattdessen konnte sich das Stadtforum (ein Zusammenschluss von Architekten, Denkmalschützern, Bürgerinitiativen) nun einige Sympathien für einen alternativen Bebauungsplan erwerben. Dieser Entwurf greift stärker das historische Bild des Markthallenviertels auf, verzichtet auf eine Verlängerung der Leplaystraße, will über das Eingangsbauwerk der Tunnelstation eine neue Ausstellungshalle stülpen. Laut Wolfram Günther, dem Sprecher des Stadtforums, ließe sich das Freiheits- und Einheitsdenkmal auf jenem Oval verwirklichen, das einstmals Königsplatz hieß.

Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau verweist darauf, dass der Verwaltungsentwurf nur "Art und Maß der künftigen Nutzung" festschreibt, damit viel flexibler sei als die Alternative. Dennoch will Dubrau nun erst mal im Januar mit dem Stadtforum sprechen - bevor vielleicht mehr Klarheit zur Zukunft des Leuschnerplatzes einzieht.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.12.2013

Rometsch, Jens

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