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Lokales Der Waldplatz bebt - Anwohner beschweren sich über Flickschusterei der LVB
Leipzig Lokales Der Waldplatz bebt - Anwohner beschweren sich über Flickschusterei der LVB
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23:59 01.08.2013
Unzufrieden mit dem Straßenbahnverkehr am Waldplatz, dem Lärm und den LVB: Andreas Ochmann, Francesco Scerra und Nicola Pastore (von links). Quelle: André Kempner

Klingt nach einem soliden Plan, ist es aber nicht, meinen einige Anlieger rund um den Waldplatz. Für die Betroffenen wollen sich Anwohner Andreas Ochmann, Gastronom Francesco Scerra und Vermieter Nicola Pastore stark machen - was aus ihrer Sicht Not tut, da die LVB an dem Knotenpunkt nur aus der Not heraus operieren, so der Tenor. "Das Gleisbett hier müsste komplett neu saniert werden", fordert Ochmann, "was die LVB jetzt vorhaben, ist reine Flickschusterei, damit ist das Problem nicht behoben." Besagtes Problem hat mehrere Facetten.

Laut LVB ist der Kreuzungsbereich Waldplatz bereits zu einer sogenannten Langsamfahrtstrecke erklärt worden. Heißt: Für die regulär vier dort passierenden Linien gilt ein Tempolimit von 15 Kilometern pro Stunde. "Fakt ist", meint Ochmann jedoch, "dass sich nur wenige Straßenbahnfahrer daran halten, der Lärm ist unerträglich." Einerseits für die Anwohner, andererseits für die umliegenden Geschäfte. "Durch die Erschütterungen, wenn die Straßenbahnen hier vorbeidonnern, haben die Wände und Fußbodenfliesen in den Häusern schon Risse", erklärt Nicola Pastore, der mehrere Immobilien am Waldplatz sein Eigen nennt. Dabei, sagt Pastore, gehe es nicht nur um die Schäden oder die hohe Fluktuation an Mietern, die die Häuser ringsum oft schon nach einem Jahr wieder verlassen würden - oder früher. "Die Leute haben auch ein Recht darauf, nachts ruhig schlafen zu können", so der Hausverwalter, "aber doch nicht bei diesem Lärm."

Der Krach setzt auch Francesco Scerra zu. "Bei dem Geräuschpegel stehen die Gäste auf und gehen", klagt der Ristorante-Besitzer, "die Situation momentan ist geschäftsschädigend." Somit kommt das Trio zu dem Schluss, dass eine "tragbare Lösung" her muss, am besten in Form einer Generalüberholung von Gleisen und Unterbau - was den LVB zufolge im nächsten Jahr geschehen soll.

"Die Probleme der Anlieger sind uns bekannt", räumt Unternehmenssprecher Marc Backhaus ein, "am Waldplatz ist es teilweise sehr laut." Bedingt durch die hohe Frequentierung, die Wetterkapriolen in diesem Jahr und den daraus resultierenden Verschleiß der Schienen "konnten wir aus Sicherheitsgründen nicht mehr länger warten". Da die Gleise locker im Bett liegen, komme es eben zu den Vibrationen, die den Anwohner auf den Geist gehen. Allerdings spricht Backhaus auch von einer "Notreparatur", die nun ansteht und fügt hinzu: "Im Investitionsplan ist vorgesehen, die Strecke 2014 grundlegend zu erneuern." Gespräche dazu seien schon in Gang gesetzt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 02.08.2013

Felix Kretz

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