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Lokales Der große Brocken Wasserbecken – Sanierung am Völkerschlachtdenkmal läuft
Leipzig Lokales Der große Brocken Wasserbecken – Sanierung am Völkerschlachtdenkmal läuft
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00:16 11.04.2017
Der Förderverein Völkerschlachtdenkmal vergibt Stifterbriefe, durch die die Spender die Sanierung des mittlerweile abgepumpten Wasserbeckens finanziell fördern. Quelle: Foto: Christian Modla
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Leipzig.

Es geht voran: Die komplette Natursteinrüstung des Wasserbeckens ist demontiert. Die Teile werden aufgearbeitet und gereinigt. Auch der Schlamm, der sich jahrelang angesammelt hat, kommt bald weg. Das Becken zu sanieren, ist das hehre Ziel des Fördervereins Völkerschlachtdenkmal, der dafür eifrig Geld sammelt und die Werbetrommel rührt. „Es ist für mich nach wie vor ein Phänomen, wie tatkräftig die Leipziger zu ihrem Wahrzeichen stehen und seine Sanierung unterstützen“, sagt Klaus-Michael Rohrwacher, der Vorsitzende des Fördervereins. Dieser Tage konnten erneut Stifterbriefe in Gold, Silber und Bronze an Menschen übergeben werden, die mit ihrer Spende die notwendigen Bauarbeiten – derzeit stehen die vor allem an den Außenanlagen des Koloss aus – fördern.

Den 600. Stifterbrief erwarb die Landmetzgerei Reiche aus Beucha: „Unser Hauptsitz ist hinter der Wehrkirche am Steinbruch“, erzählt Inhaber Gábor Nyári. Dort wurde Granitporphyr für den Bau des Denkmals gewonnen. Ein Firmengründer war sogar Steinmetz. „Das verbindet und so entstand die Idee, eine Völker-Salami zu produzieren, die wir auch auf Messen anbieten.“ Leidenschaftlich engagiert fürs Denkmal ist Wolfgang Schmidt (90), der schon den zweiten Stifterbrief erworben hat: „Von Kindheit an war ich oft am Denkmal“, so der gelernte Industriekaufmann, der bei Felsche in Gohlis und später in der Wohnungswirtschaft der Stadtverwaltung arbeitete. „Das Wasserbecken ist der letzte große Brocken“, bekräftigt Steffen Poser, der Leiter des Denkmals. Die Arbeiten sind mit Kosten von 2,4 Millionen Euro veranschlagt. Der aktuelle Spendenstand für das Becken beträgt 735814 Euro. Etwa 240 000 Euro will der Förderverein noch aufbringen. „Das ist eine machbare Summe“, hofft Rohrwacher. Der Rest wird über Zuschüsse von Bund, Land und Stadt bezahlt.

Das Wasserbecken wurde einst angelegt, damit sich das Denkmal auf einer 162 mal 79 Meter großen Fläche im Wasser spiegelt. Es steht auf Stelzen, da sich im Untergrund ein Ascheberg befindet. Besonders die Abdichtungen waren nicht mehr intakt. Betonkonstruktion und Pfahlgründung müssen saniert, die Dichtungsschichten teilweise ausgetauscht werden. „Als nächsten Schritt werden die Seiten freigelegt, der Schlamm entfernt, eine neue Tonschicht aufgebracht“, erklärt er. Bis November muss ein Großteil der Arbeiten fertig sein – bevor der Winter kommt. Das Denkmal wird normalerweise über ein Rohr entwässert, dessen Inhalt eigentlich ins Wasserbecken läuft. Derzeit wird das Regenwasser oberirdisch in die Kanalisation umgeleitet – das Rohr müsste im Winter eigens beheizt werden, damit es nicht platzt. Deshalb ist eine Teilauffüllung des Beckens unerlässlich. Die kompletten Arbeiten sollen bis Ende 2018/Anfang 2019 dauern.

Die Pylonen (Kopfbauten) am Denkmal sind inzwischen saniert. Bevor vorm Wasserbecken ein Kiosk öffnet, wird es aber noch etwas dauern. Auch eine Toilettenanlage ist fertig. „Wir wollen Kiosk und Toilettenanlage ausschreiben. Das hat aber erst Sinn, wenn die Bauarbeiten am Wasserbecken beendet sind“, erklärt Steffen Poser. Weitere Projekte hat der Förderverein längst im Blick: Nach dem Wasserbecken müssen noch die zwei Treppen der oberen Lindenallee abgebrochen und erneuert werden (Kosten: 155 000 Euro). Später will der Verein die Stadt dann bei der Wiederherstellung von Böschungen und Wegen unterstützen, die teilweise abgesackt sind. Durch Baufahrzeuge kamen zusätzliche Zerstörungen hinzu. Poser: „Auch die gärtnerische Anlage muss wieder in Form gebracht werden.“ Zwei Feuerwehrzufahrten sollen ebenfalls erneuert werden, die alte Baustelleneinrichtung rückgebaut werden.

Eine Frischekur ist letztlich für den Vorplatz des Völkerschlachtdenkmals vorgesehen, der derzeit nicht unbedingt den besten Eindruck macht. Das ist in der Diskussion – darunter auch eine Bewirtschaftung. „Wir wollen aber auf jeden Fall sicherstellen, dass Konzerte und andere Veranstaltungen weiterhin stattfinden. Denn auch das belebt das Denkmal und macht es bekannter“, so Rohrwacher. Aufgaben wird es für den Förderverein auch in den nächsten Jahren genügend geben. Sind die „großen Brocken“ durch, will er die Instandhaltung des bis zum Jubiläumsjahr 2013 sanierten Denkmalkörpers unterstützen.

Von Mathias Orbeck

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