Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Der „wahre Bach“ ist wieder in Leipzig zu sehen
Leipzig Lokales Der „wahre Bach“ ist wieder in Leipzig zu sehen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:34 19.04.2018
Johann Sebastian Bach (1685–1750). Quelle: Foto: Stadtgeschichtliches Museum Leipzig
Anzeige
Leipzig

Dieses Bild hat unsere Vorstellungen vom berühmtesten Thomaskantor aller Zeiten geprägt: das Porträt von Elias Gottlob Haußmann (1695-1774). Ernste Miene, weiß gepuderte Perücke, große Nase und kräftiges Kinn, ein Notenblatt in der Hand. Es ist vermutlich das einzige Porträt, für das Johann Sebastian Bach persönlich Modell gesessen hat und diente als Vorlage für zahlreiche Reproduktionen.

Für das Stadtgeschichtliche Museum ist es wohl das wichtigste Exponat. Das vier Jahre vor dem Tod Bachs entstandene Bild steht im Mittelpunkt des Ausstellungsteils „Der wahre Bach“, der ebenso wie das Musikkabinett „Der verlorene Sohn Richard Wagner“ neu gestaltet wurde. Ab Mittwoch werden die beiden Kabinette offiziell eröffnet.

Mittlerweile gibt es in Leipzig ein weiteres Bild von Haußmann aus dem Jahr 1748, das in der Schatzkammer des Bach-Museums am Thomaskirchhof hängt. Beides sind Originale. Denn Haußmann hat zwei Fassungen desselben Porträts hinterlassen. Der Direktor des Stadtgeschichtlichen Museums, Volker Rodekamp, besteht aber darauf, „den wahren Bach zu haben“.

Der überarbeitete Ausstellungsteil in der Beletage im Alten Rathaus rückt die Geschichte des Haußmann-Porträts aus dem Jahr 1746 – auch mit den problematischen Restaurierungsspuren im 19. Jahrhundert – in den Mittelpunkt. Und ganz „nebenbei“ wird auch 270 Jahre Überlieferungsgeschichte des Bildes erzählt.

Das Bachporträt hing viele Jahre in der Thomasschule, soll immer wieder angefasst und sogar mit nassen Schwämmen beworfen worden sein. Es kam zu Übermalungen und Teilergänzungen. Auch bei der Auslagerung musealen Kulturgutes im Zweiten Weltkrieg entstanden Schäden, die später oft nur notdürftig behoben werden konnten.

Mittlerweile wurde das Bild erneut analysiert und restauriert – von den namhaften Leipziger Restauratoren Sybille Reschke und Rüdiger Beck. Sie haben es behutsam konserviert und für die Zukunft gesichert.

Wie sie vorgegangen sind, wird auch in einem Film gezeigt, der in der Ausstellung zu sehen sein wird. Die Restaurierung wurde von der Hieronymus-Lotter-Gesellschaft gefördert. Diese hat auch das Themenheft „Der wahre Bach“ über das Porträt im Alten Rathaus herausgegeben. Darin beschreibt Musikwissenschaftlerin Kerstin Sieblist sehr ausführlich die Biografie des Bildnisses.

Szenischer Rundgang zum Bild

Bei einem szenischen Rundgang berichtet Franz Schuchart als Thomaskantor Johann Sebastian Bach am 29. April über das Leben des berühmten Komponisten und seine Zeit in Leipzig. In der Ratsstube unterschrieb er seinen Anstellungsvertrag. Höhepunkt ist der Besuch des Originalporträts, das Elias Gottlieb Haußmann von Bach anfertigte. Beginn ist um 11 Uhr im Alten Rathaus. Eintritt: 8,50 Euro.

Von Mathias Orbeck

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Lokales Leipziger kritisieren Planer - Prager Straße: Doppelbaustelle nervt

In der Prager Straße haben Leipzigs Verkehrsplaner offenbar den Bogen überspannt: Sie haben nicht nur die Hälfte der Fahrspuren gekappt, sondern gleichzeitig auch die Straßenbahngleise in der Mitte. Das sei Absicht, heißt es im Technischen Rathaus.

16.04.2018

Im Leipziger Scheibenholz ging es am Sonntag sportlich zu: Allerdings liefen keine Pferde um die Rennbahn, sondern die Teilnehmer des Color Obstacle Rush. Es galt, Hindernisse zu überwinden und möglichst bunt im Ziel anzukommen.

15.04.2018

Am Ende war es ein Kompromiss. Nachdem die Organisatoren zunächst das Aus des Karli-Bebens verkündet hatten, konnte das Straßenfest diesen Samstag doch noch stattfinden – jedoch in abgespeckter Form jedoch.

15.04.2018
Anzeige